Bundeswehr
Soldaten verweigern nachträglich Kriegsdienst

Der Dienst an der Waffe scheint für die nachkommenden Generationen immer unattraktiver. Auch wenn die Wehrpflicht 2011 abgeschafft wurde, verweigern zahlreiche junge Menschen den Kriegsdienst - nachträglich, als Soldat.
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BerlinAuch nach Abschaffung der Wehrpflicht gibt es in Deutschland pro Jahr noch Hunderte von Kriegsdienstverweigerern. Im vergangenen Jahr hätten 262 Soldatinnen und Soldaten verweigert (2012: 374), geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, wie die „Rheinische Post“ berichtete.

Der Anteil der bewilligten Anträge sei in dem Zeitraum von 87 auf 69 Prozent gesunken. Die Wehrpflicht war 2011 ausgesetzt und damit faktisch abgeschafft worden.

Auch während ihres Berufslebens können Soldaten, die sich freiwillig verpflichtet haben, den Dienst an der Waffe nachträglich verweigern. In den Jahrzehnten der allgemeinen Wehrpflicht hatten in Deutschland Millionen von Männern den Wehrdienst verweigert und stattdessen Zivildienst geleistet.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bundeswehr: Soldaten verweigern nachträglich Kriegsdienst"

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  • @Carsten Kanter:

    "Integration der Armee in die Gesellschaft" - so ein Unfug! Das hat es seit Adolfs Zeiten schon nicht mehr gegeben. Zum Glück!

    Fakt ist, dass vor allem Abiturienten schon in den 70ern und 80ern keinen Bock hatten sich für die Interessen der Amis und des Kapitals verheizen zu lassen.

    Denn der einfache Soldat hat noch zu keiner Zeit etwas für seinen Einsatz bekommen. Die Kriegsdividende fahren stets andere ein.

  • Was glauben die, wofür sie bezahlt werden?
    Wer nicht verstümmelt oder getötet, gefangengenommen werden möchte, ich zum Beispiel, den darf der Staat nicht zwingen, das Individuum kommt vor dem Staat.

    Umso dankbarer bin ich, wenn unsere Soldaten freiwillig ihr Leben für meines und meine Sicherheit einsetzen.
    Diesen Soldaten zolle ich meine Hochachtung.

    Wer allerdings nicht kämpfen will, darf kein Geld vom Staat verlangen!

  • Die Integration der Armee in die Gesellschaft wurde ausgerechnet durch die ehemals bürgerlich-konservative CDU/CSU, unter Guttenberg, aufgehoben. Das war ein fataler Fehler, leider einer von zu vielen in den letzten Jahren, den die CDU/CSU begangen hat.
    Die Partei steht für nichts anderes mehr als unbedingten Opportunismus, zunehmenden Staatsdirigismus und kurzfristiges Denken.

    Und im traditionell linken Lager aus GRÜNEN, SPD und LINKE sieht´s nicht wirklich besser aus.

    Hoffnung macht da nur die AfD als Erbe des bürgerlich-konservativen Denkens und einer klaren ordnungs- und strukturpolitischen Agenda.

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