Bundeswehr-Kapazitäten sind erschöpft
Merkel skeptisch zu Bundeswehr-Einsatz im Libanon

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich skeptisch zu Forderungen nach einem Bundeswehr-Einsatz im Nahost-Konflikt geäußert, zugleich aber andere Beiträge zur Stabilisierung der Lage im Libanon in Aussicht gestellt.

HB BERLIN. Die Kapazitäten der Bundeswehr für Auslandseinsätze seien weitgehend erschöpft, sagte die CDU-Politikerin in einem Interview mit der „Bild am Sonntag“ nach einem Vorabbericht. Deutschland stelle bereits Soldaten für Einsätze im Kongo, auf dem Balkan und in Afghanistan, betonte die Kanzlerin. Explizit ausschließen wollte Merkel eine Beteiligung deutscher Soldaten an der angestrebten Schutztruppe für den Libanon allerdings nicht. Sie stimme der Einschätzung von SPD-Chef Kurt Beck zu, der gesagt hatte, die Entsendung deutscher Soldaten in den Nahen Osten sei nicht mehr unvorstellbar. Allerdings stelle sich die Frage nach der Stationierung von Bundeswehr-Soldaten derzeit nicht, unterstrich Merkel.

Erstmals skizzierte die Kanzlerin einen möglichen deutschen Beitrag für eine Stabilisierung der Lage im Konflikt zwischen Israel und der radikalislamischen Hisbollah. So könne Deutschland Ausbildungshilfe für die libanesische Polizei und die Armee des Landes übernehmen und eine Rolle bei der Stabilisierung des Versöhnungsprozesses in dem Land spielen. „Wir wollen unserer internationalen Verantwortung gerecht werden“, betonte Merkel.

Zugleich bekräftigte die Kanzlerin das Eintreten der Bundesregierung für das Existenzrechts Israels. „Es ist eine geschichtliche Verpflichtung deutscher Politik, unverbrüchlich für das Existenzrechts Israels einzutreten“, sagte Merkel. Israel greift als Reaktion auf monatelangen Beschuss durch die Hisbollah und die Entführung zweier Soldaten durch die radikalen Schiiten seit fast drei Wochen massiv Ziele im Libanon an.

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