Wahltrend
Rot-Grün verliert den Anschluss

Die SPD steht in einer Umfrage weiterhin bei ihrem Jahrestief von 22 Prozent. Damit kommt Rot-Grün zusammen auf 37 Prozent – weniger als die Union. Die Meinungsforscher halten eine Trendwende für unwahrscheinlich.
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BerlinDie schwarz-gelbe Koalition hat nach der aktuellen Umfrage für den stern-RTL-Wahltrend zum zweiten Mal in Folge einen hauchdünnen Vorsprung in der Wählergunst vor SPD, Grünen und Linken. Eine Wechselstimmung gebe es in der Bevölkerung nicht: Nur acht Prozent trauten der SPD zu, die Probleme des Landes zu lösen.

Die Union steige im Vergleich zur Vorwoche um einen Punkt auf 41 Prozent, die FDP falle um einen Punkt auf 5 Prozent, teilte der „Stern“ am Mittwoch mit. Beide zusammen erzielten damit erneut 46 Prozent.

Die Oppositionsparteien liegen demnach weiter bei 45 Prozent: Die SPD verharrt in ihrem Jahrestief von 22 Prozent. Unverändert entfallen auf die Grünen 15 Prozent und auf die Linke 8 Prozent. Sonstigen Parteien wollten 9 Prozent der Wähler ihre Stimme geben, darunter je 2 Prozent den Piraten und der Alternative für Deutschland.

Leicht verbessern konnte sich das Ansehen von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. Könnten die Deutschen ihren Regierungschef direkt wählen, würden sich 20 Prozent für Steinbrück entscheiden, plus 2 Punkte im Vergleich zur Vorwoche. Doch 57 Prozent (minus 1) ziehen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) vor. 23 Prozent wollen keinen von beiden als Kanzler sehen.

Forsa-Chef Manfred Güllner sagte dem „stern“, es werde immer unwahrscheinlicher, dass es bei der Wahl im September für Rot-Grün reichen könnte. In der Bevölkerung herrsche keine Wechselstimmung. So würden lediglich acht Prozent der Deutschen sagen, die SPD könnte am ehesten die Probleme in Deutschland lösen – dies sei ihr geringster Wert seit zwei Jahren. 34 Prozent jedoch trauten dies der Union zu.

Das geringe Vertrauen in die Fähigkeiten der SPD zeigt auch eine „stern“-Umfrage zum Kompetenzteam der Partei. Nur 12 Prozent der befragten Bürger gaben an, von irgendeinem Mitglied oder gar mehreren davon schon einmal gehört zu haben. Gerade mal je 4 Prozent sind die Schweriner Sozialministerin Manuela Schwesig und Gewerkschaftsboss Klaus Wiesehügel bekannt. Die Frage, ob sie mit den Namen Christiane Krajewski (Bereich Wirtschaft), Yasemin Karakasoglu (Bildung und Wissenschaft) oder Oliver Scheytt (Kunst und Kultur) etwas anfangen können, bejahten nur je 1 Prozent der Befragten.

Das Forsa-Institut befragte für den Wahltrend im Auftrag des Magazins „stern“ und des Fernsehsenders RTL 2502 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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