Bundeswehr mit Besenstiel
Bastelstunde bei Frau von der Leyen

Dass es bei der Bundeswehr an der Ausstattung hapert, ist ein offenes Geheimnis. Doch ist es wirklich so schlimm, dass sich die Soldaten jetzt schon Waffenattrappen basteln müssen? Das Ministerium verneint.
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BerlinBundeswehr-Soldaten haben bei einem Nato-Manöver schwarz angestrichene Besenstiele statt Waffenrohre an ihre gepanzerten Fahrzeuge montiert. Dieser peinliche Vorfall sei kein Einzelfall, der deutsche Truppenteil der Nato Response Force (NRF) sei insgesamt nicht voll einsatzbereit, berichtete das Magazin „Report Mainz“ am Dienstag.

Das Verteidigungsministerium widersprach dieser Darstellung, bestätigte aber indirekt den Besenstiel-Vorfall. Ein Sprecher sagte: „Warum die Soldaten da einen Besenstiel angebracht haben, ist für uns fachlich nicht nachvollziehbar, denn der Verband war mit dem „Boxer“ als Gefechtsstandfahrzeug ausgestattet, und dafür ist gar keine Bewaffnung notwendig, weil der mobile Gefechtsstand durch andere Fahrzeuge und Sicherungskräfte geschützt wird.“

Wie die ARD-Politikmagazine „Kontraste“ und „Report Mainz“ aus einem internen Bericht eines Inspizienten der Bundeswehr erfuhren, beklagten sich Soldaten des Panzergrenadierbataillons 371 aus Marienberg in Sachsen bitter über die nach ihrer Auffassung unzureichende Ausstattung ihrer Einheit.

Laut Bericht erklärten sie, die Bewaffnung für das gepanzerte Fahrzeug GTK Boxer sei zu „100 Prozent“ nicht vorhanden. Bei den P8-Pistolen fehlten 41 Prozent, beim Maschinengewehr MG3 seien es 31 Prozent. Außerdem seien mehr als drei Viertel der „Lucie“-Nachtsichtgeräte nicht vorhanden oder nicht einsatzbereit.

Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, wenn das Material nicht verfügbar sei, könne auch der Auftrag der schnellen Eingreiftruppe der Nato nicht erfüllt werden. Konkrete Fragen der ARD-Magazine zu den Ausstattungsmängeln habe das Ministerium nicht beantworten wollen. Stattdessen sei nur betont worden, der Truppenverband sei inzwischen zertifiziert und einsatzbereit.

Das NRF-Manöver „Noble Ledger“ fand im vergangenen September in Norwegen und Deutschland statt. Zusätzlich zu dieser schnellen Nato-Eingreiftruppe wird in diesem Jahr eine „superschnelle Eingreiftruppe“ der Nato getestet. Sie soll innerhalb von zwei Tagen verlegt werden können. Truppenkontingente, die Teil dieser neuen Speerspitze werden, müssen nach Auskunft eines Ministeriumssprechers „voll ausgestattet“ werden. Das bei der Bundeswehr sonst praktizierte „dynamische Verfügbarkeitsmanagement“ sei hier nicht anwendbar.


Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bundeswehr mit Besenstiel: Bastelstunde bei Frau von der Leyen"

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  • Es ist eine peinliche Ausrede, dass ein Gefechtsfahrzeug nur als Gefechtsstandsfahrzeug eingesetzt würde und deswegen die strukturmäßige Bewaffnung nicht notwendig sei... Dann frage ich mich aber, warum im Gegensatz dazu z.B. Nachschubsoldaten und Stabsdienstsoldaten die in Afghanistan eingesetzt werden, den gleichen Vorausbildungsstand haben müssen, wie die dortigen Gefechtseinheiten (die sie ja beschützen). Warum musste ich als Pressefachkraft auch diese albernen Riot-Control-Übungen mitspielen? Uns wurde bei der Ausbildung in Germersheim immer gesagt, es kann sein, dass du doch mal mit auf Streife musst - und dann musst du das können. Das haben wir verstanden. Es kann also durchaus sein, dass ein Gefechtsstandsfahrzeug doch einmal kämpfend eingreifen muss. Dann sind solche Besenstiele einerseits blamabel und andererseits Verschwendung, da zweckentfremdet eingesetzt.

  • unglaublich. In Verbindung mit anderen Meldungen über den Ausstattungszustand der Bundeswehr ein Armutszeugnis erster Güte. Dieses Land wirkt wie eine "alte, reiche Tante", die in Europa Geschenke verteilt, dafür überall mitreden aber keinen Euro für ein vernünftiges, eigenes Gebiss ausgeben will. Welch ein Land, welch eine Regierung. Instandhaltungs- und Modernisierungsstau wohin man auch schaut. Schäuble und die schwarze Null ... - denk ich an Deutschland in der Nacht ...natürlich

  • Die Wehpflicht muss wieder eingeführt , Europa ist weder friedlich noch sicher. Diese Mär Deutscher POlitiker und der Deutschen EU ist mit der Ukraine und dem Kosovo gestorben.

    Das ist zwar mehr als Traurig , aber wer Aufmerksam ist, der kann auf die Geschichte zurück greifen und erkennen, Politiker nennen sie sich alle aber wirklich Aufrecht geht der Mensch erst, wenn er seine Probleme nicht mehr mit Waffengewalt löst.

    Politiker gehen noch auf alle Vieren1

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