Bundestagswahl
Umfrage: Wähler mit Wahlausgang zufrieden

Die Mehrheit der Bundesbürger ist mit dem Ausgang der Bundestagswahl zufrieden. Laut ZDF-"Politbarometer" rechnen 54 Prozent der Bürger auch nicht mit wesentlichen Änderungen in der Politik.
  • 0

HB MAINZ/BERLIN. Nur 34 Prozent erwarten, dass die sich abzeichnende schwarz-gelbe Regierung die anstehenden Probleme besser löst als die bisherige große Koalition, ergab die erste Umfrage nach dem Wahl-Sonntag, die am Freitag veröffentlicht wurde.

Eine Regierung aus CDU/CSU und FDP finden nach der Erhebung der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen unter 1326 Wahlberechtigten 46 Prozent gut und 33 Prozent schlecht (17 Prozent egal). Gut eine Woche vor der Wahl war Schwarz-Gelb noch umstritten: Da fanden eine solche Koalition nur 39 Prozent gut und 37 Prozent schlecht (20 Prozent egal). 39 Prozent erhoffen sich nun eine größere Kompetenz von Schwarz-Gelb bei der Bewältigung der Wirtschaftskrise, 47 Prozent gehen in diesem Punkt nicht von Änderungen aus. 51 Prozent gehen von einem unveränderten Maß sozialer Absicherung aus, 36 Prozent rechnen mit Abstrichen. An Steuererleichterungen für Arbeitnehmer glaubt eine deutliche Mehrheit von 69 Prozent nicht.

Bei der Sonntagsfrage kommt die Union jetzt auf 35 Prozent (Bundestagswahl: 33,8), die SPD auf 22 Prozent (23), die FDP auf 14 (14,6), die Linke auf 13 (11,9) und Bündnis90/Grüne auf elf Prozent (10,7).

Nach dem Absturz der SPD bei der Wahl meinen jetzt 57 Prozent, dass sich die SPD nach links entwickelt. 56 Prozent sind dagegen, dass die SPD stärker mit der Linken zusammenarbeit, 36 Prozent dafür. Bei den SPD-Anhängern ist der Abstand etwas geringer: 51 Prozent sind dagegen, 44 Prozent dafür.

Dass der bisherige Bundesumweltminister Sigmar Gabriel neuer SPD- Vorsitzender werden soll, finden 29 Prozent gut, 23 Prozent nicht, 39 Prozent ist das egal. Bei den SPD-Anhängern sind 40 Prozent für Gabriel, 26 gegen ihn, 26 Prozent ist es egal.

Die Liste der nach Meinung der Befragten wichtigsten Politiker führt weiterhin Bundeskanzlerin Angela Merkel an. Sie erreicht auf der Skala von plus fünf bis minus fünf den besten Durchschnittswert, der bisher für sie gemessen wurde: 2,6. Auf Platz zwei folgt der bisherige Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) mit 2,3. Mit deutlichem Abstand auf Platz drei kommt der scheidende Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) mit 1,5. Danach folgt der gescheiterte SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier mit nur noch 1,1 (vor der Wahl 1,5). FDP-Chef Guido Westerwelle verbessert sich von 0,5 auf 0,9.

Die Forschungsgruppe interviewte die Befragten vom 29. September bis 1. Oktober. Der Fehlerbereich der Umfrage beträgt bei einem Parteianteil von 40 Prozent etwa plus/minus drei Prozentpunkte und bei einem Parteianteil von zehn Prozent etwa plus/minus zwei Prozentpunkte.

Kommentare zu " Bundestagswahl: Umfrage: Wähler mit Wahlausgang zufrieden"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%