Wahlarena
Bürger fragen Merkel

Endspurt im Wahlkampf: Am Abend stellt sich Bundeskanzlerin Angela Merkel Fragen, die nicht von Journalisten, sondern von Bürgern kommen. Am Mittwoch steigt Herausforderer Peer Steinbrück in die ARD-Wahlarena.
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Mönchengladbach/DüsseldorfJetzt geht's an die Basis: Angela Merkel stellt sich in Mönchengladbach bei der „ARD-Wahlarena“ am Abend den Fragen der Wähler. Nach dem TV-Duell mit Journalisten als Fragesteller und diversen Wahlveranstaltungen mit markigen Reden sind es jetzt die Bürger, die ihre Fragen an die Kanzlerin richten dürfen. Der Großteil der Zuschauer wurde vom Meinungsforschungsinstitut „Infratest Dimap“ ausgewählt, um einen Querschnitt der Bevölkerung abzubilden. Der andere Teil musste sich zuvor mit einer Frage bewerben.

Insgesamt dürfen 200 Wähler die CDU-Vorsitzende befragen. Dabei geht es insbesondere um die Themen Arbeit, Gesundheit und Energie. Am Mittwoch wagt sich der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück in die Arena.

Seit 2005 existiert das Format in Deutschland. Ursprünglich kommt es aus den USA nach dem Vorbild der „Town Hall Meetings“, eine Zusammenkunft von Politikern und Bürgern, bei der die potenziellen Wähler Fragen, auch per Twitter an die Politiker richten. US-Präsident Barack Obama hat dieses Event vor allem für seinen Wahlkampf genutzt.

Merkel steht zum dritten Mal in der Arena. Ihre bisherigen Kontrahenten, Gerhard Schröder und Frank-Walter Steinmeier, waren ihr später bei der Wahl immer unterlegen. Auch wenn die Kanzlerin nicht gerade mit rhetorischen Glanzleistungen gepunktet hat – im Wahlkampf ist sie zuhause. Jetzt will Steinbrück angreifen. Zum direkten Aufeinandertreffen der Konkurrenten ums Kanzleramt kommt es aber nicht.

Nach Angaben des Berliner Politikwissenschaftlers Oskar Niedermayer wissen noch etwa 40 Prozent der Wähler nicht, wo sie ihr Kreuz machen. Insbesondere die letzten Tage vor der Wahl seien entscheidend, sagt er. „Die Stammwähler sind mittlerweile in der Minderheit. Die Wähler sind nicht mehr langfristig gebunden, der Wahlkampf hat eine ganz andere Bedeutung“, sagt Niedermayer. Und damit auch Veranstaltungen wie die Wahlarena.

Bei jungen Erwachsenen ist der Trend ebenso deutlich sichtbar: Jeder dritte 18- bis 29-Jährige weiß noch nicht, wen er oder sie wählt. 33 Prozent der jungen Wähler wollen sich laut ARD-Deutschland Trend erst kurz vor der Wahl festlegen.

75 Minuten haben beide Kandidaten Zeit, für sich zu werben. Ab 20.15 Uhr wird die die ARD-Wahlarena live übertragen. WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn moderiert gemeinsam mit Andreas Cichowicz, dem Chefredakteur des NDR. Handelsblatt Online berichtet Dienstagmorgen über die Ergebnisse der Fragestunde.

Raphael Moritz ist Handelsblatt Online Mitarbeiter.
Raphael Moritz
Handelsblatt / Freier Journalist

Kommentare zu " Wahlarena: Bürger fragen Merkel"

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  • darf ich hier eine andere Umfrage einstellen. Ja, klar, nicht repräsentativ. Ist ja nur einen Umfrage.
    http://www.freiewelt.net/nachricht/enormer-facebook-zuwachs-fur-die-afd-10009831/

  • Mag sein, dass ich naiv bin - OK. Frau Merkel hat ja nun die verlogene Demokratie der DDR kennengelernt. Wie hinter dem Rücken der Bürger die Mauer gebaut wurde, wie Traditionen klein gehalten wurden. Z.B. Konfirmationswillige Familien wurden regelrecht psychologisch bekriegt! Und wie die Gleichschaltung der menschen die Leistungsunwilligkeit=Armut beginnt. Jeder, der was gegen das System sagte, wurde als "Klassenfeind" betrachtet und, je nach Ausmaß, sogar beobachtet.
    Wie kann sie, Frau Merkel, die Kanzlerin sein, die sie ist? Schämt sie sich nicht? Nachts werden da mit den EU Freunden deutsche Rechte abgeschafft. Muslimische Mitarbeiter gehören zum Bild in einer christlichen Partei??? Wie das? Das negiert sich doch, oder?
    Die Wahlkampfarena war gestellt und ausgewählte Leute sollten keinen Ärger machen.
    Schlechte Argumente z.B. beim Thema Homosexuelle und Adotion. "Ich tu mich da schwer!" sagte sie, statt zu sagen: "Ich fördere die klassische Familie." Die traditionelle deutsche Familie hat ja nun gar keine Lobby mehr, oder?
    Das ganze Bild beginnt zu wanken - das muss geändert werden.

    Oh, nun wurde es hier lang, aber viele teilen sicher meine innere Flut der verzweifelten Fragen und der Wut! Logisch, dass ich der AfD eine Chance gebe.

  • ..game over,der euro wird in absehbarer zeit mit mehr oder weniger grossen getoese zu grabe getragen,weil aus der eu- waehrungsunion eine schulden-inflationsunion geworden ist,die zwangsvereindten suedeuropaeische pleite eu-mitglieder-laender sind ja taeglich in deutschland beim schaeuble auf betteltour!!

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