TV-Dreikampf
„Sie lügen!“

Die Spitzenkandidaten der kleineren Parteien kämpfen im TV um Wähler. Bei Mindestlöhnen und Mini-Jobs liegen der Grüne Trittin und der Linke Gysi meist beieinander – Brüderle hält für die Liberalen dagegen.
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BerlinMit scharfen Wortgefechten über Mindestlohn, Rente und Steuern haben die Spitzenkandidaten von Grünen, Linken und FDP um unentschlossene Wähler gekämpft. Die Fraktionschefs von Grünen und Linken, Jürgen Trittin und Gregor Gysi, empfahlen sich am Montag in der ARD-Sendung „Der TV-Dreikampf“ mit eindringlichen Forderungen für einen flächendeckenden Mindestlohn und mehr steuerliche Gerechtigkeit als Alternative. FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle hielt entgegen: „Das Beste ist es, dass wir die Wirtschaft in Gang halten.“

Auch wenn es unsicher ist, ob es für Schwarz-Gelb nach dem 22. September reicht und es nach einer Mehrheit für Rot-Grün derzeit nicht aussieht, blieben die drei Politiker in der Koalitionsfrage hart. „Den grünen Wandel gibt's nur mit starken Grünen und nur in einer rot-grünen Koalition“, wandte sich Trittin gegen Schwarz-Grün.

Gysi machte deutlich, dass es wegen von den Linken abgelehnten Militäreinsätzen im Ausland und weiteren Punkten derzeit eher keine Koalition mit SPD und Grünen geben könne. „Gespräche scheitern doch nicht an uns, wenn, dann an SPD und Grünen“, betonte er aber.

Brüderle nannte SPD und Grüne maximale Steuererhöher und hielt den Grünen eine Verbotspolitik vor. Er kritisierte etwa erneut, dass die Grünen sich für einen vegetarischen Tag in öffentlichen Kantinen pro Woche einsetzen. Brüderle grenzte sich damit klar von einer Ampelkoalition ab.

Trittin gab anfangs die Tonlage vor: „Die wirtschaftliche Lage in Deutschland ist gut, die Lage für viele Menschen ist nicht gut.“ Gysi forderte ein Umsteuern. Ein Mindestlohn solle den Niedriglohnsektor und Minijobs eindämmen. Brüderle konterte: „Man kann natürlich alles schlecht reden.“ Ein einheitlicher Mindestlohn entspreche nicht den Unterschieden in Deutschland und sei ökonomisch falsch.

Trittin wies darauf hin, dass es auch in anderen europäischen Staaten wie Großbritannien und den Niederlanden längst gesetzliche Mindestlöhne gebe. Dagegen gebe es in Deutschland nach wie vor Friseure, „die für 4,50 Euro die Haare schneiden“. Zugleich werde vom Staat Geld ausgegeben, um den Menschen den Lohn aufzustocken. Durch Mindestlöhne ließen sich daher vier Milliarden Euro an Lohnsubventionen für Aufstocker einsparen.

Gysi bezifferte den Anteil der Menschen mit Niedriglöhnen sogar auf 25 Prozent, da zu den acht Millionen regulär Erwerbstätigen noch weitere sieben Millionen mit Mini-Jobs hinzukämen. „Die Würde des Menschen verlangt, dass sie in Vollzeitarbeit einen Lohn bekommen, von dem sie leben können“, sagte der Linken-Fraktionschef. Wirtschaftsprobleme dürften nicht über den Ausbau der prekären Beschäftigung gelöst werden.

Kommentare zu " TV-Dreikampf: „Sie lügen!“"

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  • Eddie, ich mach mir echt Sorgen um Ihr geistiges Wohlergehen.

  • Eddie:
    Haben Sie auch Argumente anstatt der immergleichen Dummschwätzerei? Schämen Sie sich. Sie können doch kein Erwachsener Mensch mit klarem Verstand sein! Die AfD hat Mut zur Wahrheit und war noch nicht in der Verantwortung! Was soll die laufende Diffamierung dieser zugelassenen demokratischen Alternative?

  • Wer SPD wählt, hat die Grünen im Schlepptau gleich dazu.
    Irgendwann tragen wir wieder Kartoffelsäcke, reiten Pferde und essen Grashalme.
    "Ich will essen, was ich will und wann ich will."

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