Bundeswehr
Jung fordert mehr Wehrpflichtige

Franz Josef Jung (CDU) fordert eine Richtungsänderung in der Wehrpflicht. Der neue Verteidigungsminister will mehr junge Männer zur Bundeswehr einberufen lassen. Eine Truppenreduzierung werde es mit einer Großen Koalition nicht geben.

HB BERLIN. Er begründete seinen Vorstoß in der Zeitung „Die Welt“ mit der Wehrgerechtigkeit: „Es kann nicht länger verantwortet werden, dass weniger als die Hälfte der jungen Männer Wehr- oder Zivildienst leisten.“ Es sollte künftig „vielmehr in die andere Richtung gesteuert werden“.

Eine Truppenreduzierung unter die Grenze von 250 000 Mann wird es nach Angaben Jungs bei der Bundeswehr nicht geben - darüber sei man sich in der großen Koalition einig. „Diese Grundstruktur brauchen wir zur Gewährleistung der Sicherheit Deutschlands.“ Auch dürfe der Verteidigungshaushalt nicht weiter gekürzt werden, sagte der Minister. Es müsse „Schluss damit sein, dass der Verteidigungsetat als Steinbruch gebraucht wird, um Haushaltslöcher zu stopfen“. Ob der Etat seines Hauses mittelfristig sogar wieder steigen könne, hänge vom wirtschaftliche Wachstum ab.

International setzt Jung auf eine engere Zusammenarbeit mit den USA. Deutschland stehe zwar zu seinen europäischen Verpflichtungen, „aber ganz wichtig ist das transatlantische Verhältnis“. Die Sicherheit Deutschlands hänge von den USA ab. Einen Einsatz deutscher Soldaten im Irak lehnte Jung aber ab - wie schon die frühere rot- grüne Regierung und zuletzt auch die neue Kanzlerin Angela Merkel.

Im Zusammenhang mit geplanten Einsparungen bei den Beamten wandte sich der Deutsche Bundeswehrverband klar gegen Einschnitte bei der Entlohnung von Wehr- und Zivildienstleistenden. „Es wäre besser, den einen oder anderen Urlaubstag zu opfern, als noch einmal einen Griff ins Portemonnaie hinzunehmen“, sagte Verbandspräsident Bernhard Gertz der „Leipziger Volkszeitung“. „Die Frage ist doch, ob ein 20-Jähriger wirklich 26 Urlaubstage braucht, ein 28-Jähriger 29 Urlaubstage und Ältere 30 Urlaubstage.“

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