Vorkasse-Verfahren geplant

Koalitionäre wollen „Prepaid-Karten“ für Strom

Die große schwarz-rote Verhandlungsrunde soll das erste Megathema besiegeln: Korrekturen bei der Energiewende, um die Strompreise zu zügeln. Diskutiert wird der Plan, Stromkontingente auf „Prepaid-Karten“ zu laden.
Update: 11.11.2013 - 07:00 Uhr 67 Kommentare

Union und SPD einigen sich bei der Energiewende

BerlinUm die wachsende Zahl von Stromsperren einzudämmen, planen Union und SPD für den Verbrauch „Prepaid-Karten“ wie beim Handy. So bekämen die Versorger ihr Geld und die Verbraucher müssten nicht auf Strom verzichten, sagte die CDU-Politikerin Mechthild Heil der „Saarbrücker Zeitung“. Sie leitet für die Union die Arbeitsgruppe Verbraucherschutz in den Koalitionsverhandlungen. Der Chefunterhändler der SPD-Seite, Ulrich Kelber, sagte, Kunden würden dann „achtsamer und sparsamer mit ihrem Verbrauch umgehen“.

Nach Informationen der Zeitung ist geplant, dass die Verbraucher Stromkontingente auf „Prepaid-Karten“ laden oder ihr Guthaben online beziehen können. Das Vorkasse-Verfahren solle verhindern, dass sich Monat für Monat Stromschulden auftürmten, die dann zur Sperre und noch höheren Kosten führten. Die Energieversorger sollen dem Bericht zufolge dazu verpflichtet werden, ihre Stromzähler umzurüsten. Laut Heil sei dafür eine Frist von zehn Jahren vorstellbar.

Knapp drei Wochen nach Beginn der Verhandlungen über eine große Koalition wollen Union und SPD an diesem Montag in Berlin weitere wichtige Entscheidungen besiegeln. Im Fokus steht eine Vorlage der Arbeitsgruppe Energie für eine bezahlbare Gestaltung der Energiewende. Besonders die Förderung der Windenergie soll deutlich gesenkt und die Zahl neuer Windparks in Nord- und Ostsee bis 2030 entgegen der bisherigen Planungen fast halbiert werden.

CDU-Vize Armin Laschet bezeichnete die Pläne als „großen Wurf“. „Unser Ziel war es, die Kostenexplosion in den Griff zu bekommen. Das haben wir erreicht“, sagte Laschet der „Rheinischen Post“. Niedersachsens SPD-Ministerpräsident Stephan Weil sagte der „Nordwest-Zeitung“, er sei zufrieden „unter den gegebenen Umständen“. „Die Vereinbarung gibt wichtige Leitplanken.“

Die Grünen warfen Union und SPD hingegen vor, den Ausbau der erneuerbaren Energien abzuwürgen. „Union und SPD wollen offenbar die Atomkraftwerke durch klimazerstörende Kohlekraftwerke ersetzen. Da wird der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben“, sagte Fraktionschef Anton Hofreiter den „Ruhr Nachrichten“.

„Energiewende deutlich an Fahrt verlieren“
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Vorkasse-Verfahren geplant - Koalitionäre wollen „Prepaid-Karten“ für Strom

67 Kommentare zu "Vorkasse-Verfahren geplant: Koalitionäre wollen „Prepaid-Karten“ für Strom"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Hallo Karl, es gibt wirklich keine bessere Medizin als lachen.

    Alles Nachdenken über deren Ideen...muss zwangsläufig zu Ignoranz oder Wut führen. Sie können Ihr Abzocksystem nicht mehr nachvollziehbar erklären. Der Strom wird im Großhandel immer billiger, da funktioniert der Markt. Am Stromzähler immer teurer...da gibt es offensichtlich keinen Markt, also Preisdiktat. Selbsterzeugung und Eigenverbrauch soll jetzt auch besteuert werden, sagt der Herr Altmaier. Deshalb sollen die gut funktionierenden alten Zähler raus, neues Abhörgerät, sorry Zählwerk, rein. Gleich mit Vorkasseoption, am Besten gleich mit RFID-Chip, dann muss nicht nochmal nachgerüstet werden....

    Auch über ein baldiges komplettes Verbot von Eigenstromerzeugung würde Ich mich nicht wundern.

    Weisse Bescheid, sagt Horst Schlämmer.

  • das war Westerwelle !

