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Bundeswehrverband: Kritik an Aussetzung der Wehrpflicht

Die Aussetzung der Wehrpflicht hält der Bundeswehrverbands-Vorsitzende Ulrich Kirsch für schlecht vorbereitet. Der Oberst fordert Anreize in der Personalgewinnung und ein Konzept für den neuen freiwilligen Wehrdienst.

Rekruten der Bundeswehr 2009 vor dem Reichstagsgebäude. Quelle: dpa
Rekruten der Bundeswehr 2009 vor dem Reichstagsgebäude. Quelle: dpa

DortmundDer Bundeswehrverbands-Vorsitzende Oberst Ulrich Kirsch hält die Aussetzung der Wehrpflicht für sehr schlecht vorbereitet. „Die Kreiswehrersatzämter waren zeitweise ohne Aufgabe. Das ist nicht sehr verantwortlich gewesen“, sagte Kirsch den „Ruhr Nachrichten“ (Freitag). Bis heute gebe es für den neuen freiwilligen Wehrdienst kein überzeugendes Konzept.

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Mit großen Problemen bei der Personalgewinnung rechnet Kirsch in diesem Jahr dennoch nicht. „Die großen Herausforderungen kommen erst in der Zukunft“, sagte der Oberst. „Jetzt sind wir bereits bei 13.000 plus X Freiwilligen.“ Es komme darauf an, die Richtigen für den Dienst zu gewinnen. Als Anreiz seien beispielsweise kostenfreie Schnupper-Trimester an den Bundeswehr-Universitäten denkbar. Außerdem müsse man über das Boni-System reden.

Er gehe nicht davon aus, dass die Bundeswehr über Nacht zur Unterschichten-Armee wird. „Aber die politisch Verantwortlichen sollten auch nicht versuchen, massenhaft junge Menschen aus sozialen Brennpunkten zur Bundeswehr zu locken.“ Die sechsmonatige Dienstzeit der letzten 12.000 Wehrpflichtigen endete am Donnerstag. Die Wehrpflicht bleibt allerdings im Grundgesetz verankert und kann bei Bedarf wieder eingeführt werden. Der neue freiwillige Wehrdienst dauert bis zu 23 Monate und steht auch Frauen offen. Am kommenden Montag werden 3419 junge Leute in die Bundeswehr aufgenommen.

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