Wagenknechts Ex-Mann
Niemeyer wehrt sich gegen Kumpanei-Vorwurf

Der Ex-Mann von Sahra Wagenknecht und Bundestagskandidat der Linken Ralph Niemeyer erwägt rechtliche Schritte gegen die „Welt am Sonntag“. Das Blatt hatte von linker Vetternwirtschaft zugunsten des 43-Jährigen berichtet.
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Ralph T. Niemeyer beantwortet die Frage, schon bevor sie gestellt wird: „Ich bekomme hier heute kein Honorar. Mir werden lediglich die Fahrtkosten in Höhe von 80 Euro erstattet. Und das, soweit ich weiß, von der Partei und nicht von der Fraktion“, sagt der Bundestagskandidat für die Linken und Ex-Ehemann von Vorzeige-Kommunistin Sahra Wagenknecht im Gespräch mit Handelsblatt Online.

Der Neu-Politiker hat allen Grund, sein Engagement bei der Wahlkampfveranstaltung von Linken-Bundestagsabgeordneten Kathrin Vogler am Montag ins für ihn rechte Licht zu rücken. Denn der 43-Jährige hat, so berichtete die „Welt am Sonntag“ am Tag zuvor, über Monate hinweg Aufträge von der Fraktion erhalten, dessen stellvertretende Vorsitzende die Frau ist, mit der er bis März 2013 verheiratet gewesen war.

Am Montag soll er allerdings nur als Dokumentarfilmer auftreten. Sein Film „Das Märchen der Deutschen“ zu sozialer Ungerechtigkeit in der Bundesrepublik soll bei Voglers Veranstaltung im nordrhein-westfälischen Ibbenbüren gezeigt werden. Dort soll er im Anschluss mit den Bürgern diskutieren. Es ist längst nicht das erste Engagement von Niemeyer für die Linken.

So schloss die Fraktion nach Recherchen der „Welt am Sonntag“ mit Niemeyer am 31. Januar 2013 einen Werkvertrag für einen früheren Film in Höhe von 3000 Euro ab, der von der angestellten Fraktionsgeschäftsführerin Ruth Kampa unterzeichnet wurde. Laut Kontoauszügen habe ihm die Fraktion, mehrere Abgeordnete sowie die parteinahe Rosa-Luxemburg-Stiftung zwischen Februar 2012 und Mai 2013 insgesamt 20.413,20 Euro überwiesen.

Dass er und Wagenknecht zum Zeitpunkt des Abschlusses zumindest des jüngsten Honorarvertrags noch verheiratet waren, räumt Niemeyer gegenüber Handelsblatt Online ein. „Aber wir hatten immer Gütertrennung vereinbart. Tisch und Bett getrennt“, sagt er. Rechtlich gesehen ist für Niemeyer damit die Kuh vom Eis.

Denn die Beschäftigung von Ehepartnern, auch ehemaligen, ist etwa für Mitglieder des Bundestags zwar per Gesetz untersagt. Auf Bundesebene – anders als in Bayern – gilt dies allerdings nicht für den Fall, dass etwa ein Ehemann statt von seiner Frau durch andere Abgeordnete beschäftigt wird, wie es im Fall Niemeyer der Fall war.

Allein: Die Sache hat ein Geschmäckle. Besonders für die linken Genossen im Freistaat, die nach der Verwandtenaffäre, in die zum Großteil CSU-Abgeordnete verwickelt waren, noch mit dem Slogan „garantiert amigofrei“ werben. Niemeyer tritt für die Linken für den Wahlkreis 26 in Niedersachsen (Friesland, Wilhelmshaven, Wittmund) an.

Kommentare zu " Wagenknechts Ex-Mann: Niemeyer wehrt sich gegen Kumpanei-Vorwurf"

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  • Eigentlich bin ich der Linken zugetan, weil sie jetzt die bessere SPD ist. Die SPD hat leider ihre einstigen Stammwähler vergessen und der CDU angepasst.
    Gysi kämpft für die Partei aber Leute wie Niemeyer und Wagenknecht machen alles kapput. Schickt sie zum Teufel !

  • Wie heißt der Wahlslogan der Linke:
    "Teilen macht Spaß ...." - vor allem für diejenigen, die nichts haben!

    Verstehe ohnehin nicht, weshalb die Linken als Nachfolgepartei der SED bei uns eine deratige Medienpräsenz erhalten? Dann kann ich auch gleich die NPD als salonfähig betrachten!

  • Merke:
    Wer stets JURISTISCH denkt und droht, ist meist kein ehrenwerter Mensch...

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