Bundestagswahl
So extrem sind die Kandidaten der AfD

Der Einzug der AfD in den Bundestag gilt als sicher. Doch wen genau will die Partei in den Bundestag schicken? Was fordern diese Menschen – und warum? Eine Dokumentation.
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Der Spitzenkandidat hält sich nicht mehr zurück. Auf einem AfD-Treffen erklärt er: Deutsche haben „das Recht, stolz zu sein auf Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen“. Doch was ist mit den Kandidaten, die weniger im Rampenlicht stehen als Alexander Gauland? Was sind das für Menschen, die diese Partei in den nächsten Bundestag schicken möchte? Wer sich auf Facebook mit ihnen anfreundet, ihre Posts und Kommentare liest, Aufzeichnungen ihrer Reden anhört, bekommt ein eindrückliches Bild.

Dubravko Mandic (geb. 1980, Rechtsanwalt)
Der Direktkandidat im Wahlkreis Tübingen sympathisiert mit der rechtsextremen Identitären Bewegung, schwärmt auf Facebook von einem „entstehenden rechtsradikalen Netzwerk zwischen AfD und Identitärer Bewegung“. Mandic glaubt, seine Partei unterscheide sich von der NPD „vornehmlich durch unser bürgerliches Unterstützerumfeld, nicht so sehr durch Inhalte“.

Hält Menschen, die die Forderung „Deutschland den Deutschen“ ablehnen, für Verräter. Fordert die Einführung des Straftatbestandes „Volksthumsleugnung“. Flüchtlingen zu helfen, ist für ihn nichts anderes als „moderner Reichsarbeitsdienst“. Behauptet, Deutschland stehe seit sieben Jahrzehnten unter „Besatzung durch die USA“. Nannte Barack Obama einen „Quotenneger“.

Thomas Seitz (geb. 1967, Staatsanwalt)
Direktkandidat im Wahlkreis Emmendingen-Lahr. Vor seinen Freunden auf Facebook nennt er Flüchtlinge „Migrassoren“, den Propheten Mohammed einen „sadistischen Blutsäufer und Kinderschänder“. Findet es richtig, „Menschen mit schwarzer Hautfarbe auch weiterhin Neger zu nennen“.

Benjamin Nolte (geb. 1982, Ingenieur)
Fiel 2009 bei einem bundesweiten Burschenschaftstreffen auf, als er einer gemäßigten Kölner Verbindung, die ein dunkelhäutiges Mitglied in ihren Reihen hatte, eine Banane schenkte. Wechselte später zur Burschenschaft Danubia, einer Verbindung, die vom bayerischen Verfassungsschutz als „rechtsextremistische Organisation“ eingestuft wird und mehrere NPD-Größen sowie den Holocaust-Leugner Horst Mahler zu Gast hatte. Kandidiert auf der Landesliste Bayern

Peter Boehringer (geb. 1969, Kaufmann und Autor)
Die Nummer zwei auf der Landesliste Bayern ist ein Freund von Verschwörungstheorien: glaubt an die Existenz geheimer, global operierender Eliten, die im Hintergrund an einer sogenannten „New World Order“ (NWO) arbeiten - einer neuen Weltordnung. Die Gesellschaft solle dabei so verändert werden, dass die Eliten sie besser kontrollieren können. Auf Facebook erklärt Boehringer, in Deutschland steuere die NWO bereits die Bundesregierung, habe aber auch die evangelische Kirche, die Bahn, die CSU, die Grünen in Baden-Württemberg, diverse Hilfsorganisationen sowie die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft infiltriert.

Die Vereinten Nationen werden laut Boehringer ebenfalls von der NWO gesteuert - dort seien allerdings auch die Freimaurer aktiv. Glaubt außerdem, die Flüchtlinge aus dem Nahen Osten seien Teil einer gesteuerten Invasion. Die Flüchtlinge würden für die Überfahrt nach Europa Geld erhalten, etwa aus Saudi-Arabien. Ziel sei, Europa zu islamisieren. Hat beim rechtslastigen Kopp-Verlag ein Buch veröffentlicht, verbreitet Beiträge der rechten „PI-News“.

