Soziale Medien vs. Politik
„Blogger mögen Steinbrück“

Dass Politiker Empörungswellen im Internet auslösen können, ist bekannt. Reine Meckerecken sind soziale Medien aber nicht. Laut einer Studie kann Steinbrück sogar punkten: die „Sympathiefrage“ in Blogs gewinnt er.
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BerlinAls der FDP-Mann Rainer Brüderle plötzlich im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses stand, weil er gegenüber einer Journalistin anzügliche Bemerkungen gemacht haben soll, kam bei Twitter eine heftige Sexismus-Debatte in Gang. Und auch im Fall der „Stinkefinger“-Geste von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück bleibt das Netz nicht still.

Und wieder erweist sich Twitter als geeignetes Instrument, um gegen den SPD-Spitzengenossen Front zu machen. Für den politischen Gegner gibt es kein Vertun: Steinbrück hat sich im Stil vergriffen und damit seine Kanzlerambitionen gänzlich verspielt. Doch es gibt in den sozialen Netzwerken auch breite Unterstützung für Steinbrücks provokante Geste.

Am aktuellen Steinbrück-Fettnäpfchen wird die Bedeutung von Twitter einmal mehr deutlich: Im Minutentakt werden Tweets unter dem Hashtag #stinkefinger gepostet werden. Das Thema steht in den deutschen Trend-Listen des Dienstes weit oben.

Der Fall Steinbrück ist auch ein Beleg dafür, dass soziale Medien nicht mehr nur als ein Raum extremer parteipolitischer Positionen genutzt werden. Eine Studie der Universitäten München und Münster liefert jedenfalls Hinweise in diese Richtung. „Im Gegensatz zu vorherigen Beobachtungen einer Linksgewichtung des Internets zeichnet sich zur Bundestagswahl ein ausgeglicheneres Bild aller großen Parteien ab“, sagt Stefan Stieglitz, Verantwortlicher Untersuchung.

Über drei Monate lang wurden mehr als eine Millionen Tweets und 1700 Blog Einträge auf Zusammenhänge mit den Regierungs- und Oppositionsparteien sowie mit der Piratenpartei überprüft. Das Ergebnis: Die „erstaunliche Vielfalt“ der sozialen Medien überrascht selbst die Macher der Studie.

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