Bundeswehr
1,5 Milliarden Euro für Auslandseinsätze

Die Auslandseinsätze der Bundeswehr haben im vergangenen Jahr rund 1,48 Milliarden Euro gekostet - 74 Millionen mehr als angedacht. Grund: Die Afghanistan-Mission ist weitaus teurer als geplant.
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BerlinDie Auslandseinsätze der Bundeswehr haben im vergangenen Jahr rund 1,48 Milliarden Euro und damit 74 Millionen mehr als geplant gekostet. Das berichtet die „Wirtschaftswoche“ unter Berufung auf einen Bericht des Verteidigungsministeriums. Demnach kostete der Afghanistan-Einsatz allein 1,28 Milliarden Euro. Mit weitem Abstand folgen die Missionen im Kosovo (68 Millionen Euro), vor der somalischen Küste (62 Millionen) und im Libanon (25 Millionen). Die SPD forderte unverzügliche Klarheit über den Afghanistan-Abzug der Bundeswehr.

Die Bundesregierung müsse dem Bundestag wenige Wochen vor dem Nato-Gipfel im Mai in Chicago endlich ihre Pläne offenlegen, sagte der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Rolf Mützenich, der dpa. Die widersprüchlichen Äußerungen von führenden Vertretern der schwarz-gelben Koalition dazu seien nicht länger hinnehmbar.

Das Parlament könne mit Recht verlangen, dass sowohl der Verteidigungs- als auch der Außenminister zum Abzug konkret Stellung nähmen. Beide dürften sich nicht weiter hinter nebulösen Auskünften verstecken. Die Regierung habe gegenüber dem Bundestag, der die Auslandseinsätze genehmigen müsse, eine umfassende Informationspflicht. „Durch das bisherige Vorgehen gefährdet sie völlig unnötig den bisher erzielten Konsens.“ Größte Kostentreiber des Einsatzes waren laut „Wirtschaftswoche“ die gestiegenen Treibstoffpreise. Hinzu kamen mehr Flüge zwischen der Heimat und dem Hindukusch sowie die große Menge an Kerosin für Awacs-Aufklärungsflugzeuge. Deutlich weniger Geld sei für die Position „Erhaltung von Wehrmaterial“ ausgegeben worden: Weil die Zahl der Strengstoffanschläge 2011 gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen sei, seien weniger Reparaturen angefallen. Auch für Baumaßnahmen in Afghanistan gab die Bundeswehr dem Bericht zufolge weniger Geld aus: Wegen der verschärften Sicherheitslage musste sie häufig Projekte unterbrechen.

Die ersten zehn Jahre des Afghanistan-Einsatzes haben nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) 17 Milliarden Euro gekostet. Das war dreimal so viel wie die von der Bundesregierung offiziell veranschlagten 5,5 Milliarden Euro. Sollte es wie geplant zu einem schrittweisen Abbau der Truppenstärke bis 2014 kommen, würden sich die Gesamtkosten nach Schätzung der Experten aus dem Herbst auf 22 Milliarden Euro summieren.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bundeswehr: 1,5 Milliarden Euro für Auslandseinsätze"

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  • Alle meine Vorredner haben in der Sache absolut Recht.

    Vergessen wir nicht, dass es Rot/Grün war welche den Afghanistaneinsatz gebilligt haben, denn der Haufen war damals an der Macht.

    In diesem Zusammenhang geht die saudämliche Aussage des Dummkopfes Struck in die Geschichtsbücher ein: Deutschland wird am Hindukusch verteidigt.

    Wetten, der Heini wusste damals bestimmt nicht wo der Hindukusch gelegen ist und ich bin davon überzeugt das ein großer Teil der "Volksvertreter" und den nicht auf einer Karte sofort zeigen kann.

    Und wie ist die Lage jetzt. Wenn Israel deutsche Soldaten für eine Aggression gegen den Iran anfordert, dass schreien die in Berlin. Wie viel braucht ihr?

    Die Nah- und Mittelost Politik der USA, der EU und Deutschlands wird in Israel und sonst nirgendwo formuliert.

  • Es ging bei diesem Einsatz, bei diesem Mitmachen doch nach dem Motto "hurra, wir sind wieder wer, wir spielen wieder Krieg"
    Ich seh Fischer noch mit stolzgeschwellter Brust, seine beiden Daumen unter der Weste (daran sieht man schon seine Nichtbildung) als er uns diesen Einsatz verkündete.
    Dann von Struck dieser blödsinnige Satz "Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt"
    Deutsche Soldaten sterben für nichts und wiedernichts, es ist nur erbärmlich

  • kfo-owl: Das wissen die Herrschaften längst. Aber Deutschland hat außenpolitisch immer noch Kolonialstatus und muss sich dem Diktat der USA unterwerfen. Deshalb könnenn wir uns über Afghanistan-Einsätze, Iranboykotte, Syrienboykotte, Raktenabwehrschirme das Maul fusselig reden. Es handelt sich hier um Tributzahlungen an die imperial Militärpolitik, von der immerhin ein nicht unerheblicher Teil unserer Industrie profitiert. Natürlich wird sich das alles rächen, aber da werden den Herrschaften neue Ausreden und Begründungen schnell einfallen.

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