Bundestagswahl
Linke will Spitzenkandidatur im Hinterzimmer klären

Eine Urwahl wie bei den Grünen gibt es nicht: Linke-Chef Bernd Riexinger meint, seine Partei sei bei Personaldebatten ein „gebranntes Kind“. Deshalb soll die Spitzenkandidatur im kleinen Kreis geklärt werden.
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BerlinDie Linke will die Frage der Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl innerhalb der engen Parteiführung klären. Parteichefin Katja Kipping sagte am Montag in Berlin, sie und ihr Ko-Vorsitzender Bernd Riexinger hätten den Führungsgremien der Linken aus Bund und Ländern bei einem Treffen am Wochenende zwar angeboten, die Sache in größerer Runde zu beraten. Das sei aber abgelehnt worden - aus Angst vor Durchstechereien an die Medien.

Riexinger sagte: „Die Partei ist ein gebranntes Kind in der Frage der Personaldiskussionen.“ Kipping und Riexinger wollen nun selbst einen Personalvorschlag machen.

Eine Mitgliederbefragung zur Spitzenkandidatur wird es nach Einschätzung von Kipping nicht geben. Sie selbst habe zwar große Sympathien für solche basisdemokratischen Elemente, räumte die Linke-Vorsitzende ein. In der Partei sei der Wunsch danach aber sehr begrenzt. „Insofern ist es auch nicht basisdemokratisch, wenn wir so etwas aufzwingen.“

Zu möglichen Namen oder zur Festlegung auf einen oder mehrere Kandidaten äußerten sich die Parteichefs nicht. „Wir erwägen verschiedene Konstellationen“, sagte Kipping. Derzeit liefen die Meinungsbildung und die Gespräche mit verschiedenen Beteiligten.

Auch der Zeitplan für die Klärung der Kandidatenfrage ist nicht ganz klar. Bislang sei das Vorhaben gewesen, nach der Landtagswahl in Niedersachsen am 20. Januar einen Vorschlag zu machen, sagte Kipping. „Gegenwärtig können wir noch nicht sagen: Wir werden das auf jeden Fall vorziehen.“

Die Spitze der Bundespartei war am Wochenende im thüringischen Elgersburg zu Beratungen mit den Landesvorsitzenden und Fraktionschefs zusammengekommen. Dort ging es auch um die Aufstellung für die Bundestagswahl.

Als Spitzenkandidaten sind bisher nur Fraktionschef Gregor Gysi und seine Stellvertreterin Sahra Wagenknecht im Gespräch. Eine männliche Doppelspitze wie beim letzten Wahlkampf aus Gysi und Ex-Parteichef Oskar Lafontaine hat Kipping ausgeschlossen.

 
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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