Bundestagswahl
SPD hat zu viel, FDP zu wenig Personal

Während die SPD nach der Wahlschlappe nicht weiß, wohin mit den Ex-Abgeordneten und ihren Mitarbeitern, sucht die FDP händeringend geeignetes Personal. Über die Folgen der Bundestagswahl für Lebensläufe und Karrierepläne von jungen Politikern.
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So ist das mit den Parteibüchern: Mal hat man das richtige, mal das falsche. Etliche SPD-Mitarbeiter müssen sich beruflich umorientieren. Die FDP hat hingegen Probleme, genug qualifizierte Leute aufzutreiben. Auf Spurensuche in zwei Parteien, die nach der Wahl mit äußerst unterschiedlichen Problemen zu kämpfen haben.

Sozialdemokraten auf Jobsuche

BERLIN. Nina Hauer ist auf Jobsuche. Am Sonntag hat die 41-jährige Finanzexpertin ihr Bundestagsmandat nicht wieder gewonnen. „Natürlich hätte ich gern weitergemacht, aber so sind nun einmal die Bedingungen“, sagt sie. Nach elf Jahren für die SPD im Finanzausschuss ist sie optimistisch, für Banken oder Unternehmen interessant zu sein. Dass die Sozialdemokraten für sie eine Anschlussbeschäftigung haben könnten – auf die Idee ist sie nicht gekommen. Wie andere jüngere Abgeordnete, die ihre Wiederwahl nicht schafften, hat sie den einst typischen Versorgungsposten gar nicht auf dem Schirm.

Die dramatische Wahlniederlage kostet bei der SPD so viele Menschen wie nie zuvor den Arbeitsplatz. 76 Ex-Abgeordnete mit zusammen 300 Mitarbeitern verlieren allein im Bundestag ihre Beschäftigung. Früher hätte sich die Partei gekümmert und viele irgendwo im Umfeld von Landesregierungen, etwa bei Förderbanken oder Stadtwerken, untergebracht. Doch diese Möglichkeit fehlt jetzt, weil die SPD lange vor der Bundestagswahl bereits viele Landtagswahlen verloren hatte und nur in sechs kleinen Ländern regiert. Gleichzeitig schließen in etlichen Landkreisen die Wahlkreisbüros: Dort, vor Ort, bräuchte die SPD eigentlich Leute – allerdings keine Staatssekretäre plus Stabsmitarbeiter, wie sie zum Monatsende scharenweise die Bundesministerien verlassen müssen.

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