Die meisten AfD-Hardliner, die ihr Gedankengut offen äußern, sind Männer. Viele fühlen sich der Pegida-Bewegung eng verbunden und versprechen, deren Stimme ins Parlament zu tragen. Manche treten bei den Protesten auch selbst als Redner auf.

Wilhelm von Gottberg (geb. 1940, Beamter im Ruhestand)
Nannte den Völkermord am europäischen Judentum in einem Essay im „Ostpreußenblatt“ ein „wirksames Instrument zur Kriminalisierung der Deutschen“. Stimmte einer Aussage des italienischen Neofaschisten Mario Consoli zu, wonach „immer mehr Staaten die jüdische ,Wahrheit über den Holocaust unter gesetzlichen Schutz“ stellten. Der Holocaust solle demnach „ein Mythos bleiben, ein Dogma, das jeder freien Geschichtsforschung entzogen bleibt“. In seiner Bewerbungsrede beim AfD-Parteitag im Februar forderte er, den „Kult mit der Schuld zu beenden“. Kandidiert auf der Landesliste Niedersachsen.

Thomas Göbel (geb. 1971, Maler- und Lackierermeister)
Glaubt, AfD und Pegida verfolgten die gleichen Ziele. Erklärte im Juni bei einem Pegida-Auftritt in Dresden, die deutsche Volksgemeinschaft sei krank und leide „unter einem Befall von Schmarotzern und Parasiten“, welche dem deutschen Volk „das Fleisch von den Knochen fressen“ wollten. Sagt, es werde auf die „historische Schuld“ der Deutschen gepocht, damit „diejenigen, die nichts erlitten haben, auch in Zukunft weiter abkassieren können von denen, die nichts verbrochen haben“.

Behauptet auf Facebook, die Bundesregierung hole Flüchtlinge absichtlich ins Land und setze sie als „Migrationswaffe“ ein, um eine „Vermischung“, „Umvolkung“ und letztlich den „Volkstod“ der Deutschen zu erreichen. Möchte jeden Bundestagsabgeordneten, der für die „Ehe für alle“ gestimmt hat, vor Gericht stellen lassen. Glaubt, die „Ehe für alle“ sei in Wahrheit gar nicht für Homosexuelle gemacht, sondern ein weiterer Schritt zur „Islamisierung des Landes“. Wahres Ziel sei die Legalisierung der Mehrfachehe, womöglich auch der Kinderehe, um es den muslimischen Flüchtlingen recht zu machen. Kandidiert auf der Landesliste Sachsen.

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  • Köstlich auch dieser Stefan Scheil. Nennt den deutschen Überfall auf Russland einen Präventivkrieg. Besonders witzig wird die braune Soße, wenn man sich vor Augen führt, dass solche Parteien auch noch vom Meisterstrategen Putin unterstützt werden. Nach dem hirnrissigen Motto: Nationalisten aller Länder vereinigt Euch!



    (Auch mit Kaczynski könnte dieser Bruder im Geiste bestimmt angeregt über die deutsch polnische Geschichte fachsimpeln.)

  • Dubravko Mandic könnte ziemlich schnell wieder seinen Bundestagsplatz leer räumen müssen, wegen verschiedener Delikte im rechtsradikalen Milieu. Er wird mit einigen Anzeigen rechnen müssen, die gute Aussicht haben, eine rechtskräftige Verurteilung nach sich zu ziehen.

  • Wenn man sich das intellektuelle Profil dieser Leute ansieht, versteht man plötzlich auch, wie die Kommentare zustande kommen, die hier von Leuten wie Marc Hoffmann und Herrn Spiegel abgelassen werden. Diese sonderbaren System-Abschaffungspläne kannte man früher nur von linken Spinnern. Bei den Rechten kommt dieser geballte Bullshit nun noch schlimmer und lautstärker (Trump!) daher. Gepaart mit den immensen Geldvermögen der rechten Eliten, bringt das eine beängstigende Wucht mit sich. Frau Weidel ist ja auch im Dienst der Allianz Invest, einer international agierenden Investment-Bank, welche man im Volksmund "Heuschrecke" nennt. das sind die wahren Feinde des arbeitenden Volkes. Revolution von oben. Und dann Steuern zahlen in der Schweiz.

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