Vorkasse-Verfahren geplant
Koalitionäre wollen „Prepaid-Karten“ für Strom

Die große schwarz-rote Verhandlungsrunde soll das erste Megathema besiegeln: Korrekturen bei der Energiewende, um die Strompreise zu zügeln. Diskutiert wird der Plan, Stromkontingente auf „Prepaid-Karten“ zu laden.
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BerlinUm die wachsende Zahl von Stromsperren einzudämmen, planen Union und SPD für den Verbrauch „Prepaid-Karten“ wie beim Handy. So bekämen die Versorger ihr Geld und die Verbraucher müssten nicht auf Strom verzichten, sagte die CDU-Politikerin Mechthild Heil der „Saarbrücker Zeitung“. Sie leitet für die Union die Arbeitsgruppe Verbraucherschutz in den Koalitionsverhandlungen. Der Chefunterhändler der SPD-Seite, Ulrich Kelber, sagte, Kunden würden dann „achtsamer und sparsamer mit ihrem Verbrauch umgehen“.

Nach Informationen der Zeitung ist geplant, dass die Verbraucher Stromkontingente auf „Prepaid-Karten“ laden oder ihr Guthaben online beziehen können. Das Vorkasse-Verfahren solle verhindern, dass sich Monat für Monat Stromschulden auftürmten, die dann zur Sperre und noch höheren Kosten führten. Die Energieversorger sollen dem Bericht zufolge dazu verpflichtet werden, ihre Stromzähler umzurüsten. Laut Heil sei dafür eine Frist von zehn Jahren vorstellbar.

Knapp drei Wochen nach Beginn der Verhandlungen über eine große Koalition wollen Union und SPD an diesem Montag in Berlin weitere wichtige Entscheidungen besiegeln. Im Fokus steht eine Vorlage der Arbeitsgruppe Energie für eine bezahlbare Gestaltung der Energiewende. Besonders die Förderung der Windenergie soll deutlich gesenkt und die Zahl neuer Windparks in Nord- und Ostsee bis 2030 entgegen der bisherigen Planungen fast halbiert werden.

CDU-Vize Armin Laschet bezeichnete die Pläne als „großen Wurf“. „Unser Ziel war es, die Kostenexplosion in den Griff zu bekommen. Das haben wir erreicht“, sagte Laschet der „Rheinischen Post“. Niedersachsens SPD-Ministerpräsident Stephan Weil sagte der „Nordwest-Zeitung“, er sei zufrieden „unter den gegebenen Umständen“. „Die Vereinbarung gibt wichtige Leitplanken.“

Die Grünen warfen Union und SPD hingegen vor, den Ausbau der erneuerbaren Energien abzuwürgen. „Union und SPD wollen offenbar die Atomkraftwerke durch klimazerstörende Kohlekraftwerke ersetzen. Da wird der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben“, sagte Fraktionschef Anton Hofreiter den „Ruhr Nachrichten“.

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„Energiewende deutlich an Fahrt verlieren“

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  • Hallo Karl, es gibt wirklich keine bessere Medizin als lachen.

    Alles Nachdenken über deren Ideen...muss zwangsläufig zu Ignoranz oder Wut führen. Sie können Ihr Abzocksystem nicht mehr nachvollziehbar erklären. Der Strom wird im Großhandel immer billiger, da funktioniert der Markt. Am Stromzähler immer teurer...da gibt es offensichtlich keinen Markt, also Preisdiktat. Selbsterzeugung und Eigenverbrauch soll jetzt auch besteuert werden, sagt der Herr Altmaier. Deshalb sollen die gut funktionierenden alten Zähler raus, neues Abhörgerät, sorry Zählwerk, rein. Gleich mit Vorkasseoption, am Besten gleich mit RFID-Chip, dann muss nicht nochmal nachgerüstet werden....

    Auch über ein baldiges komplettes Verbot von Eigenstromerzeugung würde Ich mich nicht wundern.

    Weisse Bescheid, sagt Horst Schlämmer.

  • das war Westerwelle !

  • Zähler haben eine eichfrist die endet nach zehn jahren! weg damit und neues her
    kostet aber etwas mehr
    Wie wäre es denn mit intelligenten zählern
    nachtstrom:
    oder gar anschluss an die strombörse:
    kocht dann die hartzIV mutter zwischen 2 + 4 uhr nachts
    Accusladen für die taschenlampen der kleinen auch dann
    weil sie da an der börse ein kontingent von 10 KW zum minus NUlltarif kaufen konnte?
    müssen vermieter die wohnungen zukünftig mit stromspeicher ausrüsten

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