TV-Duell
„Der Peer, der hatte es ja auch schwer“

Unser Autor folgt der Einladung der SPD zum Public Viewing des TV-Duells. Dabei zeigt sich: So richtig wahrhaben wollen die Genossen die Umfragewerte von Peer Steinbrück nicht. Ein Ortsbesuch.
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KölnEine kleine Seitenstraße in der Kölner Innenstadt. Unscheinbar zwischen den Häuserfronten liegt die ur-kölsche Kneipe „Rot un Wiess“, auf der Grenze zwischen Wahlkreis 93 und 94. Seit 48 Jahren wird in dem Bezirk SPD gewählt. An Bundesligatagen läuft in der Kneipe die Übertragung des 1. FC Köln mit jeder Menge Kölsch. Hätte man das Rauchen in den Gaststätten in Nordrhein-Westfalen nicht verboten, würde hier wahrscheinlich bis heute gequalmt. Der blaue Dunst steckt noch immer in Tapeten und Polstern.

Am Sonntag lud die Kölner SPD zum Public Viewing für Genossen und unentschlossene Wähler. Gekommen sind vor allem alte SPD-Haudegen, die jede von Steinbrücks Thesen gerne noch einmal vortragen, natürlich mit Hintergrundwissen und Anekdoten gespickt. Rund 50 Genossen drängen sich in der kleinen Kneipe.

01:54 zeigt die Uhr noch bis zum Duell. Während die Bedienung Bockwurst, Schnitzel und Frikadellen in den kleinen Raum hereinträgt, wird es ruhiger. Alle starren auf die drei Leinwände, die zu jeder Seite der Kneipe ausgerichtet sind. Die Holzstühle werden zusammengerückt, ein bisschen wie beim Fernsehabend zu Hause. Zum dritten Mal gibt es frisches Kölsch, immerhin, die Getränke gehen heute auf den Deckel der Landtagsabgeordneten Ingrid Hack.

Dann ist es soweit, alles ist da: Bild, Ton, Steinbrück und die Frau, die in drei Wochen zum dritten Mal Kanzlerin wird, zumindest wenn man den Umfragen vertraut. Immerhin erntet der Kanzlerkandidat der Genossen mit seinen „Brot und Butter“-Thesen zu mehr sozialer Gerechtigkeit brausenden Applaus. Hier scheint es ihn noch zu geben: den Stammwähler.

Macht Steinbrück seine Sache gut, gibt es von den Genossen lauten Beifall. Dann sind die Umfragewerte vergessen. Redet er über Pensionen von Lehrern und Polizisten, die „angepasst“ werden müssen, gibt es nur ein kurzes, ungläubiges Kopfschütteln. „Der Peer, der hatte es ja auch schwer in den letzten Wochen“, konstatiert Iris Leverkus. Vor allem die Medien seien schuld, die seine Thesen zerrissen, obwohl er im Kern doch meistens Recht habe. Noch vor wenigen Tagen ist die Rentnerin in ihrem Stadtteil von Haus zu Haus gezogen, um die Menschen vom Programm der SPD zu überzeugen. Seit fast 40 Jahren trägt sie das Parteibuch der Sozialdemokraten. 

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  • Die reich entlohnte "Kruste" aus Politikern, Promies und GEZ-Moderatoren hat uns wieder ein Kasperle-Theater vorgeführt. Frau Merkel will dafür kämpfen dass jemand, der 40 Jahre gearbeitet hat 850 EUR Rente bekommt. Wie soll man wohl schaffen, 40 Jahre zu arbeiten ? Und warum bekommt ein Abgeordneter nach 4 Jahren schon 3500 EUR Pension ??

    Ein ehlendes Schauspiel unserer "Politiker-Medien-Kruste"war das, IM Erika und IM Nelke auf der Bühne, wer wird wohl unsere nächste ferngesteuerte "Kommissions-Regierung" in Deutschland anführen ??

    Wählen wir die Alternative ! Zusammen schaffen wir es in den Bundestag. Wir sind der Souverän. Ein Ende der Bereicherung, Verschwendung, Lüge und Propaganda.

  • Das Handelsblatt zitiert die Lüge vom "Spiegel" einfach weiter, denn die AfD wird nicht rechts unterwandert. Wenn "Die Freiheit" die AfD unterstützt, dann sind das auch frustrierte konservative Wähler und keine Extremisten. Ausserdem hat die AfD keine Befürchtung geäussert. Der "Spiegel" lügt hier einfach und das Handelsblatt zitiert die Lüge. Frech ist das !! Journalisten sind skrupellos im Auftrage der Alt-Parteien.

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