Klimaschutz
Deutsche Wahlversprechen würden den Klimapakt brechen

Experten bemängeln, dass in keinem Bundestagswahlprogramm ausreichende Maßnahmen für den Klimaschutz zu finden sind. Die großen Parteien scheinen sich um die unbequeme Wahrheit zu drücken – aus Angst vor Wählerwut.
  • 1

Kiel Mit den Maßnahmen zum Klimaschutz in den Wahlprogrammen von CDU/CSU, SPD, FDP und Grünen können nach einer Analyse des Kielers Instituts für Weltwirtschaft (IfW) die Pariser Klimaziele nicht erreicht werden. Zwar bekennen sich alle dazu, den Anstieg der globalen Mitteltemperatur bis zum Jahr 2100 unter zwei Grad Celsius zu halten, erklärten die Umweltökonomen Christine Merk und Wilfried Rickels vom IfW am Donnerstag in Kiel. Die Parteien vermittelten aber den falschen Eindruck, das Klima-Ziel sei allein durch Einsparung von Treibhausgasen erreichbar.

Notwendig sei aber der Einsatz weiterer Technologien, die im Pariser Klimaschutzabkommen vorgesehen seien. In den Programmen der Parteien suche man vergeblich nach einem Bekenntnis zur negativen Emission. Die Experten verwiesen auf Technologien zum Entzug von Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosphäre und dessen Speicherung. Dazu gehört auch die von Umweltverbänden wegen Risiken abgelehnte CCS-Technologie (Carbon Capture and Storage) – die Verpressung und unterirdische Lagerung von CO2. Nach Ansicht von Greenpeace besteht die Gefahr von Leckagen der Speicherorte und der Versalzung des Grundwassers.

In Deutschland sei das Speichern von CO2, etwa im Erdreich, nach Protesten seit 2012 mit sehr strengen Auflagen verbunden, die wie ein Verbot wirkten, so die IfW-Experten. „Augenscheinlich aus Angst vor Stimmenverlust will bedauerlicherweise keine der vier großen Parteien den Wählern die Wahrheit zumuten“, sagte Rickels.

In den Berechnungen des Weltklimarats, die Grundlage des Pariser Vertrags sind, sei der Einsatz dieser Technologien bereits enthalten. „Ohne sie ist das 2-Grad-Ziel, geschweige denn das 1,5-Grad-Ziel, gar nicht einhaltbar“, betonte Rickels. „Alleine Strom aus erneuerbaren Energien zu erzeugen, reicht bei aber weitem nicht aus.“ Das Institut hat sich die Wahlprogramme von CDU/CSU, SPD, FDP und Grünen vorgenommen, weil es diese Parteien als „koalitionsrelevant“ einschätzt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Klimaschutz: Deutsche Wahlversprechen würden den Klimapakt brechen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Was spräche denn dagegen wenn all diejenigen die an die Ökoreligion glauben auf Automobile, geheizte Wohnungen, Elektritzität verzichten. Das schlösse die Politiker der Systemparteien Fr. Merkel, Herr Schulz und ihre roten, grünen und schwarzen Genossen mit ein. Diese könnten dann analog der Amish Poeple in den USA mit ihren Kutschen auf der Autobahn fahren. Fr. Merkel könnte mit der Gorch Fock zum Staatsbesuch zu Herrn Trump fahren.

    Das Ziel der Ökoreligion ist eine verarmte mittelalterliche Gesellschaft. Dazu werden dann Weltuntergangskatastrophen wie Waldsterben, Ozonloch, oder aktuell der "Klimawandel" bemüht um die Menschen (öko)religiös zu verängstigen und einzuschüchtern.

    Wenn man den führenden "Klimawissenschaftlern" folgt sollte es hierzulande keinen Schnee mehr geben (Mojib Latif 2009), das Polarmeer sollte schon eisfrei sein (Al Gore 2008) und es sollte eigentlich ohnehin zu spät sein die Welt zu retten (James Hansen 2009). Wenn man die Vorhersagen der vergangenen Jahre betrachtet ergibt sich eine Diskrepanz zur Realität. Wenn man die Hypothese vom "Klimawandel" analysiert stösst man auf Schwachstellen und Unstimmigkeiten der Hypothese. Auf Bürger für Technik, Die Schwachstellen der Hypothese vom „Klimawandel“, einfach googlen findet man eine Analyse meinerseits zu dieser sehr dürftigen Hypothese.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%