Bundestagswahl 2017 AfD will Merkel das Direktmandat abnehmen

Im vorpommerschen Wahlkreis von Kanzlerin Merkel schickt die Landes-AfD ihren Frontmann Holm ins Rennen ums Direktmandat. Doch ist das Vorhaben überhaupt realistisch?
1 Kommentar
Der AfD-Landesvorsitzende von Mecklenburg-Vorpommern will bei der Bundestagswahl als Direktkandidat im Wahlkreis von Bundeskanzlerin Merkel antreten. Quelle: dpa
Leif-Erik Holm

Der AfD-Landesvorsitzende von Mecklenburg-Vorpommern will bei der Bundestagswahl als Direktkandidat im Wahlkreis von Bundeskanzlerin Merkel antreten.

(Foto: dpa)

StralsundEs blitzt herausfordernd in seinen Augen: Klar doch, es sei machbar, Angela Merkel das Direktmandat für die Bundestagswahl abzujagen. „Merkel hat mit ihrer Politik auf ganzer Linie versagt“, sagt der AfD-Landeschef von Mecklenburg-Vorpommern, Leif-Erik Holm. Im Staccato jagt der 46-Jährige durch Flüchtlingspolitik, Banken-Krise und Energiepolitik der Kanzlerin. Holm, ein ehemaliger Radiomoderator, gibt sich dabei pointiert kritisch, aber moderat. Scharfe Rechtsaußen-Töne - wie vom Thüringer Parteikollegen Björn Höcke - waren von ihm bislang nicht zu hören.

Am Sonntag hat ihn die AfD von Mecklenburg-Vorpommern für das Rennen um das Direktmandat in Merkels Wahlkreis 15 nominiert, der die Insel Rügen und die Region um die Städte Stralsund und Greifswald umfasst. „Wir wollen Merkel aus ihrem Wahlkreis politisch vertreiben“, sagt Holm. „Wir werden hier nicht kleckern, sondern klotzen.“ Die Bundes-AfD sei sich der Bedeutung dieses Wahlkreises bewusst.

Ein Sieg Holms im angestammten Wahlkreis der Kanzlerin hätte nach Einschätzung der Partei mehr als nur Symbolwert: „Er würde zu einem Rücktritt von Merkel führen müssen“, glaubt Holms Amtskollege, Co-Landessprecher Bernhard Wild. „Eine Wahlschlappe würden Merkels Gegner aus den eigenen Reihen genüsslich aufgreifen.“

Seit 1990 hat Merkel das Direktmandat geholt. Bei der letzten Bundestagswahl vereinte sie 56,2 Prozent der Erstwählerstimmen auf sich. Die Kanzlerin kennt die Region an der Ostsee, kann mit einem Landwirt über die Fruchtfolge auf dem Acker ebenso fachsimpeln wie mit einem Fischer über Fangquoten, wie selbst politische Konkurrenten einräumen.

Der Rostocker Politologe Martin Koschkar ist deshalb skeptisch, dass es der AfD gelingen wird, Merkel den Wahlkreis streitig zu machen - trotz des starken AfD-Ergebnisses bei der Landtagswahl, wo sie mit 20,8 Prozent das zweitbeste Ergebnis nach der SPD einfuhr und noch vor der CDU landete. „Solche Äußerungen sind eine facettenreiche Form der Mobilisierung von potenziellen Wählern“, sagt Koschkar zu den vollmundigen Tönen, der Kanzlerin den Wahlkreis abzunehmen.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Der Rückhalt für die CDU bröckelt
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Bundestagswahl 2017 - AfD will Merkel das Direktmandat abnehmen

1 Kommentar zu "Bundestagswahl 2017: AfD will Merkel das Direktmandat abnehmen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Alles was hilft, Frau Merkel zu vertreiben ist richtig! Wie kann eine deutsche, christliche Politikerin, Kanzlerin dafür sein: Armut für Deutsche, Weg mit dem Christentum, Gewissenlos für den Islam eintreten, unbezahlbare Energie usw..

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%