Zum Bundestagswahl 2017 Special von Handelsblatt Online

Kämpferischer Martin Schulz
„Mich interessieren Golffahrer mehr als Golfspieler“

Merkel-Attacke, Managerschelte und Trump-Kritik: Beim Start seiner Wahlkampftour in Bremen teilt SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz kräftig aus. Von schlechten Umfragewerten will er nichts wissen.
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BremenMartin Schulz springt nicht einfach so auf die Bühne, um seine Wahlkampftour zu starten. Der SPD-Kanzlerkandidat bahnt sich zur Musik von Coldplay seinen Weg von hinten durch die Zuschauer, die sich am Montagabend auf dem Marktplatz in Bremen eingefunden haben.

Das Bad in der Menge sorgt natürlich für nette Bilder, die sogleich auf eine große Videoleinwand neben der Bühne übertragen werden: Schulz schüttelt Hände, bekommt Schulterklopfer und sogar Küsschen. Er gibt Autogramme und winkt. Zugleich soll sein Einmarsch wohl eine erste Botschaft an die Wähler senden: Ich bin einer von Euch.

Das zeigt sich auch, als Schulz endlich vorne angekommen ist. Er klettert nicht etwa nach oben auf die Bühne, auf der eben noch Bremens Bürgermeister Carsten Sieling und der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil als Einstimmung ihren Kanzlerkandidaten in höchsten Tönen gelobt haben. Schulz tritt an ein Rednerpult, das weiter unten bei den Zuschauern steht. „Auf Augenhöhe“ mit den Bürgern, nicht so „abgehoben“ wie Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf ihrer Bühne – so haben es sich die Parteistrategen überlegt.

„Wir starten hier in Bremen, in unserer sozialdemokratischen Hochburg, in die heiße Wahlkampfphase“, ruft Schulz. Und tatsächlich stellt die SPD in der Hansestadt seit Kriegsende ununterbrochen den Regierungschef. Kein Wunder also, dass hier die Wahlkampftour beginnt, die den SPD-Kanzlerkandidaten in den rund vier Wochen bis zur Bundestagswahl am 24. September mit 40 weiteren Auftritten quer durch die ganze Republik führen soll.

Der Druck auf Schulz ist groß. In den Umfragen liegt die SPD deutlich hinter der Union. Auch das mag der Grund sein, warum Schulz in Bremen sogleich voll auf Angriff schaltet. „Es geht nicht gerecht zu“, ruft Schulz in die Menge. In der Großen Koalition sei die SPD in vielen Fragen „auf den geschlossenen Widerstand des konservativen Blocks“ um Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer gestoßen – bei der Verschärfung der Mietpreisbremse etwa oder dem Rückkehrrecht von Teilzeit auf Vollzeit. „Die Union hat das verhindert und Angela Merkel ganz persönlich“, greift Schulz die Kanzlerin direkt an. „Deutschland kann mehr, wenn ein Sozialdemokrat Bundeskanzler ist.“

Da werden Plakate mit der Aufschrift „Zeit für mehr Gerechtigkeit“ oder „Jetzt ist Schulz“ in die Höhe gereckt. Doch es gibt auch Pfiffe und Buh-Rufe – wenn auch nicht so heftig wie bei Kanzlerin Merkel, die bereits in der Woche zuvor ihren Wahlkampfauftritt in Bremen hatte.

„Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten“, steht auf einem Plakat oder „Weg mit Hartz IV“. Pfiffe kommen von der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD), die mit ihren Bannern gegen „jede imperialistische Aggression“ demonstriert. Auch Anhänger der Satire-Partei „Die Partei“ von Martin Sonneborn rufen immer mal dazwischen.

Schulz nimmt es mit Humor. „Ich spendiere Dir ein Sprudel bei der Anstrengung“, ruft er einem Störer zu. Dann nimmt er sich wieder die Kanzlerin vor, die ihrerseits den Herausforderer kaum jemals namentlich nennt und allenfalls belächelt. „Der Wohlstand kommt nicht bei allen an“, kritisiert Schulz. Er werde es als Kanzler besser machen. „Nichts ist alternativlos, wie Angela Merkel es behauptet“, verkündet Schulz. Es gebe bei dieser Bundestagswahl klare Alternativen. Dann wendet sich Schulz direkt an die Jungen und Alten auf dem Platz.

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Kommentare zu " Kämpferischer Martin Schulz: „Mich interessieren Golffahrer mehr als Golfspieler“"

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  • "Der Wohlstand kommt nicht bei allen an", kritisierte Schulz.

    Das liegt daran, dass Deine Parteigenossen von der SPD, die im Aufsichtsrat von VW die Mehrheit stellen, Vorstandsgehälter, Boni, Millionenabfindungen nach nur wenigen Monat Arbeit, einfach abnicken.

    Mensch, Martin!

  • In Deutschland leben 500 000 Tausend Menschen mit Golfsocken auf der Strasse
    und nach 900 000 Tausend Flüchtlingen ohne Schufa , ohne polizeiliches Führungszeugnis , sollten auch diese armen Menschen eine zweite Chance
    haben, ohne auf die Vergangenheit zu achten.

    Aber wie ich immer sage: Die SPD taucht nur bis zum Rand der Sahne und nie
    bis zum Bodensatz!

  • Ja, Herr Narrog, dieser blöde, ökosozialistische Komplex, der dazu geführt hat, dass die Flüsse inzwischen wieder leidlich sauber sind, eine 40-Stunden-Woche und 4 Wochen Jahresurlaub zumindest im Groben die Regel sind, Arbeitsschutzmaßnahmen, Krankenversicherung für jeden - und die Armen Betriebe, die wegen den ganzen Auflagen überhaupt keine Gewinne mehr machen, um ihre aufgeblähten Management-Wasserköpfe zu bezahlen, die heute natürlich auch so viel schlechter dastehen als früher, die armen, unmotivierten Millionen-Geringverdiener...

    Und auch das Umlagesystem ist wunderbar, denn es ist ein ehrliches System. Sie können nur ausgeben, was Sie einnehmen. Hier und da ein bißchen Puffern, ggf. auch mal eine Untergrenze einziehen, aber alles in Maßen. Und es ist genug da. Würden alle einzahlen, erst recht. Sie glauben brav an ein Märchen, das Ihnen von sowohl CDU- als auch SPD-Regierungen der letzten 20 Jahre erzählt wurde. Herrn Schröder muss man gar nichts anrechnen, der Aufschwung war nicht sein Verdienst, sondern bereits im Gange, dazu gibt es inzwischen diverse Untersuchungen und Studien, google hilft.

    Kapitaldeckung funktioniert übrigens nur, wenn Sie andere Menschen auf diesem Wege (Investitionen ^^) ausbeuten können - entweder die Geringverdiener im eigenen Land oder besser noch die dritte Welt. Denken Sie mal drüber nach. Wenn Sie Ihre eigenen Zinsen erwirtschaften müssten, wäre das doch auch echt beschissen, oder? Da können Sie ja gleich in einem Umlagesystem den Produktivitätszuwachs mitnehmen...

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