Bundeswehr
Millionen für „nicht flugfähigen“ Kampfhubschrauber

Erst kürzlich veröffentlichte die Strukturkommission die Vorschläge zur Vermeidung von Verschwendungen bei der Bundeswehr. Und nun drohen der Bundeskasse schon 200 Millionen Euro sinnloser Rüstungsausgaben.
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BERLIN. Wie aus den geheimen Erläuterungsblättern zum Haushalt 2011 hervorgeht, die dem Handelsblatt vorliegen, will das Verteidigungsministerium knapp 200 Mio. zusätzliche Euro in das seit 1985 geplante Projekt „Tiger-Kampfhubschrauber“ fließen lassen. Das Ministerium von Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) begründet den Aufschlag jetzt mit „Maßnahmen zur Herstellung der Einsatzbefähigung für Afghanistan“. Posten wie „Ballistischer Schutz“, „Sandfilter“ etc. seien nötig, um den Tiger dort „einsatzfähig“ zu machen.

„Diese politisch-militärische Planung bedeutet Verschwendung von weiteren 200 Mio. Nicht nur ist der Kalte-Kriegs-„Tiger“ längst aus der Zeit gefallen. Er wird für den Afghanistan-Einsatz nicht rechtzeitig fertig werden. Die Spezialausführung ist völlig überflüssig“, kritisiert Rüstungsexperte Hans-Peter Bartels (SPD) den Schritt gegenüber dem Handelsblatt. „Der Hubschrauber wird nicht vor 2015 einsatzfähig sein. Dann aber sollen die Soldaten nach Bekunden von zu Guttenberg längst wieder zuhause sein.“ Bisher hat die Bundeswehr den „Tiger“ stets als „nicht flugfähig“ bezeichnet.

Kommentare zu " Bundeswehr: Millionen für „nicht flugfähigen“ Kampfhubschrauber"

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  • Es ist gut, dass Leuten wie von und zu Guttenberger und anderen nicht sinnlos Kriegspielzeug zur Verfügung gestellt wurde, zum beliebigen Zwecke aufgrund von Staatsmacht nun wieder in den Krieg zu ziehen.

    ich musste es an dieser Stelle nicht sagen, aber es ist vonnöten.

    Diese sogenannte Poltitk und Staatsgewalt darf nicht ein beliebiges Kriegsspielzeug zur Verfügung gestellt werden.

    Die europäische Rüstungsindustrie hat diese Schwierigkeit erkannt und entsprechend gehandelt.

  • ...Projekt 1985 geplant, bis heute flugunfähig, soll 2015 Einsatzfähig sein? 30 Jahre für einen Hubschrauber? Hoffentlich bekommen die Verantwortlichen schon Hartz4 oder werden in die Wüste geschickt um Sandfilter zu testen.
    Lächerlich.
    Wer weiß wieviele Waffen und Technologien während des zweiten Weltkriegs entwickelt wurden?

  • Zum einen ist noch gar nicht sicher, ob der Einsatz in Afghanistan tatsächlich 2015 abgeschlossen sein wird, zum anderen sind durchaus Einsatzszenarien denkbar, bei denen die Zusatzausstattung gebraucht wird.

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