Bundesverbraucherministerin
Aigner fordert mehr Transparenz bei Bankgebühren

„Mit versteckten Kosten muss Schluss sein“, so Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner. Sie macht sich für ein Vergleichsportal mit den Gebühren aller Banken stark und fordert mehr Transparenz für die Verbraucher.
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München/ BerlinBundesverbraucherministerin Ilse Aigner hat die Banken aufgefordert, ihre Gebühren im Internet vergleichbar zu machen. "Wenn es Banken und Sparkassen ernst meinen mit der Zusage von mehr Transparenz, können sie morgen schon den ersten Schritt machen und ihre Dispozinsen im Internet veröffentlichen", erklärte ihr Sprecher Holger Eichele am Sonntag.

Der Bundesverband deutscher Banken hatte sich aufgeschlossen gezeigt, die Kosten für die Dienstleistungen im Internet zu veröffentlichen. "Der Bankenverband steht dem Vorschlag der EU-Kommission, ein Vergleichsportal im Internet zu veröffentlichen, unvoreingenommen gegenüber", erklärte Verbandsgeschäftsführer Michael Kemmer. Er reagierte damit auf Aigner, die sich in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung" einen Vorstoß der EU-Kommission zueigen gemacht hatte. Voraussetzung für die Online-Veröffentlichung der Gebühren sei jedoch eine echte Vergleichbarkeit, sagte Kemmer. Jetzige Angebote seien mehr schlecht als recht.

Die EU-Kommission hatte im Mai ihre Vorschläge für günstigere und transparente Bankkonten veröffentlicht. Demnach sollte in jedem Mitgliedstaat mindestens eine Webseite eingerichtet werden, auf der die Gebühren für die am häufigsten angebotenen Dienste aufgelistet werden. Gemeinsame Standards sollten dabei die Vergleichbarkeit gewährleisten.

Als zweiten Schritt nach der Veröffentlichung der Dispozinsen sei ein Vergleichsportal nötig, in dem alle Kosten, Gebühren und Zinsen transparent gemacht werden sollten, forderte Aigners Sprecher. "Die Verbraucher müssen auf einen Blick erkennen können, was eine Bank bietet und was ihr Service kostet."

In Deutschland wird seit Jahren über die Überziehungszinsen gestritten. Im Oktober scheiterte ein Vorstoß zur gesetzlichen Deckelung im Bundesrat. Im Dezember meldeten Verbraucherschützer einen ersten Erfolg beim Kampf gegen überzogene Zinssätze. Demnach hatten bei einer Untersuchung der Zeitschrift "Finanztest" 150 von 350 überprüften Banken ihre Dispozinsen gesenkt. Das Blatt ermittelte Zinssätze zwischen unter fünf und über 14 Prozent. Aigner wertete den Test damals als gutes Signal und forderte die Institute auf, die Kosten für die Kontoüberziehung auf einen Blick auch im Internet transparent zu machen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Transparenz mag Sinn machen, die Fähigkeit pro Kunden - die fehlt noch immer.
    Die Kaupthing Bank konnte ohne rechtsgültigen Kontenabschluss Deutschland verlassen.
    Dies mit Billigung des Bundesfinanzministers, der Bundeskanzlerin, sowie der Aufsichtsbehörde.
    Die Sparer hatten das Nachsehen und haben sich daraufhin zusammen geschlossen. Es wurde das Kapital und der größte Teil dwer Zinsen bereits bezahlt, auch wenn z.B. die Bayerische Landesbank ihr Veto, gegen eine Auszahlung, erst nach einer politischen Intervention zurückzog.
    Bei der Zinszahlung mit IBAN und BIC gelten nach einer EU Verordnung inländische Kontengebühren (i.d.R. Null). Gleichwohl gibt es erneut Banken und Sparkassen die sich mit einem Abzug von fremdem Geld bedienen (erst sind es die Zahlungsbanken, dann geben sie als Empfängerbanken den selber gemachten Fehler zu).
    Sie die immer noch so dämlich oder geschieht die Befriedigung der eigenen Habgier auf höhere Weisung?!
    Das wäre ein lohnenswertes Feld für Frau Aigner.

  • Frau Ilse Aigner ist eine Frau, die von Wertpapieren und Sparen wenig Ahnung hat, aber davon viel!

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