Bundeswehr: Neue Probleme bei Militärtransporter A400M

Bundeswehr
Neue Probleme bei Militärtransporter A400M

Die Lieferung von weiteren A400M-Militärtransportern an die Bundeswehr könnte sich verzögern. Das Verteidigungsministerium fordert Klarheit von Hersteller Airbus. Offenbar gibt es Probleme bei Flugzeug-Rümpfen.
  • 2

Berlin/MünchenBei der Auslieferung des Militärtransporters A400M an die Bundeswehr zeichnen sich weitere Verzögerungen ab. Entsprechende Signale gebe es von der europäischen Rüstungsagentur OCCAR, die im Auftrag der Abnehmerstaaten mit dem Hersteller Airbus verhandelt, sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums am Donnerstag in Berlin. „Wir erwarten jetzt eine Ansage der Industrie“, fügte er hinzu. Nach einem Treffen von OCCAR mit Airbus am Freitag in Toulouse werde möglicherweise mehr Klarheit herrschen. Nach bisheriger Planung soll die Bundeswehr dieses Jahr fünf A400M erhalten. Über die neuen Probleme berichtete zuerst das Nachrichtenportal „Spiegel online“.

Airbus bestätigte die Verzögerung zunächst nicht. „Wir sprechen derzeit mit den Abnehmernationen über die Auslieferungsplanung für 2015“, sagte ein Sprecher der Militärsparte Airbus Defence and Space. „Ansonsten wird die Jahresplanung – wie üblich – erst veröffentlicht wenn sie mit allen Kunden besprochen wurde.“

„Spiegel online“ berichtete, schlimmstenfalls werde Airbus dieses Jahr gar keinen A400M an die Bundeswehr liefern. Unter Berufung auf eine interne OCCAR-Analyse hieß es, 2015 könnten bestenfalls zwei weitere Transportflugzeuge an die Deutschen übergeben werden. Grund seien Probleme bei der Produktion der Flugzeug-Rümpfe. Insgesamt erwarte die OCCAR einen Lieferverzug von bis zu sieben Monaten.

Kurz vor Weihnachten hatte Airbus mit vierjähriger Verspätung den ersten Militärtransporter an die Bundeswehr übergeben. Die deutschen Streitkräfte erhalten insgesamt 53 der Maschinen, von denen 13 jedoch weiterverkauft werden sollen. Ursprünglich hatte die Armee mit 60 Stück geplant, das Vorhaben wurde nach und nach zusammengestrichen.

Die ersten Flugzeuge werden noch nicht die volle Ausstattung haben. Vor Deutschland haben bereits Frankreich, die Türkei und Großbritannien A400M-Maschinen in Empfang genommen. Über das Rüstungsvorhaben war es unter anderem wegen massiver Kostensteigerungen mehrfach zu heftigem Streit zwischen Airbus und den Abnehmerstaaten gekommen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bundeswehr: Neue Probleme bei Militärtransporter A400M"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @ Cal Andersen „....muß schon von systematischer Schädigung des Steuerzahlers gesprochen werden.“

    Jein, dieses Flugzeug ist eine komplette Neuentwicklung, da gibt es im Wirkbetrieb Schwierigkeiten, die bei einer längeren Erprobung hätten beseitigt werden können. Die längere Erprobung konnte aber nicht stattfinden, weil dieses Flugzeug schon während der Entwicklungsphase immer wieder verändert und mit neuen Aufgaben (politischen und militärischen) befrachtet wurde. Es fehlte ein schlüssiges Einsatzkonzept, politisch wie militärisch.

  • Angesichts der Beständigkeit solcher und schlimmerer Pannen im Rahmen der politischen Beschaffung von Material - wofür auch immer - muß schon von systematischer Schädigung des Steuerzahlers gesprochen werden.

    Ganz sicher fahrlässig und strafbar, vielleicht gar grob fahrlässig oder - wer weiß das schon - auch vorsätzlich wird Geld zum Fenster hinaus geworfen, mit vollen Händen und fröhlich wie Bolle.

    Die Frage ist erlaubt, warum sich nur die völlig harmlosen Pegida-Leute versammeln - dabei auch noch ganz ohne Gewalt und ohne Mistgabeln und Jagdflinten?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%