Bundestagswahl
Schulz-Hoch durch Nicht-Wähler

Vor der anstehenden Bundestagswahl haben sich die Präferenzen von Nicht-Wählern deutlich verschoben – das zeigen aktuelle Umfrageergebnisse. Während die AfD an Zulauf verliert, wandern umso mehr Wähler zur SPD.
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BerlinVorherige Nicht-Wähler könnten einer Umfrage zufolge zur entscheidenden Größe bei den kommenden Bundestagswahlen werden. Jeder fünfte aktuelle SPD-Unterstützer war 2013 noch Nicht-Wähler, aber nur jeder zehnte aktuelle Unionswähler ging vor vier Jahren nicht zur Wahl, wie aus jüngsten Erhebungen des Instituts Insa für „Bild“ (Vorabbericht aus der Montagausgabe) hervorgeht. Erhielt die AfD bei den Landtagswahlen im vergangenen Jahr den größten Zulauf aus dem Lager der Nicht-Wähler, so ging deren Anteil demnach bei den aktuellen AfD-Unterstützern in den vergangenen 14 Tagen um rund 40 Prozent zurück.

Der Anteil der Nichtwähler von 2013, die aktuell für die CDU/CSU stimmen wollen, ist der Umfrage zufolge in den vergangenen zwei Wochen um 30 Prozent gesunken. Dagegen sei der Anteil der Nichtwähler von 2013, die aktuell für die SPD stimmen wollen, in diesem Zeitraum um rund 70 Prozent gestiegen.

Bei der Online-Erhebung wird immer auch das Wahlverhalten bei den zurückliegenden Wahlen abgefragt, um die Wählerwanderungen rekonstruieren zu können. Die Stichprobe der Umfragen liegt jeweils bei gut 2000 Befragten.

Seit der Festlegung auf den früheren EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz als Kanzlerkandidat hat die SPD in Umfragen ihren Rückstand auf die Union deutlich verringert, in einer Erhebung liegt sie sogar vorn. Im direkten Vergleich mit Kanzlerin Angela Merkel hat Schulz zurzeit in den meisten Umfragen die Nase vorn.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bundestagswahl: Schulz-Hoch durch Nicht-Wähler"

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  • ...
    Wer diese Art von Wahlkampf führt, hat wohl schon aufgegeben, mit politischen Inhalten Punkten zu wollen. Er muß sich darüberhinaus vorwerfen lassen, die Politikverdrossenheit weiter zu fördern.

    "... Die Kommentare anderer Leute:
    teils Verschwörer der übelsten Sorte,
    teils dumpfbackige, hirnlose Beute
    einer versponnenen, verbohrten Kohorte...."

    http://youtu.be/sBom50KrkBk

    Viel Spaß beim Anhören.

  • @G. Nampf
    Dann wählen Sie halt gar nicht oder wählen die Merkel. Es liegt nicht an Höcke, dass diese Land, unserer Gesellschaft vor die Hunde geht! Danke!

  • Mit Dossiers gewinnt man keine aufgeklärten Wähler:
    Die Union hat, was sie aus der Vergangenheit besonders gut kann, Dossiers über Schulz erstellen lassen:
    Einmal im Europaparlament durch ihr CDU-Vorstandsmitglied Reul über Martin Schulz' Amtsführung als EU-Parlamentspräsident. Möglicherweise ist er dabei von der Strauß-Tochter und jetziger Europa-Parlamentarierin Holmeier unterstützt worden. Denn sie hat sich in München einen besonderen Namen gemacht, als sie über CSU-Parteimitglieder Dossiers angefertigt hatte. Als das aufgeflogen war, hat man sie - in alter CSU-Manier - nicht vollständig aus der Politik entsorgt, sondern in das Europa-Parlament abgeschoben, wo man jetzt möglicherweise auf ihre "Dossier-Expertise" zurückgegriffen hat.
    Zum anderen kreist ein von sogenannten Unions-Strategen erstelltes Dossier in der Unions-Fraktion und im Bundesvorstand, das stärker auf die Persönlichkeit von Martin Schulz fokussiert sein soll.
    Aus bisherigen Erfahrungen dienen Unions-Dossiers insbesondere zur Desavouierung von politischen Gegnern. Von den einschlägigen Medien wird das gierig aufgegriffen. Der Focus tut sich hier besonders hervor: er ist mittlerweile zum Kampfblatt der Union mutiert.
    Zu den Inhalten der Unions-Dossiers läßt sich feststellen: Kein Vergleich ist zu abgeschmackt, keine Beleidigung zu infam, keine Lüge zu dreist, keine Behauptung zu falsch, kein Gerücht zu weit hergeholt, als dass diese nicht unter das Volk gebracht werden wollen: erbarmungswürdig, um es mit den Worten von Herrn Schäuble auszudrücken.
    Und die Union hatte noch kürzlich über ein Fairnessabkommen für den Wahlkampf schwadroniert: entlarvend!
    Scholz und seiner SPD wird es damit leicht gemacht: sie müssen nur auf diese Schmutzwerfer zeigen, um sie zu entlarven.
    Die Union glaubt, indem sie ihren Daumen für Scholz grobschlächtig nach unten zeigt, hätte sie die Grundlagen für ihren Wahlsieg gelegt. Wenn sich im Herbst nur nicht herausstellt, dass dies der Daumen eines Däumlings war!
    ...

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