Sondierungsgespräch am Brückentag

21 Spitzenpolitiker verhandeln über Große Koalition

Union und SPD kommen am Freitag zu Sondierungsgesprächen zusammen. Die SPD schickt ein siebenköpfiges Team, CDU und CSU haben je sieben Verhandlungspartner nominiert. Gepokert wird auch schon um Ministerposten.
Update: 30.09.2013 - 15:58 Uhr 18 Kommentare

Am Freitag geht das Koalitionspokern los

BerlinUnion und SPD treffen sich am Freitagmittag zu einem ersten Sondierungsgespräch. Das Treffen finde um 13 Uhr in der Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin statt, teilte die CDU-Zentrale am Montag mit. Die SPD hatte bereits ein sechsköpfiges Sondierungsteam benannt, wer auf Seiten der Union teilnimmt, stand zunächst noch nicht fest. Ob es eine zweite Sondierungsrunde geben wird, ist offen. Die Union kann sich auch Gespräche mit den Grünen vorstellen. Einen Termin gibt es dafür noch nicht.

Die SPD wollte zunächst mit einer sechsköpfigen Delegation in die Gespräche gehen: Parteichef Sigmar Gabriel, Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Hamburgs Regierungschef Olaf Scholz, der gescheiterte Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, Bundestagsfraktionschef Frank-Walter Steinmeier und Generalsekretärin Andrea Nahles. Am Montag teilte ein Parteisprecher dann mit, dass auch noch Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Manuela Schwesig zum Team stoße.

Die Union will mit insgesamt 14 Vertretern in das Gespräch gehen. Neben Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel gehörten dazu Kanzleramtschef Ronald Pofalla, Unionsfraktionschef Volker Kauder, Finanzminister Wolfgang Schäuble, die Ministerpräsidenten von Hessen und Sachsen, Volker Bouffier und Stanislaw Tillich, sowie er selbst, sagte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe nach Beratungen der CDU-Spitze am Montag in Berlin. Die CSU entsendet nach seinen Angaben ebenfalls sieben ihrer Spitzenpolitiker.

Vor dem Sondierungsgespräch haben sich führende CDU-Politiker erneut gegen Steuererhöhungen gewandt. „Die Menschen haben die Union gewählt, weil wir gesagt haben: keine Steuererhöhungen“, sagte Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht vor einer Sitzung des Parteipräsidiums in Berlin. Sie rief auf, nicht über Instrumente, sondern Ziele zu diskutieren. CDU-Bundesvize Julia Klöckner sagte, es gebe keinen Grund, Steuern zu erhöhen. „Das wäre ja auch ein Bruch zum Wählervertrauen.“ Thomas Strobl, ebenfalls Parteivize, betonte, die CDU werde „alles dafür tun, dass es keine Steuererhöhungen gibt“.

Der frühere Gewerkschaftschef Klaus Wiesehügel erhebt in einer Großen Koalition Anspruch auf den Posten des Arbeitsministers. „Es gab bei meiner Benennung ins Kompetenzteam die Zusage, dass ich Arbeitsminister werden soll“, sagte Wiesehügel der „Bild“-Zeitung. Dieses Versprechen habe auch für den Fall einer großen Koalition gegolten. „Ich habe bisher keine Meldung bekommen, dass sich an dieser Zusage etwas verändert hat“, erklärte Wiesehügel. Er wolle jedoch nur dann Arbeitsminister werden, wenn er seine Positionen umsetzen könne. Ihm gehe es in erster Linie um Inhalte.

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18 Kommentare zu "Sondierungsgespräch am Brückentag: 21 Spitzenpolitiker verhandeln über Große Koalition"

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  • Hier werden gerade Beispiele aufgezeigt!!

  • Ali Baba und die 21 Räuber!

  • 21 Spitzenpolitiker verhandeln über Große Koalition''

    das wissen wir, und warten ab bis 2014..und erfahren dann wer in welches Amt kommt, und was er dafür kassiert..

