Bundeswehr-Reform Die Kuschel-Armee

Kita, Kinder, Kaserne: Verteidigungsministerin von der Leyen will die Bundeswehr zu einem der attraktivsten Arbeitgeber Deutschlands machen. Für ihre „Agenda Attraktivität“ erntet sie nur Beifall – fast.
9 Kommentare

Familienfreundlicher Arbeitgeber Bundeswehr?

BerlinSie hat ein ehrgeiziges Ziel: Ursula von der Leyen will ihre Bundeswehr zum attraktivsten Arbeitgeber Deutschlands machen – und hat ein ganzes Programm dafür parat. Am Freitag debattierte der Bundestag über ihre Vorschläge zur „Agenda Attraktivität“ und zeigte sich selten so einmütig.

Dabei hatte sich die Verteidigungsministerin in der Vergangenheit viel Kritik anhören müssen: Von der „Kuschel-Armee“, in der der Wohlfühlfaktor mehr zähle als die Disziplin der Truppe, war die Rede. „Gerade, weil wir viel von den Soldaten und Soldatinnen verlangen, müssen wir ihnen im Grundbetrieb viel bieten“, erwiderte sie.

Mit ihrer Reform, die Mitte des Jahres in Kraft treten soll, geht von der Leyen ein Thema an, das eines der größten der Bundeswehr ist. Denn die Wehrpflicht als bisher wichtigstes Instrument für die Rekrutierung von Soldaten war 2011 weggefallen. Und seitdem fehlt es der Truppe an Nachwuchs. Die Verteidigungsministerin argumentierte: „Was nützt uns der beste Eurofighter, wenn wir keinen Piloten, keinen Techniker mehr haben, der mit diesen Maschinen verantwortungsbewusst umgehen kann?“ Da hat auch im Bundestag kaum einer etwas dagegenzusetzen. Die Reform soll in den nächsten fünf Jahren 100 Millionen Euro kosten.

1. Mehr Wettbewerb

Seit Bestehen der Bundesrepublik hat es laut der Bundesministerin in Betrieben noch nie so viele offene Stellen gegeben wie derzeit. Die Konkurrenz um kluge Köpfe sei groß, so von der Leyen. Die jungen Menschen stünden nicht mehr Schlange für einen Job beim Bund. Und das bei einer „veränderten, schwierigen sicherheitspolitischen Lage mit wachsenden Anforderungen“, sagte von der Leyen.

Künftig habe ein Jahrgang nur noch 600.000 Schulabgänger. Um die Qualität zu sichern, brauche die Bundeswehr „zehn Prozent eines jeden Jahrgangs“ an Bewerbern. „Wenn wir eine starke, einsatzfähige und flexible Bundeswehr haben wollen, dann kommen wir nicht mehr drum herum, uns um die Attraktivität der Bundeswehr zu kümmern.“ Die Bundeswehr sei dabei längst kein Trendsetter, sondern setze nur das um, was im öffentlichen Dienst und der Wirtschaft längst Standard sei. Und mit dieser Konkurrenz will die Bundeswehr künftig mithalten.

2. Geregelte Dienstzeiten

Die 41-Stunde-Woche wird festgeschrieben, und es gibt Regeln für die Vergütung von Überstunden, so sieht es die „Agenda Attraktivität“ vor. „Die Soldaten sind eben nicht immer im Dienst“, sagte Fritz Felgentreu von der SPD im Plenum. Im Einsatz seien die Soldaten zwar immer im Dienst, auch wenn sie schliefen. Aber am Standort hätten auch Soldaten ein Anrecht auf geregelte Arbeitszeiten.

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9 Kommentare zu "Bundeswehr-Reform: Die Kuschel-Armee"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Prof. Dr. Fröhlich
    Da muß ich sogar die Redaktion in Schutz nehmen, es gibt keinerlei Anlass für ihre Unterstellungen oder gar Diffamierungen.
    Meine abschliessenden Äusserungen im Ursprungsposting waren tatsächlich recht plastisch und es ist somit durchaus nachvollziehbar, derartiges als unsachlich zu kritisieren. Insbesondere ist der Eindruck falsch, die Redaktion würde sich hier als Zensor austoben, was ja leider in nicht wenigen sogenannten Qualitätspublikationen trauriger alltag ist, wenn denn dort Kommentare überhaupt geduldet werden.

