„Spiegelbild der Gesellschaft“
Schäuble will mehr Altersgenossen im Bundestag

Wolfgang Schäuble ist 70 Jahre alt. Damit zählt er zu den älteren Herrschaften im Bundestag. Zu alt für Politik hält sich der Finanzminister natürlich nicht – stattdessen wünscht er sich mehr Senioren im Parlament.
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OffenbachBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (70) wünscht sich mehr Senioren im Bundestag. „Ich würde es nicht gut finden, wenn wir ein Parlament hätten, in dem keine 70-Jährigen mehr säßen“, sagte der CDU-Politiker in seinem Wohnort Offenburg. „Es gibt seit langem einen Trend in der Politik und anderswo hin zu Verjüngung. Oft geht es auch einfach um Jung gegen Alt.“ Der Bundestag müsse aber ein Spiegelbild der Gesellschaft sein. „Alle Gruppen sollten vertreten sein, natürlich die Jüngeren, aber auch die Senioren.“

Schäuble ist der dienstälteste Bundestagsabgeordnete. Er amtiert seit mehr als 40 Jahren. Zur Bundestagswahl am 22. September kandidiert er erneut. Vier Tage vor der Wahl wird er 71 Jahre alt.

„Wir haben eine sich wandelnde Gesellschaft“, sagte der CDU-Politiker. „Die Menschen werden immer älter, der Anteil der Älteren an der Gesamtbevölkerung wird größer.“ Gleichzeitig nehme aber der Anteil älterer Abgeordneter in jeder Legislaturperiode ab.

„Um ein Schiff auf Kurs zu halten, braucht es eine ganze Mannschaft und darunter eben auch erfahrene Seeleute. Vor allem, wenn die See stürmisch wird“, sagte Schäuble. „Wichtig sind Leute, die den Laden zusammenhalten.“

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  • Das SCHLIMMSTE an Schäubles Wunschvorstellung ist, daß er nur an das Lebensalter der Volksvertreter denkt, statt endlich den Anteil der Beamten auf deren Anteil an der Bevölkerung im Sinne einer 'Repräsentativen Demokratie' zu begrenzen.

    Heute sind mehr als die Hälfte der Abgeordneten Beamte und Öffentlich Bedienstete. Das hat mit Demokratie nichts zu tun, sondern schon eher mit Beamtendiktatur.

    Von der Nazi- Diktatur zur Beamten- Diktatur.

    Armes Deutschland.

  • Frommer Wunsch von Herrn Schäuble, aber die CDU macht genau das Gegenteil. Für die Bestimmenden in der Fraktion ist ja ein junger Abgeordneter viel einfacher auf Kurs zu trimmen als ein älterer. Die haben ihre eigenen Vorstellungen vom Leben, haben reichlich Erfahrung, sind gelassener in Krisensituationen und nicht so sprunghaft. Aber eben auch nicht so steuerbar und karrieregeil wie die Jungen. Und deshalb wird das Parlament auch immer jünger.

  • Mensch @Ludwig500...was soll denn auch anderes in einer Hierarchie aus dem Mittelalter, mit eine Betrugs-Spielgeldsystem, mit Systemlingen, heraus kommen?!! Solange die Masse im System immer brav mitmacht...sooo lange wird sich NICHTS VERÄNDERN!!

    Da können noch soviele junge Menschen im Bundestag sitzen...wenn DIE ALLE SYSTEMTREU SIND, wirds immer wieder das gleiche Spiel zugunsten einiger weniger werden!

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