Bundestagswahl
Schröder setzt die Zielmarke auf 38 Prozent

Bundeskanzler Gerhard Schröder bläst nach dem deutlichen Stimmungsaufschwung für seine Partie nach dem TV-Duell zum Endspurt: Er sei zuversichtlich, dass für die Sozialdemokraten in den kommenden zehn Tagen noch Punkte dazu kämen - und nennt ein vor wenigen Tagen noch völlig unrealistisches klares Ziel. Union und FDP sind sich dagegen ihrer Sache weiter so sicher, dass schon einmal munter die Regierungsposten verplant werden.

HB BERLIN. Nach einem deutlichen Umfrage-Plus für seine Partei gab der Kanzler am Mittwoch in n-tv mit Blick auf eine Forsa-Umfrage, wonach die SPD um drei Punkte auf 34 % zulegte, 38 % der Stimmen als Zielmarke für die Bundestagswahl aus. Union und FDP hatten laut Forsa nach dem TV-Duell von Schröder und seiner Herausforderin Angela Merkel (CDU) erstmals seit Wochen ihre Mehrheit in der Wählergunst verloren.

Schröder sagte, mit einem Ergebnis von etwa 38 % werde man in etwa das SPD-Resultat bei der letzten Wahl vor drei Jahren von 38,5 % erreichen. Dann könne man die Regierungsarbeit auch fortsetzen. Auf die Frage, woher die SPD diese Stimmen holen wolle, sagte er: "Egal wo sie herkommen." Schröder zeigte sich verwundert, dass Union und FDP schon jetzt die Wahl für gelaufen hielten. "So etwas zahlt sich nicht aus", betonte er.

Union und FDP sind dwerweil weiter im Siegestaumel und planen schon eifrig die Regierung. Laut CSU-Vize Horst Seehofer ist alles ganz klar: Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) bleibt auch nach der Bundestagswahl Regierungschef in München. Auch die Verteilung der Ministerposten für Äußeres, Finanzen und Gesundheit sei bei einem schwarz-gelben Wahlsieg bereits sicher.

Außenminister werde in diesem Fall der derzeitige FDP-Fraktionschef Wolfgang Gerhardt, sagte Seehofer. "Das kann man ihm nicht mehr nehmen." Die Übernahme des Finanzressorts durch den parteilosen Steuerexperten Paul Kirchhof sei ebenfalls gewiss. "Der ist nicht nur ein Platzhalter", sagte Seehofer. Zudem sei er sicher, dass die im Wahlkampfteam der Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel für Familie und Gesundheit zuständige Ursula von der Leyen (CDU) das entsprechende Ressort leiten werde.

Auch FDP-Parteichef Westerwelle stimmte in den Chor ein: Im Falle eines Wahlsieges will er nach Informationen des "Stern" Justizminister werden. Neben dem Außenministerium für Gerhrad erhebte er zudem Anspruch auf das Wirtschaftsministerium. Seine Personalvorschläge wolle Westerwelle beim FDP-Parteitag am kommenden Sonntag präzisieren.

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