  • Die Bildauswahl der Bundeswehr Presseabteilung ist hier leider sehr unglücklich gewählt. Dass die Bundeswehr kontinuierlich an seiner Arbeitgebermarke schärfen muss ist verständlich. Was ist aber mit dem Zusammenhalt, der Spass an der Wehrtechnik, durch´s Gelände fräsen und dann das Equipment reparieren. Toller Job, aber leider schlecht promotet. Wobei Einzelzimmer statt Schlafstuben vermutlich mehr Bewerber bringen würden als Kinderbetreuung auf dem Kasernengelände.

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    Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Gut daß niemand mehr die Frage nach dem Sinn oder Unsinn der Abschaffung der Wehrpflicht durch unseren Freiherrn von und zu WieHiessErNochGleich, ach ja zu Guttenberg, stellt, auch nicht das Handelsblatt. Der Herr hat sich ja umgehend in die USA abgesetzt nach seiner Heldentat. Ein Schelm der hier örtliche Zusammenhänge vermutet. Wozu also noch nachdenken über die Folgen?
    Eine Wohlfühlarmee macht doch was her und wenn man bei den aktuellen Kriegen wie aktuell im Irak oder der Ukraine immer schön darauf achtet daß man nur die Waffen und das Geld zum Kriegführen aus Deutschland liefert, dann klappts auch mit dem Nachwuchs.
    Wo sich Frau vdL so schön kümmert, um die lieben jungen Menschen.
    Und Krieg muß ja nun leider ab und zu immer mal wieder sein, solange Leute wie der böse Putin noch frei herumlaufen.
    Da muß man eben Stärke zeigen. Und was könnte mehr Stärke bringen als Wohlfühlen und attraktive Teilzeitmodelle.
    Daß mit dem Totschiessen und Bombardieren übernehmen ja beispielsweise unsere Freunde in der Ukraine, die schon zu Adolfs Zeiten für die europäischen Werte gekämpft haben, also "für uns" und gegen den Russ, den Bösen und deshalb ja auch heute noch stolz das SS-Abzeichen und Ähnliches tragen. Das kam ja sogar in der Tagesschau.
    Das mit Auschwitz war ja auch eigentlich gar nicht so gemeint, das war halt nur irgendwie blöd gelaufen, vor allem daß der Russ, obwohl er doch bekanntlich Böse ist, wie ja auch aktuell wirklich jeder überdeutlich sehen kann der nicht direkt vom Kreml gekauft ist, da eben zufällig als Guter die armen Leut befreit hat. Das haben die Polen schon richtig erkannt.

    (...)

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Frau vdL will den Frauenanteil in der Bundeswehr erhöhen und das zeigt die Richtung auf, in die sich die Bundeswehr verändern sollte : Zu einem Dienstleistungsunternehmen, dass die ärztliche Versorgung der kämpfenden Truppe der NATO-Partner übernimmt. Die im Zusammenhang von Kampfhandlungen zu zahlenden Schadenersatzzahlungen, wie kürzlich in Afghanistan, erübrigen sich dann auch. Im übrigen wollen die Amis auch nicht mehr kämpfen und schicken neuerdings Privat-Soldaten via. Academi. Warum kann neues Leasing-Modell für Kampftätigkeiten mit Abschußprämien, wie es neuerdings in der Ukraine eingeführt wurde ??? Hier bietet sich einfach die Erschließung eines neuen Marktes an !

  • Ja, das gewollt erzeugte öffentliche Bild der Deutschen als "wehrlose, ängstliche, dümmliche Trottel" wird dadurch komplettiert in der Welt.

    Alle sollen sich "scheckig lachen" uber uns.

  • Das ist aber niedlich, das Bild!

    Na, ja, das ist praktizierte Friedenspolitik der Bundesregierung.

    Nachdem sich zeigte, dass die Ausrüstung größtenteils Schrott ist, wird von der neuen kunterbunten, KITA- und Flachbildschirmbelegschaft auch keine besondere Bedrohung mehr ausgehen.

    Das nenne ich Abrüstung von innen heraus und aktive, praktizierte Friedenspolitik!

    Gut so. Dann kommt unsere abenteuerlustige Kriegsministerin - mangels Masse - wenigstens auf keine dummen Gedanken und erschrickt niemanden mit ihrem großen Abenteuerspielplatz.

  • Deutschland soll wehrlos und verweiblicht sein. Das ist das Ziel dabei.

    Polizei und Bundeswehr abgewickelt und wehrlos. Nicht in der Lage die Deutschen zu schützen. Das ist das Signal dazu.

    Schlimm und "Vernachlässigung der Schutzpflichten des Staates gegenüber seinen Bürgern" ist das !

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