Umfrage-Schub: AfD rückt an Fünf-Prozent-Hürde heran

Umfrage-Schub
AfD rückt an Fünf-Prozent-Hürde heran

Die Wahlkampagne der Anti-Euro-Partei AfD scheint Wirkung zu zeigen: Erstmals liegt die Partei bei vier Prozent. Einen Sprung in den Bundestag wollen Piraten und Grüne noch verhindern – mit einer Flyer-Aktion.

BerlinErst vor wenigen Tagen zeigte sich der Chef der Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke,  verärgert darüber, dass seine Partei in Umfragen so schlecht dasteht. Im Interview mit dem Handelsblatt sprach er davon, dass die Forschungsinstitute den Spielraum der statistischen Analyse nutzten, „um uns kleinzurechnen“. Offenbar, so Lucke, weil sie ihre Hauptauftraggeber, die etablierten Parteien, nicht verärgern wollten. Forsa und Allensbach wiesen das zurück. Inzwischen hat sich der Wind sowieso gedreht – zu Gunsten der AfD.

In dem am Mittwoch veröffentlichten Wahltrend für „Stern“ und RTL steigerte sich die eurokritische Partei auf 4 Prozent und damit auf den bislang besten Wert in dieser von Forsa erstellten Erhebung. Bei Allensbach verharrt die AfD allerdings bei drei Prozent verharrt. Lucke hält sogar deutlich mehr an Wählerzustimmung für möglich. Er habe „auf sieben Prozent getippt“, sagte der AfD-Chef. Im Übrigen habe er  „eindeutige Hinweise von Mitarbeitern der Wahlforscher“, dass seine Partei in den Rohdaten „deutlich über fünf Prozent“ liege.

Kommt es so, wie von Lucke erhofft, könnten die etablierten Parteien ein dickes Problem bekommen. Am ehesten wohl Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Denn ungewiss ist nach wie vor, ob die FDP den Wiedereinzug in den Bundestag schafft. Laut Wahltrend liegt die schwarz-gelbe Koalition mit zusammen 45 Prozent zweieinhalb Wochen vor der Bundestagswahl noch knapp vor dem Oppositionslager, das auf 43 Prozent kommt. Die Union rutschte um einen Punkt auf 40 Prozent, die FDP verharrt bei 5 Prozent.

Neben der AfD kann auch SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück zulegen. Das TV-Duell mit der Kanzlerin hat ihm offenbar genutzt. Die SPD gewinnt im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt hinzu und kommt auf 23 Prozent. Am Tag nach dem Duell haben sich demnach sich sogar 24 Prozent der Befragten für die SPD entschieden. Die Grünen kommen hingegen wie in der Vorwoche auf 11 Prozent, die Linke fällt um einen Punkt auf 9 Prozent.

Nun kommt es darauf an, wer am besten Wähler mobilisieren kann. Die AfD kämpft hier an diversen Fronten – nicht nur mit Wahlveranstaltungen, Podiumsdiskussionen und Fernsehauftritten ihres Frontmannes Lucke. Die Partei mischt sich auch täglich mit Pressemitteilungen über den Textservice der Nachrichtenagentur dpa in aktuelle politische Debatten ein. Allerdings weht der AfD auch ein heftiger Wind entgegen.

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