  • Zähler haben eine eichfrist die endet nach zehn jahren! weg damit und neues her
    kostet aber etwas mehr
    Wie wäre es denn mit intelligenten zählern
    nachtstrom:
    oder gar anschluss an die strombörse:
    kocht dann die hartzIV mutter zwischen 2 + 4 uhr nachts
    Accusladen für die taschenlampen der kleinen auch dann
    weil sie da an der börse ein kontingent von 10 KW zum minus NUlltarif kaufen konnte?
    müssen vermieter die wohnungen zukünftig mit stromspeicher ausrüsten

  • Ich frage mich wirklich was für Geistesblitze Politik machen. Kein Wunder kommt nur Murks zustande wenn völlig ahnungslose Menschen wie Frau Heil meinen, sie müssen was für die Allgemeinheit regeln.

    - solche Stromzähler werden schon seit mindestens 15 Jahren eingesetzt!
    - Es reicht solche Zähler bei säumigen Kunden einzubauen.
    Oder soll das die Allgemeinheit bezahlen, Millionen von Zähler zu wechseln?
    - Wer kein Geld für Strom hat, wird vermutlich auch kein Internet haben.

    Ich habe gehört dass es eine 30 Köpfige EU- Arbeitsgruppe gibt, dort will man das Rad erfinden und erforderliche Regeln beschließen. ;-)

    Politik ist lustiger als Monty Python :-)

  • Schröder beschimpfte die Arbeitslosen mal als Schmarotzer.
    Das hat er nur verwechselt, denke ich, denn die größten Schmarotzer sind unsere Politiker.
    Merkel schmeißt das Geld mit vollen Händen raus. Wie der Strom ist auch das Benzin mit zig Steuern belegt.
    Subventionen gibt sie auch uferlos.
    Viele Dinge zahlen wir doppelt oder gar dreifach.
    Und die Diäten für die nichtsnutzigen Politiker werden nach Bildung der GroKo ganz sicher auch wieder angehoben

  • Ein solcher Satz isn Zynismus nicht mehr zu überbieten, als ließen diee Leute ihren Herd den ganzen Tag an odr sonst etwas.
    Unsere Politiker sind nur noch Lumpen, anders kann man es nicht sagen

  • Wolfsfreund
    volle Zustimmung zu Ihrem Beitrag.
    Ich sehe das alles schon länger serh kritisch.
    Die DDR hat uns übernommen.
    Entweder wir egreifen das bald, oder wir landen in der 3. Diktatur

  • wieder mal so ein dummer vorschlage
    kann nur von den begrünten roten kommen
    Kostet wieder viel Geld für nichts siehe gesundheitskarte Prostituierten-Gesetz und andere mehr
    "So bekämen die Versorger ihr Geld und die Verbraucher müssten nicht auf Strom verzichten, sagte die CDU-Politikerin Mechthild Heil der „Saarbrücker Zeitung“.
    das die Leute das Geld haben müssen scheint denen abgegangen zu sein
    da nützt auch keine "Pre" also im Klartext "Vorauszahlung" es beliebt also beim Problem aber es wird noch komplizierter und wer freut sich die Stromzählerhersteller die elektroinstall. usw und wer bezahlt die?
    sind die denn alle balabla
    "Der Chefunterhändler der SPD-Seite, Ulrich Kelber, sagte, Kunden würden dann „achtsamer und sparsamer mit ihrem Verbrauch umgehen“."
    die sind soweit weg von dem Bürger die verstehen es nicht mehr und von Ursache und Wirkung schon gar nicht!!

  • Die Planwirtschaft steht doch schon längst vor der Türe. Und den Sozialismus haben wir schon längst. Der Deutsche hat es nur noch nicht begriffen. Aber er hat ja auch die Sozialisten von CDU und SPD gewählt....

  • Die Politik kuriert IMMER NUR NOCH an den Symptomen, aber nicht mehr an den Ursachen.
    Beispiel: Stromversorgung: Künstliche Verteuerung des Stroms zur Generierung von Steuern und Abgaben (Kaufkraftentzug als Ziel). Marktwirtschaftliche Lösung: Zulassung von Markt und Wettbewerb im Strommarkt, freie Wahl des Bürgers hinsichtlich der Strombezugsquelle . Lösung unserer Planwirtschaftspolitiker: Zwangsbezug und Zwangszahlung, keine Wahl. Folge: Strom als Luxusgut, Gefährdung des Industriestandortes. Kein Strombezug für die einkommensschwächsten Haushalte.

    Mietpreisbremse, Mindestlohn, CO2-Ausstoß von Autos, Glühlampenverordnung, Duschköpfe, Klospülung, Gurkenkrümmung.....Den Sozialismus in seinem Lauf....

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%