Bundeswehr in Afghanistan Ursula von der Leyen rügt Truppenabzug als übereilt

Bei ihrem Truppenbesuch in Afghanistan kritisiert Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen den ihrer Meinung nach vorschnellen Abzug der internationalen Truppen. Afghanistan brauche noch weitere Unterstützung.
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Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) glaubt, dass Afghanistan noch weiter Unterstützung durch die Bundeswehr benötigt. Quelle: dpa
Von der Leyen in Afghanistan

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) glaubt, dass Afghanistan noch weiter Unterstützung durch die Bundeswehr benötigt.

(Foto: dpa)

Masar-i-ScharifBundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat den Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan in den vergangenen Jahren als zu schnell kritisiert und einen langen Atem beim Einsatz am Hindukusch gefordert. Die Zahl der internationalen Truppen sei mit dem Ende des Isaf-Kampfeinsatzes 2014 zu schnell abgesenkt worden, sagte die CDU-Politikerin am Montagabend bei einem Besuch der Soldaten im nordafghanischen Masar-i-Scharif. Inzwischen habe die internationale Gemeinschaft aber gelernt, dass sie mehr Geduld aufbringen müsse. „Wir alle wissen, dass die Sicherheitslage im Land nach wie vor angespannt ist“. Die Afghanen brauchten weiter die Unterstützung, Beratung und die Ausbildung durch die ausländischen Soldaten.

„Es gibt noch viel zu tun. Aber ich bin überzeugt, dass wir mit unserem Engagement auf dem richtigen Weg sind“, sagte die Ministerin. „Wir werden einen langem Atem haben müssen. Afghanistan wird uns noch lange begleiten.“ US-Präsident Donald Trump hatte im Sommer die Aufstockung der US-Truppen angekündigt und damit nach Jahren des Truppenabbaus eine Trendwende eingeleitet. Zu Hochzeiten des Isaf-Kampfeinsatzes waren rund 150.000 ausländische Soldaten am Hindukusch im Einsatz. Aktuell sind es noch gut 17.000, darunter 10.000 Amerikaner.

Deutschland hatte seine Truppen am Hindukusch 2016 wieder aufgestockt und hat momentan knapp 1000 Soldaten vor allem in Masar-i-Scharif und Kabul stationiert. Die Bundeswehr ist damit der zweitgrößte Truppensteller nach den USA. Aufgabe der deutschen Soldaten ist die Beratung der einheimischen Sicherheitskräfte als Teil des Nato-Einsatzes Resolute Support. Ein Teil der US-Soldaten dagegen ist abseits dieser Mission weiter im Kampfeinsatz. Mit Trumps Strategiewechsel verschärfte das US-Militär auch den Kampf gegen die radikalislamischen Taliban. Die USA warfen dieses Jahr drei Mal so viele Bomben über Afghanistan ab wie 2016, US-Spezialkräfte ziehen zudem routinemäßig mit afghanischen Elitetruppen in den Einsatz. Hunderte Taliban wurden dabei getötet.

  • rtr
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