Wahlwerbespots
Merkel und sonst nichts

Nie war mehr Visionslosigkeit im TV-Spot: Die beiden großen Parteien haben ihre Wahlwerbeclips vorstellt. Während die SPD den Normalo ans Rednerpult stellt, setzt die CDU ganz auf Angela Merkel in Großaufnahme.
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DüsseldorfMan kann der CDU nicht vorwerfen, sich beim Flaggschiff der Wahlkampfwerbung – dem TV-Spot – zu weit aus dem Fenster zu lehnen. Die Unionsparteien setzen in dem am Donnerstagmittag präsentiertem Clip wie im gesamten Wahlkampf einzig und allein auf die Kanzlerin und auf ihren erhofften Amtsbonus beim Volk.

Entsprechend minimalistisch ist das Video aufgezogen. Merkel im roten Blazer auf schwarzer Coach erinnert daran, wie sie Deutschland durch allzu schwieriges Fahrwasser gesteuert hat – und dabei erfolgreich war. „Als Kanzlerin treffe ich Entscheidungen für unser Land“, sagt sie in staatsmännischer Pose.

Und fügt hinzu: „Das Richtige ist nicht immer, was am lautesten gefordert wird. Das Richtige ist, was am Ende den Menschen hilft.“ Dass das mit Merkel als Kanzlerin und der schwarzgelben Regierung gelungen sei, auch das packt Merkel in schöne Worte. „Eine starke Wirtschaft, mehr Menschen in Beschäftigung als je zuvor – das ist keine Selbstverständlichkeit. Das haben wir gemeinsam geschafft.“

Meist ist die Kamera frontal auf die Kanzlerin gerichtet. Abwechslung Fehlanzeige. Es irritiert die etwas seltsam anmutende, unruhige Kameraführung. Sie ist das einzige, was in dem Spot überrascht. Hin und wieder wird die Kanzlerin auch nah herangezoomt, mal im Profil und mit dem Blick in die Ferne gerichtet gezeigt, so als suche sie dort nach neuen politischen Visionen. Gefunden hat sie offenbar keine. Zumindest mag sie die in dem Spot nicht verraten.

Mithilfe einschläfernder Hintergrundmusik kann die CDU/CSU mit Fug und Recht darauf hoffen, dass der Wähler am Ende des Eineinhalbminüters weggedämmert ist und einfach aus dem heimelig wohligen Gefühl des Spots heraus, dass „Mutti“ es schon wieder richten wird, am 22. September beim „Kanzlerwahlverein“ seine Kreuzchen macht.

Noch nicht mal in dem Wahlwerbespot macht sich die CDU die Mühe, so etwas wie einen großen Plan zu entwerfen. Sei er auch nur einer für das Wahlkampfgetöse. Nie hat Visionslosigkeit besser funktioniert als in diesem Wahlkampfclip.

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Merkel und sonst nichts

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Mutlosigkeit am roten Rednerpult

Kommentare zu " Wahlwerbespots: Merkel und sonst nichts"

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  • Werte Frau Merkel!!!
    Ihr Wahlspot im Fernsehen ist erste Klasse.
    Deutschland steht heute gut da, mehr Leute in Beschäftigung als je zuvor???
    Sie müßten das eigentlich besser wissen, in DDR Zeiten waren alle in Beschäftigung aber nicht für Sklavenlöhne wie heut zu Tage.
    Sie will ein Land wo die, die was leisten belohnt werden?
    Das heißt in ihren Augen leisten all die Leute nichts, die für unter 7€ arbeiten gehen müssen (dank der Harz Gesetze). Die Leute die eigentlich ein Produkt (welches man anfassen kann) mit ihrer Hände Arbeit erschaffen, die Leute die eigentlich das Bruttosozialprodukt erarbeiten, die Leute die Ihre Steuern bezahlen, wovon sie eigentlich lebt, und ihre Diäten jedes Jahr auffüllt!
    Also ich finde diesen Wahlspot die Krönung der Verhöhnung. Dumpinglöhne von 1,70€ in diesem Land aber Hauptsache in Arbeit, damit die Statistiken stimmen. Und die Großen machen sich immer mehr die Taschen voll, schaffen ihr Geld ins Ausland und werden nicht mal bestraft dafür, wenn sie sich selber anzeigen und das gilt immer noch nach ca. 5 Jahren. Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander.
    Sie will ein gerechtes Deutschland, damit hätte sie schon lang mal anfangen müssen in ihrer Kanzlerzeit. NEIN DANKE !!! Bei mir, hat sie diese Chance verspielt.

  • volle Zustimmung:



    Wir fordern eine geordnete Auflösung des Euro-Währungsgebietes. Deutschland braucht den Euro nicht. Anderen Ländern schadet der Euro.

    Wir fordern die Wiedereinführung nationaler Währungen oder die Schaffung kleinerer und stabilerer Währungsverbünde. Die Wiedereinführung der DM darf kein Tabu sein.

    Wir fordern eine Änderung der Europäischen Verträge, um jedem Staat ein Ausscheiden aus dem Euro zu ermöglichen. Jedes Volk muss demokratisch über seine Währung entscheiden dürfen.

    Wir fordern, dass Deutschland dieses Austrittsrecht aus dem Euro erzwingt, indem es weitere Hilfskredite des ESM mit seinem Veto blockiert.

    Wir fordern, dass die Kosten der sogenannten Rettungspolitik nicht vom Steuerzahler getragen werden. Banken, Hedge-Fonds und private Großanleger sind die Nutznießer dieser Politik. Sie müssen zuerst dafür geradestehen.

    Wir fordern, dass hoffnungslos überschuldete Staaten wie Griechenland durch einen Schuldenschnitt entschuldet werden.

    In der Schuldenkrise müssen Banken ihre Verluste selbst tragen oder zu Lasten ihrer privaten Großgläubiger stabilisiert werden

    Wir fordern ein sofortiges Verbot des Ankaufs von Schrottpapieren durch die Europäische Zentralbank. Inflation darf nicht die Ersparnisse der Bürger aufzehren.

  • Wenn ich diese verlogene Fresse schon sehe...

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