Serie: „Wir sind die Neuen“
Die Hyperaktive

Frauke Petry ist Unternehmerin, Mutter von vier Kindern und Sprecherin der „Alternative für Deutschland“. Sie kämpft gegen den Euro und will dafür im September in den Bundestag.
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KrefeldFrauke Petry redet aufgeregt in ihr Handy: „Habt ihr den Schlüssel gefunden?“ Pause. „Habt ihr im Auto geguckt?“ Sie sitzt gerade am Tisch einer Kneipe an der Galopprennbahn in Krefeld – aber mit den Gedanken ist die 38-Jährige rund 500 Kilometer entfernt. Sie telefoniert mit den Mitarbeitern ihrer Firma Purinvent in der Nähe von Leipzig. „Die suchen jetzt alle den Schlüssel ihrer Chefin“, sagt Petry.

Der Schlüssel taucht kurz darauf wieder auf, doch bei Petrys prall gefülltem Terminkalender gerät leicht mal etwas durcheinander. Sie ist Unternehmerin, Mutter von vier Kindern und schultert seit April noch einen weiteren zeitintensiven Job: Sie ist gemeinsam mit dem Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke und dem früheren FAZ-Journalisten Konrad Adam Sprecherin der neu gegründeten Anti-Euro-Partei Alternative für Deutschland. Mit der erst drei Monate alten euro-kritischen Partei will Petry im September in den Bundestag einziehen.

Ihr Weg in die Politik war nicht vorgezeichnet. Lange Zeit hatte Petry um politische Parteien einen großen Bogen gemacht. Die meisten Politiker seien abgehoben, sagt sie. Viele hätten nie etwas anderes gemacht als Politik: „Bei anderen Parteien muss man sich anbiedern und krumm machen, um nach oben zu kommen“, sagt sie. Ämter machten auf Dauer korrumpierbar. „Irgendwann muss man ins reale Leben zurück.“

Petry hätte damit kein Problem. Nach dem Chemie-Studium machte sie sich selbstständig  und gründete die Firma Purinvent. Ihr Unternehmen verkauft einen Kunststoff zum Befüllen von Reifen. Das Patent dafür entwickelte Petrys Mutter, die auch Chemikerin ist. Da die Mutter selbst schon zu alt war, um eine neue Firma aufzubauen, ging die Tochter das Risiko ein.

Inzwischen hat Petrys Firma acht Mitarbeiter. Eine davon ist ihre Mutter  – die trotz ihres hohen Alters  von 72 Jahren mit anpackt. „Wir sind eine Art Mutter-Tochter-Gemeinschaftsunternehmen“, sagt sie. Ihre Mutter sei nach wie vor leidenschaftliche Chemikerin - sie selbst kümmere sich lieber um die Unternehmensführung.

Kommentare zu " Serie: „Wir sind die Neuen“: Die Hyperaktive"

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  • Eddie: Wie ein kleiner Straßenköter muss er bei jedem Baum, den er für die AfD hält, sein Beinchen heben.

    Am Ende werden wir ihn für besondere Verdienste noch als Ehrenmitglied in die AfD aufnehmen. Denn jeder Bürger, der Eddies Bullshit liest, kann nur zu dem Schluss kommen, dass die AfD etwas Gutes sein muss.

    Also weiter so Eddie, immer schön das Beinchen heben!

  • Ich sehe nicht ein, anderer Länder Schulden zu tilgen bis Deutschland pleite ist, nur damit ein paar Bonzen nicht das Gesicht verlieren und ihre größenwahnsinnigen Phantasien ausleben können. Europa war auf dem besten Weg bis uns allen ungefragt diese unsägliche Gemeinschaftswährung aufgedrückt wurde. Seit Mai 2010 ist endgültig klar, wohin die Reise geht und dass Vertragsbruch in dieser Gemeinschaft ein probates Mittel der Politik ist.

    Daher ist ganz klar, die BT-Wahl 2013 ist eine der wichtigsten Wahlen in der Geschichte unseres Landes. Entweder die Kritiker huschen über die AfD noch mit ins Boot, oder die EURokraten machen in den nächsten 4 Jahren die Sache komplett unter sich aus.

    BTW13 = Last Exit Bail-Out.

    @Frau Petry

    Ich habe auch Kinder und bin auch Jahrgang 75. Meine Stimme und die meiner Familie ist Ihnen sicher. Danke für Ihren Mut.

  • @ Eddie

    Wenigstens einer (Wolfgang Bosbach) in Ihrer Partei hat noch den Anstand sich an sein gegebens Wort zu halten. Roland Pofalla hat darauf nicht sehr tolerant reagiert.

    http://www.focus.de/politik/deutschland/pofalla-gegen-bosbach-ich-kann-deine-fresse-nicht-mehr-sehen_aid_670836.html

    Für die CDU ist Meinungsfreiheit offenbar ein Fremdwort.

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