Straßenwahlkampf

Die Abrechnung mit Angela M.

Gerhard Schröder rockt den SPD-Wahlkampf. Er impft der Partei und ihrem Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück vor 4.500 Zuhörern in Detmold neues Selbstbewusstsein ein. Und rechnet mit Angela Merkel ab.
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Ex-Kanzler Schröder macht Wahlkampf für Steinbrück

DetmoldAls wäre er nie weg gewesen. Gerhard Schröder bahnt sich den Weg durch die Menge und entert das rote Podium in der Mitte des Kaiser-Wilhelm-Platzes von Detmold. Braungebrannt, macht der Altkanzler gleich seine typische Siegergeste und grüßt mit zusammengefalteten, in die Höhe gereckten Händen die 4.500 Leute vor ihm. Die Hartz-IV-Gegner begrüßt er auch. „Das ist ja eine Art Heimspiel, bis auf die paar Pfiffe, aber die betrachte ich als Begrüßung“, flachst der in der Nähe geborene Schröder. Die vielen Besucher führt er darauf zurück, dass die Lipper kommen, wenn der Eintritt frei ist.

Dann zeigt er seiner SPD, wie Wahlkampf geht. Was als lockerer Talk geplant ist, gerät zur Abrechnung mit seiner Nachfolgerin. Angela Merkel (CDU) wirft er vor, das Volk zu täuschen: Er spricht von einer „ganz großen Lüge“, dass Deutschland nicht wird zahlen müssen zur Bewältigung der europäischen Schuldenkrise. Merkel sage vor der Wahl, es brauche kein drittes Hilfspaket für Griechenland und tue so, als wenn deutsche Steuerzahler ungeschoren davon kämen.

Dieses Image Merkels als „Schwäbische Hausfrau“, die in der Schuldenkrise deutsches Geld zusammenhält, ist aus SPD-Sicht ein Mitgrund für die starken Umfragewerte der Union. „Mit Vertuschen und Verschleiern gewinnt man kein Vertrauen des Volkes, sondern nur mit Klartext“, sagt der 69-Jährige.

Und er liest Merkel auch auf einem anderen Feld noch die Leviten: Sie zehre doch nur von seiner Agenda 2010. „Was mich umtreibt: Seitdem ist so gut wie nichts passiert, eher eine Rolle rückwärts.“ Es gebe einen Rückschritt in die Kohl-Jahre, nun müsse Rot-Grün mit einem Kanzler Peer Steinbrück wieder das Land reformieren. Es ist die typische Schröder-Chuzpe, die Leute johlen, auch Steinbrück, der den Worten von einer Bierbank lauscht, hat sichtlich seinen Spaß.

Steinbrück kommt in Detmold an
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30 Kommentare zu "Straßenwahlkampf: Die Abrechnung mit Angela M."

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  • Merkel-Bilanz:

     Steuerreform: war nix
     Rentenreform: auch nix
     Strukturreform: wieder nix
     EU-Politik: wir zahlen für alle
     Horst Köhler: haut vor Merkel lieber ab !
     Neuwahl Bundespräsident: Ohrfeige für Merkel !

    Michel sagt: armes Deutschland !

  • Dem größten Sozialverräter der Nachkriegszeit glaubt kein Mensch. Die erneuten Umfragen lassen die SPD weiter absacken. Die Wahl ist längst verloren. Wer keine neuen und sozialgerechten Antworten hat, dem laufen die Wähler weiter weg!

  • 100%ige Zustimmung.

  • Der Mörder der Sozialdemokratie. Ein Mann der seinen Platz in den Geschichtsbüchern finden wird.

  • "...Image Merkels als „Schwäbische Hausfrau“, die in der Schuldenkrise deutsches Geld zusammenhält,.."

    Die Berater von Frau Merkel sind jeden Euro Wert. Unfassbar. Das Gegenteil ist wahr. Sie ist der Reiter der finanziellen Apokalypse dieses Landes. Aber das will ja keiner wissen.

  • Ich sehe in der Aktivität des Herrn Schröder eine direkte Wahlkampfhilfe für die CDU.

    M.E. kann man es nicht dümmer anfangen.

    Vielleicht spekuliert Herr Steinbrück auch auf ein Amt von Putins Gnaden. Die Veranlagung dazu hat Steinbrück jedenfalls schon nachgewiesen.

  • Ein Pack von Lügnern und Betrügern - und die soll man wählen, ohne daß man sich am Tag nach der Wahl nur noch ungern im Spiegel anguckt? Never ever.
    SPD ist CDU mit anderem Namen und die CDU ist alles, nur nicht das, für was sie sich ausgibt. Wie sagte noch Georg Schramm? "Man muss die AB-WÄHLEN, daß wieder eine Politikergeneration kommt, die aufrichtig ist." Diese Typen, denen die Lüge doch schon ins Gesicht geschrieben ist, sind für mich unwählbar geworden. In den gleichen Sack gehören auch Grüne und FDP. Beherzt draufschlagen - es trifft immer die Richtigen.

  • Werden wir ein Land der Scharlatane. Denn dazu ist Schröter zu zählen. Merkel hin, Merkel her - die Sozis
    werden den Ausverkauf Deutschlands vollenenden. Da, wo Merkel sagt "Stopp" (zB Eurobonds) würde die SPD/Grüne-Truppe die Abfluss-Schleusen öffnen. Ich werde die AfD wählen, sympathisch, kompetent und noch nicht so machtgeil wie die da oben.

  • Gegenseitiges beschimpfen bringt keinen weiter. Die Frage ist doch, ob wir höhere Steuern und Eurobonds wollen, solange wir nicht unsere eigene Bevölkerung in Arbeit haben bringen können.

    Man sollte auch nicht vergessen, dass die SPD mit den Grünen regieren will. Man wählt also auch gleich, höhere Energiepreise, Fleischverbot, Tempolimit 120, usw. Irgendwann reiten wir dann wieder von A nach B. Flugzeuge mit ihrem Cerosinverbrauch wird auch bald im Augenmerk der Grünen stehen.

  • Mit Schröder an seiner Seite hat Steinbrück und die SPD bewiesen, dass sie immer mehr von der Arbeiterpartei zur
    Partei der Neureich-Sozialisten geworden sind. Mit Schröders gelobtes Hartz IV Desaster wird es immer kurioser. Nicht nur das Hartz IV Center mittlerweile wie Anlaufstellen für Asylanten aussehen,in Hamburg werden diese Leute auch noch von Bewaffnetes Sicherheitspersonal
    bewacht.

    Hier kann man auch sehen, wie die Reichen Armen die Armen
    Reichen unterstützen. Nach 40 Jahren Arbeit,Herzinfarkt,Krank,Hartz IV gegen Jung Faul oder nur Faul. Durchtrainiert vom Sportstudio und durch und durch gerissen was Forderungen angehen.

    Das ist Schröders und Steinbrücks Welt. Schröder selber
    Ferienhaus in der Türkei 250 000.- Tausend Euro,Haus auf Borkum,Haus in Hannover 7 Dienstwagen und für Reden gibt es bis zu 100 000.- Tausend Euro.

    Die Partei ist so sozial wie die NPD Demokratisch ist.
    beide sollten eine Koalition eingehen.

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