Bundesverband der Banken rügt SPD-Kritik
Manager wollen Kanzler zur Rede stellen

Mehrere Manager wollen sich bei Kanzler Schröder über die "Heuschrecken"-Debatte beschweren.

HB BERLIN. Wie die „Welt am Sonntag“ berichtete, wollen die Beauftragten der Bundesregierung für Investitionen aus dem Ausland, Lufthansa-Aufsichtsrats-Chef Jürgen Weber, Siemens-Aufsichtsrats-Chef Heinrich von Pierer und Ex-Daimler- Manager Klaus Mangold, mit Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) die Folgen der Debatte diskutieren. Dabei sein sollen auch 20 Vertreter amerikanischer Firmen in Deutschland, darunter die Deutschland-Chefs von Ford und Motorola.

„Wir treffen uns am 1. Juni“, sagte Weber der Zeitung. Der Kanzler werde dann aus erster Hand erfahren, wie die Kapitalismus-Debatte auf das Ausland wirke. Er hoffe, „dass bei dem Gespräch etwas hängen bleibt“. Ein Regierungssprecher wollte den Termin nicht bestätigen.

Auch der Präsident des Bundesverbands deutscher Banken, Klaus- Peter Müller, rügte die Kapitalismuskritik der SPD. Die Sozialdemokraten sollten sich einen Satz aus dem Godesberger Programm der SPD ins Gedächtnis rufen: „Freier Wettbewerb und freie Unternehmerinitiative sind wichtige Elemente sozialdemokratischer Politik“, schrieb Müller in einem Beitrag für das Magazin „Focus“. Die soziale Marktwirtschaft werde nicht „das Opfer eines Raubtierkapitalismus“. Ebenso wenig sei sie aber „ein Wohlfühlbiotop für Menschen, die sich den veränderten Wettbewerbsbedingungen entziehen wollen“, betonte Müller.

Unterdessen kritisierte Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) die Kopplung von Managergehältern an Börsenkurse. „Es ist ein schlimmer Fehler, wenn sich Manager ausschließlich an Börsenkursen orientieren“, sagte Eichel der „Bild am Sonntag“. In der sozialen Marktwirtschaft müsse eine Unternehmen zuerst seine Kunden zufrieden stellen. „Dazu braucht man zufriedene Mitarbeiter, die am Unternehmensertrag ordentlich beteiligt sind“, sagte der Minister. „Wer stattdessen nur auf den nackten Gewinn schielt, der scheitert.“

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