Bundeswehr-Einsatz – ein Gastkommentar
Warum die deutsche Hilfe für Frankreich ein Fehler ist

Obwohl Paris in der Flüchtlingskrise Deutschland im Regen stehen lässt, steht Kanzlerin Merkel im Kampf gegen den IS Gewehr bei Fuß. Und das, obwohl die Bundeswehr für derartige Operationen nicht gerüstet ist.
  • 15

BerlinIm Verhältnis zu Frankreich hat die Bundesregierung vollständig den Kompass verloren. Dass in Frankreich die Arbeitslosigkeit auf eine neue Rekordmarke von 3,59 Millionen gerückt ist, obschon die Pariser Wirtschafts- und Finanzministerien seit Monaten die Trendwende herbeizureden versuchen, schert den französischen Staatspräsidenten François Hollande kaum. Er hofft, dass aufgrund der grässlichen Attentate im Herzen von Paris sich die Nation um ihn sammelt und vergisst, was die Zahlen unwiderleglich darlegen: Das Scheitern seiner Wirtschafts- und Finanzpolitik.

Kaum war der Schreck über die Opferzahlen bei den mörderischen Anschlägen verklungen, machte sich Hollande, dessen Mandat von wachsendem Machtverfall und Misstrauen der französischen Bevölkerung ihm gegenüber gekennzeichnet ist, auf den Weg zu den Großen der Welt. Er wollte beweisen, dass sich die Welt nunmehr um Frankreich schart, um das islamische Kalifat zu vernichten.

Hatte doch Frankreich ganz alleine – über die Luftschläge der Vereinigten Staaten berichtet die französische Presse kaum – heroisch diesen Krieg geführt und nunmehr den Preis in Gestalt von vielen zivilen Opfern hierfür bezahlt. Nun sei der Moment gekommen, nicht nur mit Kremlchef Wladimir Putin, US-Präsident Barack Obama und gegebenenfalls der britische Premier David Cameron den Führungsanspruch Frankreichs beim Kampf gegen den IS zu bekräftigen, sondern auch von Deutschland Tribut zu fordern.

Jener Herr, der angesichts der Flüchtlingsflut, die täglich circa 7000 Menschen aus den Mittelmeeranrainerländern oder Staaten wie Afghanistan und Sudan nach Deutschland spült, sich „solidarisch“ bereit erklärt hatte, einige hundert, vielleicht sogar eintausend in Frankreich aufzunehmen, fordert nun imperativ von Deutschland eine militärische Infrastruktur, um den französischen Sieg über IS zu erringen.

Die Bundesregierung, obschon vertreten durch eine einsatzunwillige Verteidigungsministerin, die sehr wohl weiß, dass die Bundeswehr für derartige Operationen nicht gerüstet ist, steht Gewehr bei Fuß. Frau Merkel verkündet gehorsam, dass Frankreich alle Unterstützung zur Verfügung gestellt werde, die die französische Republik von Deutschland fordere.

Seite 1:

Warum die deutsche Hilfe für Frankreich ein Fehler ist

Seite 2:

„Die Hilferufe nach Berlin sind nicht nur eine Bitte“

Kommentare zu " Bundeswehr-Einsatz – ein Gastkommentar: Warum die deutsche Hilfe für Frankreich ein Fehler ist"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Strategisches Denken scheint die stärke des autors nicht zu sein.
    Ein französischer Präsident, der unbedingte Handlungsfähigkeit nach den anschlägen demonstrieren will und die cjhance sieht, eine eigene europäische Militärische Aussenpolitik umzusetzen, als Gegengewicht zur US-geführten NATO,
    Und eine einsame deutsche kanzlerin, die mit ihrem intellektuellen Amoklauf in der flüchtlingsfrage jeden Strohhalm ergreift, der Hoffnung auf einen Ausweg aus der selbstverursachten isolation verspricht.
    Dazu eine Verteidigungsministerin, triefend vor ehrgeiz und Machtwillen, die hier die chance sieht - ENDLICH - hier Führungsstärke beweisen zu können, deren mangel doch Frau Merkel so oft angekreidet wird.
    Deutschland liefert ganz gewiss nicht zu wenig Kriegsmaterial für den Kriegseinsatz in syrien, sondern vielmehr stolpert hier eine Nation in ein Kriegsabenteuer geleitet von delirierenden führngsfiguren ohne Konzept und definierten Zielen, ausser einem Western-"lets bomb them all", mit bekannten Folgen.

  • Deutschlands UNTERTÄNIGKEIT gegenüber Frankreich ist nicht mehr zu überbieten -
    Deutsche sind und bleiben seit jeher für die franz. Regierungen die "boches" (Schweine).

  • >> Warum die deutsche Hilfe für Frankreich ein Fehler ist >>

    Weil die Franzosen die Deutschen bitten, mit ihnen zusammen ein fremdes Land ohne legitimation zu überfallen.

    Ein Militäreingriff in einem fremden Land kann NUR auf Basis eines UNO-Mandats oder auf Einladung einer offiziellen Regierung zum Militärbeistand gewährt werden.

    Die Franzosen sind von FRANZOSEN überfallen worden und die Franzosen bieten deshalb Deutschland mit Ihnen zusammen militärisch in Syrien zu intervenieren.........???!!

    Geht's noch ?

    Die Deutsche Regierung ist endgültig übergeschnappt !

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%