  • Niemals in der Geschichte der BRD war der Wille des Volkes derart unterrepräsentiert im Bundestag.
    45% der Deutschen haben NICHT für diesen Haufen gestimmt.

    Aber die machen einfach weiter wie immer und erzählen was von Demokratie und so...

  • Alles aber auch alles haben wir mobilisiert um diese asoziale SPD Bande von weiterem Verrat abzuhalten!
    Und nu? Jetzt kriechen diese Typen unter Merkels Regierung!
    Wäre dieser Schröder Abschaum gewollt hätte er die Mehrheit.
    Wären die Linken SPD hätte man gleich für die SPD gestimmt. Stattdessen kriecht das WIRKLICH ALLERLETZTE STASISCHWEIN im Koalitionsmodus zu etwas Macht.
    Diese Koalitionstypen sind das Letzte. Neuwahlen, eine Linke die unter SPD Regie mitmachen will hätte ich nie gewählt.
    Ekelerregend und sinnlos - wann werden diese sinnentleerten Wahlen endlich abgeschafft?
    Es ist doch zum Kotzten, immer diese Koalitionslügner.

  • Ja, auch ich habe die Doku-Soap am letzten Sonntag gesehen. Diesmal ist es den ÖR sogar gelungen, die Sendung auf mehrere Kanäle zu verteilen, inklusive Privatfernsehen. Was das wohl gekostet hat. Echt beeindruckend und wirklich sehr realitätsnahe Inszenierung. die Protagonisten nannten sich 'Parteien' und es ging um den Einzug in einen Bundestag, so sagte man zumindest. Und eine 'Partei' hat sogar gewonnen, fast, glaube ich. CDO, nein CDU hiess die. Und bis jetzt habe ich nicht herausgefunden, wer sich hinter dem Pseudonym Angela M verbirgt. Tolle Schauspielerleistung. Weiter so.

  • ® Rechner

    Zitat : Merkel kann die Roten und die Grünen beliebig lang im Saft ihrer eigenen unpopulären Forderungen schmoren lassen.

    - was ist denn das für eine Schlussfolgerung nach Aussagen der ROT/GRÜNEN Politiker in der letzten Zeit...?

    Beide wollen doch gar nicht regieren und gehen zu Alibiveranstaltungen mit den Sondierungsgesprächen.

    Wen Murksel schmoren lassen wird, ist unser Land und einige Europäer !

    Wir sind es allerdings gewohnt, dass seit 8 Jahren eine Teflonpfanne ihre Ar**** auf dem Kanzlerstuhl platt sitzt !

    Ihre Raute muss da auch schon angeschwollen sein....:-) !

  • Bei so einer Versammlung von Landesfürsten kann gar nichts herauskommen.

    Macht aber nix.

    Merkel kann die Roten und die Grünen beliebig lang im Saft ihrer eigenen unpopulären Forderungen schmoren lassen.

    Je länger, desto besser.

    Nach der Wahl ist vor der Wahl.

  • warum die 8% Partei CSU mit 7 ! Vertretern an den Sondierungsgesprächen teilnimmt ist unverständlich, da reicht doch einer

  • Bei einen so lahmen Start dürften allein die Sondierungsgespräche drei Wochen dauern. Dann im Rahmen der Bundestag Sitzungswoche in der 2. Nov. Woche den Konvent zusammen trommeln. Danach fangen erst die eigentlichen Verhandlungen an. Dann kann man 2 Wochen nur frei Verhandeln, da der Rest Bt Sitzungswochen sind. Und dann schon das Frohe Fest, wohl ohne neue Regierung, ansteht. Mitte Januar haben wir dann eine neue Regierung oder Neuwahlen.

    Die Euroretter haben sich das sicherlich ganz anders vorgestellt. Die dachten, Hosenanzug, Siggi Pop und der Banken Peer machen bis Mitte Oktober die Große Koalition klar, so dass ab Mitte November eine neue Runde Eurorettung gespielt werden kann. NRW Krafts Soziale Wende braucht halt seine Verhandlungszeit.

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