Bundesversammlung hat entschieden
Thierse gegen Direktwahl des Bundespräsidenten

Gegen eine direkte Wahl des Staatsoberhauptes hat sich Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) zur Eröffnung der Bundesversammlung in Berlin ausgesprochen.

HB BERLIN. Eine direkte Wahl des Bundespräsidenten würde bei den Bürgern den Eindruck erwecken, dass dieser politische Machtbefugnisse habe, die das Grundgesetz gar nicht vorsehe, sagte Thierse am Sonntag in Berlin. „Ein Verfahren, dass derartige Missverständnisse produziert, kann man nach meiner Überzeugung nicht ohne weiteres befürworten.“ Thierse dankte in seiner kurzen Ansprache Bundespräsident Johannes Rau, dessen Nachfolger im Laufe des Nachmittags von der Bundesversammlung gewählt werden soll. Rau habe in seiner fünfjährigen Amtszeit deutlich gemacht, welche Bereicherung die Einheit und die europäische Integration für Deutschland darstelle.

Zuvor waren die Fraktionen der in der Bundesversammlung vertretenen Parteien noch einmal zusammengekommen. Die 622 Wählmänner- und Frauen von Union und FDP waren vollständig angetreten. Bei der SPD fehlte der Bundestagsabgeordnete Klaus Hagemann wegen einer schweren Krankheit. Für eine absolute Mehrheit in der Bundesversammlung genügen 603 Stimmen. Favorit für die Wahl ist der gemeinsame Kandidat von Union und FDP, der ehemalige IWF-Chef Horst Köhler. Für die SPD tritt die Direktorin der Europauniversität Frankfurt/Oder, Gesine Schwan, an.

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