Bundeswehr-Investitionen
Mehr Panzer für die Truppe

Die Zahl von Kampf-, Transport- und Spürpanzern soll merklich wachsen: Das geht aus der Aufstellung des 130-Milliarden-Investionsprogramms für die Bundeswehr hervor. Ministerin von der Leyen nennt weitere Details.

BerlinVerteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will die Bundeswehr im Zuge ihres geplanten Milliardenprogramms vor allem mit Panzern aufrüsten. Das geht aus einer Aufstellung für den Verteidigungsausschuss des Bundestags hervor, die von der Leyen den Abgeordneten am Mittwoch erläutern will.

Im Vergleich zu den bisherigen Plänen von 2011 zur Ausstattung der Bundeswehr mit großen Waffensystemen soll die Zahl der Kampfpanzer „Leopard 2“ von 225 auf 320 und die Zahl der Transportpanzer von 1170 auf 1300 erhöht werden.

Von den Spähpanzern „Fennek“ soll die Bundeswehr 248 statt 217 erhalten. Zudem sollen der Truppe 101 statt 89 Panzerhaubitzen 2000 zur Verfügung gestellt werden. Bei den Schützenpanzern gibt es eine Option, neben 342 neuen „Pumas“ 196 der alten „Marder“-Modelle beizubehalten.

Die Aufstockung bei den Kampf- und Transportpanzern war schon vor der Bekanntgabe des Sanierungsprogramms beschlossen worden. Bei Flugzeugen, Hubschraubern und Schiffen sind dagegen kaum Veränderungen im Vergleich zu den bisherigen Planungen vorgesehen.

Das Verteidigungsministerium hatte am Dienstag verkündet, dass es in den nächsten 15 Jahren 130 Milliarden Euro in die marode Ausrüstung der Bundeswehr investieren will. Entscheidend für die Ausstattung der Armee solle künftig wieder sein, dass die Truppe mit dem vorhandenen Material auch ihre Aufgaben in den Auslandseinsätzen und der Landesverteidigung erfüllen könne, hieß es am Dienstag. Das Ministerium nimmt damit Abschied von einem 2011 beschlossenen Konzept, manche Bereiche der Armee, etwa die Panzertruppe, nur mit 70 Prozent des benötigten Geräts auszurüsten.

Die fehlende beziehungsweise veraltete Ausrüstung der Truppe steht seit langem in der Kritik. „Es ist von allem zu wenig da“, bemängelte auch der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hans-Peter Bartels. „Die Bundeswehr ist am Wendepunkt. Noch mehr Reduzierung geht nicht.“

Unklar blieb zunächst, welchen Betrag die Bundeswehr zusätzlich benötigen wird, um auf die Investitionssumme zu kommen. Die 130 Milliarden Euro sollten nicht als Ganzes neu auf den Haushalt aufgesattelt werden, hieß es lediglich. Würde aber die bisherige Finanzplanung einfach bis 2030 fortgeschrieben, würde dieses Geld unter keinen Umständen ausreichen.

Mit den Investitionen solle altes Material ersetzt, neues beschafft und die bei der Ausrüstung in der Vergangenheit gerissenen Löcher gestopft werden. In den Haushaltsverhandlungen für 2017 bis 2020 mit dem Finanzministerium werde es in den kommenden Wochen darum gehen, die Trendwende im Wehr-Etat zu verstetigen. Der Kurs müsse dauerhaft nach oben gehen.

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