Umbruch bei den Grünen
Claudia Roth hat schon neuen Job im Blick

Nach der Wahlniederlage der Grünen hat Parteichefin Claudia Roth offenbar die Konsequenzen gezogen: Im Herbst wolle sie ihr Amt abgeben, sagte sie Vertrauten. Ganz auf Politik verzichten will die 58-Jährige aber nicht.
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BerlinDie langjährige Grünen-Chefin Claudia Roth zieht sich von der Parteispitze zurück. Sie wolle sich beim Parteitag im Herbst nicht mehr zur Wahl stellen, kündigte Roth bei einem internen Treffen grüner Bundestagsabgeordneter vom linken Parteiflügel an.

Wie Teilnehmer berichteten, erhielt Roth bei dem Treffen viel Respekt für ihre Arbeit und den angekündigten Schritt. Sie werde bei der Neuwahl im Herbst Platz für Erneuerung machen. Bereits im Vorfeld hatte es in der Partei geheißen, Roth werde sich womöglich von der Spitze zurückziehen. Als eine mögliche Nachfolgerin gilt in der Partei die ehemalige saarländische Umweltministerin Simone Peter.

Auf einem Bundesparteitag im Herbst sollen nach der Wahlniederlage vom Sonntag Bundesvorstand und Parteirat neu gewählt werden. Dass der Vorstand vorzeitig seine Ämter zur Verfügung stellen solle, hatte Roth am Morgen nach Absprache mit Co-Parteichef Cem Özdemir selbst in interner Sitzung vorgeschlagen. Roth kündigte nun an, sich um das Amt der Bundestags-Vizepräsidentin bewerben zu wollen.

Özdemir hatte durchblicken lassen, sich erneut als Parteichef bewerben zu wollen. Unklar ist die Zusammensetzung der künftigen Fraktionsspitze, die heute Jürgen Trittin und Renate Künast bilden. Trittin hat trotz der Wahlniederlage und seiner Rolle als Spitzenkandidat bisher nicht den Eindruck erweckt, dass er persönliche Konsequenzen ziehen wolle.

Roth hatte im vergangenen Herbst eine der schwersten Niederlagen ihrer Karriere einstecken müssen - bei der Urwahl des Grünen-Spitzenduos erhielt die 58-jährige nur 26 Prozent und dachte danach an Rücktritt. Doch dann wurde sie von der Partei gedrängt, weiterzumachen - und erhielt auf einem Parteitag in Hannover 88,5 Prozent nach 79,3 Prozent zwei Jahre zuvor.

Roth ist emotional, aber auch kühl kalkulierend. Sie ist beim Fußball, auf Demonstrationen, in Flüchtlingslagern unterwegs und gewinnt in direktem Kontakt mit Menschen viel Zuspruch. Wie kaum eine andere Politikerin polarisiert die langjährige Grünen-Chefin aber auch. Öffentlich zeigt sie Gefühl, auch Umarmungen. Zu ihren politischen Hauptthemen zählen Demokratie, Menschenrechte, Flüchtlinge.

Schon 2001 wurde Roth an die Parteispitze gewählt. Wegen der damals geltenden Unvereinbarkeit von Amt und Mandat verlor sie das Amt Ende 2002. Zwei Jahre später rückte sie wieder an die Spitze.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die Idee daß die Roth,die nicht mal eine abgeschlossene Ausbildung hat für einen ' echten' Beruf im Bundestag als Vizepräsidentin sitzen könnte, ist einfach grotesk. Das Amt eines Vizepräsidenten im Bundestag sollte nur an Leute vergeben werden die reale Qualifikationen vorweisen können.Roth,die Chefempörerin der Grünen hat nicht einmal ein abgeschlossenes Studium und wäre Kandidat für Hartz IV in dér realen Welt.

  • Der Roth kann ich eines vorhersagen, sie wird keine 5 Sitzungen leiten, bis sie verschwindet. Um Sendungen nicht zu sehen wie:Bauer sucht Frau, oder Doof-TV Container für Säufer und andere etc, sehe ich mir
    aus politischen Interesse Bundestagssitzungen an.

    Mit Roth werden diese Sitzungen zum Sinnbild eines Deutschlands, dass entgültig Gesellschaftlich zu Grunde gerichtet wurde und der BT nur noch dazu da ist, mit der Roth als Vizepräsidentin das Licht zu löschen.

    Alle Restdemokraten im Bundestag sollten die Roth verhindern. Wenn das nicht geht, können ja alle auf den Stuhl sitzen, was gefährlicher ist als den 5% Schutzschirm der Partein abzuschaffen.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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