Bundeswehr-Chefin von der Leyen
Rucksack statt Handtasche

Was für Deutschland ein Novum ist, kennen andere Länder längst: eine Frau an der Spitze des Verteidigungsministeriums. Ursula von der Leyen bekommt nun viele gut gemeinte Tipps – etwa von ihrer Amtskollegin aus Holland.
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BerlinDie erste deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wird es nach Ansicht ihrer niederländischen Amtskollegin in ihrem neuen Job nicht leicht haben. Generell werde eine Frau in diesem Job viel kritischer von den Medien beobachtet als ein Mann, sagte Jeanine Hennis-Plasschaert dem „Spiegel“. Und auch die männerdominierte Welt des Militärs müsse sich erst umstellen, sagte die 40-Jährige, die seit einem Jahr Verteidigungsministerin der Niederlande ist.

Ihr Adjutant, ein Marineinfanterist, habe es beispielsweise seltsam gefunden, „in der Öffentlichkeit meine Handtasche zu tragen“. Daraufhin habe sie sich einen kleinen Rucksack gekauft. „Damit kommen wir beide gut zurecht“, sagte die Ministerin. Der deutschen Amtskollegin riet sie, die besondere Beobachtung der Medien zu nutzen, um „den Streitkräften die Aufmerksamkeit zu verschaffen, die sie verdient haben, aber oft nicht bekommen“.

Was für Deutschland ein historisches Novum ist, haben zahlreiche andere europäische Staaten teils schon vor vielen Jahren erlebt: Mit der Übernahme des Verteidigungsministeriums steht von Leyen in einer ganzen Reihe von Chefinnen dieses Ressorts. Selbst bei den konservativen Parteien in Europa ist sie damit keine Vorreiterin.

So gilt die französische Konservative Michèle Alliot-Marie, die das Ressort in Paris in den Jahren 2002 bis 2007 leitete, als eine der bekanntesten Verteidigungsministerinnen der europäischen Geschichte. Für Aufsehen sorgte auch die Ernennung der spanischen Sozialistin Carme Chacón im Jahr 2008, die bei ihrem Amtsantritt im siebten Monat schwanger war.

Vorreiter mit einer Frau an der Spitze des Verteidigungsressorts war allerdings Finnland. Dort übernahm im Jahr 1990 Elisabeth Rehn von der schwedischen Minderheit das Ministerium und blieb fünf Jahre im Amt. Kurz nach ihr wurde die Konservative Anneli Taina Verteidigungsministerin und blieb es bis zum Jahr 1999. Im Nachbarland Schweden wurde im Jahr 2002 die Sozialdemokratin Leni Björklund für vier Jahre erste Ressortchefin. Weitere Frauen an der Spitze der Verteidigungsministerien gab es in den vergangenen Jahren zudem in Dänemark, Slowenien und Tschechien.

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  • Wie die SPD hat auch die Bundeswehr ständig neue Chefs.

    Es wird immer "Geschlossenheit" verlangt - heisst also - "Basis halts Maul".

    Jetzt Frau VdL als neues Mascottchen - die Generäle werdens überleben - freuen sich auf neue SM-Spiele mit ihrer "aufgestülpten Zivil-Führung", die eigentlich keine Ahnung hat vom Militär. Wenn die Bundeswehr als Berufs-Armee etwas taugen soll, muss man Drill, Disziplin, Gehorsamkeit durchsetzen - das passt absolut nicht zu Übertoleranz, Verständnis für alle und alles, Weicheierei mit ständigen Ausreden und sogenannter "Chancenlosigkeit".

    Bei der Bundeswehr prallen Gutdünker-Politik und Drill aufeinander.

  • " Neuer CDU-Generalsekretär Tauber gerät wegen Haltung zu Abtreibung unter Druck

    Der neue Generalsekretär der CDU, Peter Tauber, soll die CDU jünger und moderner machen. Doch seine Vergangenheit legt nahe, dass Tauber mit einem weitreichenden Abtreibungsverbot sympathisiert. Allein der Verdacht bringt die Partei in die Bredouille. ..."

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/cdu-generalsekretaer-peter-tauber-soll-abtreibungsgegner-sein-a-940359.html


    NA UND ? Wir brauchen Kinder in Deutschland, darum JA zum Leben. Das ist christlich und human. Was soll daran falsch sein ? Abtreibung wegen "zu früh" oder "zu anstrengend ein Kind zu haben" darf es nicht geben. Ein Kind ist keine Luxus-Investition sondern ein Geschenk des Lebens an das Leben.

    Recht auf Abtreibung und Recht auf Prostitution darauf kann man doch als Freiheits-Gewinn für Frauen nicht wirklich stolz sein, oder ?? Oder soll damit künstlich die Geburtenrate "gedrückt" werden ??

    Die Ideologen der sozialistischen Welt wollen die Geld-Macht, egal um welchen Preis. Goldman Sachs kassiert für alle Schulden die Zinsen und verdient dabei Riesengewinne. "EU in Brüssel" bekommt durch die Banken-Macht die Macht in Europa - nur darum geht es.

    Vernünftige Ökonomie hat keine Lobby mehr in den Köpfen der Ideologie von "Meeeehr Europa" - eigentlich ist das auch nur ein Kampfbegriff auf immer mehr Gier nach Macht, der Frau Merkel in deren Auftrag folgt.

    Die sogenannte "Besondere Verantwortung Deutschlands für Europa" bedeutet nichts anderes, als dass Deutschland in allen Belangen selbstlos zu agieren hat, damit "EU in Brüssel" mehr Macht bekommt. Wir werden zur Mülltonne in allen Fragen degradiert und unsere Regierenden befürworten das auch noch. Schuld-Kult auf allen GEZ-Kanälen, Politik die nicht an eigenen nationalen Interessen orientiert ist.

    "Irrationale Selbstlosigkeit" als "Unterwürfigkeits-Kult", bis die anderen Staaten Europas dann natürlich auf uns mit Verachtung runterschauen. Selbst-Erniedrigung.

  • Ob Mann oder Frau regiert bzw. leitet ist egal. Nicht egal ist, dass endlich Reformen umgesetzt werden!

    ...Reduzierung der BW auf eine kleine, schlagkräftige Berufsarmee

    ...maximal 20.000 Frauen und Männer als Berufssoldaten (keine Freiwilligen mehr)

    ...Reduzierung des Budgets auf die Hälfte

    ...Keine kostenlosen Dienstleistungen mehr für andere Weltmächte

    Hier kann Frau endlich zeigen, was sie kann.

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