Bundestagswahl 2017
Wer aus der SPD könnte Kanzler?

Sie halten sich bedeckt, wiegeln ab, geben sich uninteressiert am wichtigsten Amt der Republik. Noch. Denn die Kanzlerdebatte in der SPD gewinnt an Fahrt. Wer könnte Gabriel gefährlich werden? Ein Tauglichkeits-Check.
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Berlin, DüsseldorfDie Seitenhiebe, die Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) und nur eine Woche später die Juso-Vorsitzende Johanna Uekermann dem SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel verpassten, sorgen in der Partei für heftigen Streit. Eine Urabstimmung für die Wahl des Bundeskanzlerkandidaten steht zur Debatte. Aber die SPD scheint führungslos, und die Anwärter für eine Kanzlerkandidatur zur Wahl 2017 sind rar gesät.

Gabriel kann sich dem Rückhalt seiner Partei nicht hundertprozentig sicher sein. Immer mal wieder tauchen andere Namen auf: Mal wurde in den Medien Olaf Scholz, Erster Bürgermeister in Hamburg, genannt oder auch Martin Schulz, der Präsident des Europaparlaments.

Aber wer wird wirklich als Kanzlerkandidat der SPD gehandelt und wie stehen die Chancen bei einer Wahl gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel? Handelsblatt Online hat den Tauglichkeitstest gemacht.

Sigmar Gabriel

Als SPD-Vorsitzender ist er natürlich der „geborene“ Spitzenkandidat. Seit 2009 ist er Chef der Partei, mit der er aber nie so richtig warm geworden ist. Er steht für die Hinwendung der Sozialdemokraten zur „leistungsbereiten Mitte der Gesellschaft“ und will die SPD nicht länger als „Sozialamt der Republik“ verortet sehen.

Obwohl es ein ungeschriebenes Gesetz gibt, dass der Parteivorsitzende den Erstanspruch auf die Kanzlerkandidatur hat, lehnte Gabriel schon einmal dankend ab und ließ Peer Steinbrück bei der jüngsten Bundestagswahl den Vortritt. Sollte Juso-Chefin Johanna Uekermann allerdings Erfolg mit ihrer Forderung nach einer Urabstimmung für den Kanzlerkandidaten haben, könnte es knapp werden für den Wirtschaftsminister.

Fazit: Gabriel kann, muss und wird wohl antreten. Seine Kanzlerkandidatur genießt allerdings unter SPD-Mitgliedern derzeit keine große Zustimmung. Nur eine Minderheit von 35 Prozent ist laut stern-RTL-Wahltrend von Forsa der Ansicht, dass der Bundeswirtschaftsminister der geeignete Kandidat für die Bundestagswahl 2017 wäre. Gewinnen wird die SPD die Bundestagswahl laut Politikwissenschaftlern zwar nicht, aber Gabriel müsse trotzdem in den sauren Apfel beißen. „Man muss auch mal verlieren können, um zu gewinnen. Siehe Willy Brandt und Helmut Kohl“, sagt Ulrich von Alemann, Politikwissenschaftler an der Universität Düsseldorf.

Kommentare zu " Bundestagswahl 2017: Wer aus der SPD könnte Kanzler?"

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  • Mal abgesehen davon dass ich weder das eine noch andere tue - können Sie mich auch widerlegen, OHNE persönlich zu werden?

  • Am besten wäre es für Deutschland, wenn die SPD unter die 5-Prozent-Marke fiele.

  • Steinmeier u. Schulz ... der Witz ist gut!!

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