Bundeswehr
Köhler: Mahnung für die Politik

Bundespräsident Horst Köhler hat das Ehrenmal der Bundeswehr in Berlin eingeweiht – und die Politik daran erinnert, dass politische Entscheidungen Menschenleben kosten können. Und das ist nicht die einzige Mahnung, die Köhler Verteidigungsminister Franz Josef Jungt mit auf den Weg gab.

HB BERLIN. Im Beisein von Bundespräsident Horst Köhler und Verteidigungsminister Franz Josef Jung ist am Dienstag in Berlin das Ehrenmal der Bundeswehr eingeweiht worden. Das Ehrenmal sei eine Stätte der Trauer und des Gedenkens, des Dankes und der Erinnerung an „diejenigen, die im Dienst für unser Land ihr Leben gegeben haben“, sagte Köhler. Im Gedenken an die Soldaten legten beide Kränze nieder.

Jung sagte, das Ehrenmal rufe ins Bewusstsein, wofür der Dienst der Bundeswehr stehe. „Und es macht uns klar, dass wir für die Verteidigung unserer Werte bisweilen einen hohen Preis zahlen müssen.“ Die Gedenkstätte trägt die Inschrift: „Den Toten unserer Bundeswehr. Für Frieden, Recht und Freiheit.“ Die katholischen und evangelischen Militärseelsorger Bischof Walter Mixa und Bischof Martin Dutzmann weihten das Ehrenmal ein.

Seit Gründung der Bundeswehr 1955 kamen mehr als 3 100 Soldaten und zivile Angehörige im Dienst ums Leben. Allein 78 Soldaten starben im Auslandseinsatz. Köhler erinnerte daran, dass die Bundeswehr sich nach dem Fall des Eisernen Vorhangs zu einer Armee im Einsatz gewandelt hat.

Der Bundespräsident betonte, das Ehrenmal mute den politisch Verantwortlichen zu, sich immer wieder zu vergegenwärtigen, dass ihre Entscheidungen Menschenleben kosten können. Welch schwierige Entscheidungen dies dem Einzelnen bisweilen abverlange, zeigten die jüngsten Nachrichten aus Afghanistan. „So sehr wir erwarten, dass die Ereignisse der vergangenen Woche aufgeklärt werden, so sehr wenden wir uns auch gegen Vorverurteilungen.“

Die Bundeswehr hatte die Bombardierung zweier Tanklastzüge angeordnet, die zuvor von Taliban gekapert worden waren. Dabei sind nach NATO-Angaben auch Zivilisten ums Leben gekommen. „Wir trauern um jeden Menschen, der in Afghanistan unschuldig zu Tode kommt“, sagte Köhler.

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