Bundestagswahlen
SPD-Mitglieder wollen Kanzlerkandidat selbst wählen

Der sozialdemokratische Kanzlerkandidat soll nach Auffassung einer großen Mehrheit der SPD-Anhänger von den Parteimitgliedern gewählt werden. 91 Prozent der SPD-Wähler sprachen sich in einer Umfrage für eine solche Urwahl aus. Nur neun Prozent plädierten dafür, die Entscheidung über die Kanzlerkandidatur dem Parteivorsitzenden Kurt Beck alleine zu überlassen.

HB BERLIN. Die Anhänger der SPD wollen einer Umfrage zufolge den nächsten Kanzlerkandidaten per Urwahl bestimmen lassen und diese Frage nicht allein ins Ermessen von Parteichef Kurt Beck stellen. 91 Prozent der SPD-Wähler sprachen sich nach der Emnid-Umfrage im Auftrag der „Bild am Sonntag“ dafür aus, dass die SPD-Mitglieder den Herausforderer von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bestimmen sollen. Nur 9 Prozent befürworteten eine Nominierung auf Vorschlag von Beck. Unter allen Befragten plädierten 87 Prozent für eine Urwahl der SPD- Basis.

Dagegen hatte Beck zuvor in der „Sächsischen Zeitung“ (Samstag) nochmals erklärt: „Ich habe eine klare Vorstellung, und werde sie zum richtigen Zeitpunkt im Herbst oder Anfang nächsten Jahres präsentieren. Mir geht es um den Erfolg der deutschen Sozialdemokratie.“ Zu den Qualifikationen, die ein Kanzlerkandidat mitbringen muss, sagte der SPD-Vorsitzende: „Er muss eine Regierung führen und verschiedene Interessen verbinden können. Persönliche Autorität und politische Erfahrung gehören natürlich genauso dazu.“

Der Göttinger Parteienforscher Prof. Peter Lösche sagte der „Bild am Sonntag“, bisher sei nicht klar, welchen Kanzlerkandidaten die SPD wolle. „Dieses Problem kann in Form einer Mitgliederbefragung gelöst werden. Der Nominierte hat den großen Vorteil, dass er einen hohen Grad an Legitimation besitzt und sich auf die Mitglieder berufen kann.“

Berlins SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzender Michael Müller forderte unterdessen die Bundespartei auf, Becks Kurs der Öffnung zur Linken mitzutragen. „Das Problem der SPD ist derzeit, dass zu viele Stimmen in der SPD glauben, sie könnten die Richtung vorgeben“, sagte Müller der Deutschen Presse-Agentur dpa. „Klar ist jedoch, dass der Parteivorsitzende und die Gremien über den Kurs entscheiden und nicht einzelne Personen, ob sie Stellvertreter sind oder nicht.“

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