Bundeswehrverband
Truppe versteht geplatztes Drohnenprojekt nicht

In der Truppe des Bundeswehrverbandes hat das geplatzte Drohnenprojekt für Unverständnis gesorgt. De Maizières Vorgänger Franz Josef Jung startete das Projekt des unbemannten Aufklärungsflugzeug.
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BerlinDas geplatzte Drohnenprojekt hat nach Darstellung des Bundeswehrverbandes in der Truppe Unverständnis ausgelöst. Die Soldaten schüttelten den Kopf darüber, dass an allen Ecken und Enden geknausert werde, während gleichzeitig "so ein Projekt in den Sand gesetzt wird", sagte Verbandschef Ulrich Kirsch am Donnerstag im Deutschlandfunk. Ein Anlass zum Rücktritt von Verteidigungsminister Thomas de Maiziere sei das derzeit aber nicht. "Ich sehe hier nicht den Minister in der Verantwortung", sagte Kirsch. Das Projekt eines unbemannten Aufklärungsflugzeugs sei schließlich von de Maizieres Vorgänger Franz Josef Jung gestartet worden.

Das Vorhaben war wegen Zulassungsschwierigkeiten für den europäischen Luftraum gescheitert. Dadurch sind Kosten von bislang 500 Millionen Euro entstanden. De Maiziere wird am Vormittag im Bundestag eine Regierungserklärung zur Bundeswehrreform abgeben. Die Bundeswehr sei eine Großbaustelle. Seit 1990 seien sechs Reformen in Angriff genommen worden, von denen keine zu Ende geführt worden sei. So lasse sich bei der Hälfte der Soldaten nicht der Grundsatz einhalten, auf vier Monate Einsatz eine einsatzfreie Zeit von 20 Monaten folgen zu lassen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Nur Versager beim unter den Staatsbediensteten, die sich fürstlich entlohnen lassen. Und wir Steuerzahler finanzieren auch noch solche Kapitalvernichter. In der Industrie hätte man solche Versager längst rausgeschmissen.

    Die zügellose Plünderung der Staatskassen durch den aufgeblähten Politik- und Beamtenapparat, der seit Jahrzehnten reformunwillig zur Wahrung von Eigeninteressen seinen Personalstand und seine Bezüge aufstockt, führt nach den weltweiten volkswirtschaftlichen Erkenntnissen auch bei uns zum Staatsbankrott. Der dringende Reformbedarf bei unseren verkrusteten und viel zu teuren staatlichen Strukturen in der BRD wird mit der Wende in der Finanzpolitik nunmehr angepackt. Zielsetzung ist die Reduzierung der Staatsquote von heute über 50% auf verträgliche 30% wie in anderen wirtschaftlich erfolgreichen und fortschrittlichen Staaten.


    1--Die Gehälter aller Staatsbediensteten werden in dem 4-jährigen finanzpolitischen Wende- Programm pro Jahr um 10% gekürzt auf insgesamt 60% der heutigen Personalkosten. Das entspricht dem Zielwert von 100 Milliarden EURO statt unverantwortliche 160 Milliarden EURO aktuell.

    2--Von den jährlich eingesparten 60 Mia Euro wird eine Hälfte (30 Mia EURO) in die überfällige Entschuldung unserer Staatsfinanzen und in den dringend erforderlichen Autobahnneubau investiert.

    3--Die übrigen 30 Mia EURO werden in Steuersenkungen zum Ausgleich der seit Jahren am Parlament vorbei und illegal abkassierten Steuern durch die Kalte Progression investiert.

    Dann werden die flexiblen unter den Staatsbediensteten von sich aus wertschöpfende Jobs in der freien Wirtschaft annehmen. Der verbliebene unflexible Bodensatz wird dann deutlich kostengünstiger und effizienter mit den nötigen Verwaltungsaufgaben beschäftigt.

  • Ganz so blöd wie dargestellt sind die Entscheider nicht. Die Frage bemannt/unbemannt hat in diesem Zusammenhang einen anderen Hintergrund.

    In diesem Fall bestand die Blödheit darin, einen ausschließlichen Betrieb in gesperrten Lufträumen zu unterstellen. Dafür hätte Zulassungstechnisch ein anderer Weg beschritten werden können. Derzeit dürfen die Drohnen der Bw (KZO, Luna etc.) auch (weiter) benutzt werden, obwohl (oder viellecht gerade weil) diese weniger "können" als EuroHawk.

    Wenn sich die Bedingungen nachträglich ändern oder man plötzlich einem System mehr abverlangt, kommt dabei ein Problem heraus. Ein so weitreichendes System wie Global-/Eurohawk in ein so begrenztes Einsatzspektrum (innerhalb eines Sperrgebietes) zu Sperren zeugt von einer gewissen Kurzsichtigkeit. Neben bei bemerkt entschied man die Beschaffung, bevor die Zulassungskriterien für einen Betrieb neben ziviliem Luftverkehr im selben Luftraum festgelegt wurde.

    Naja

  • Grundsätzlich sind Drohnen wichtiger als Millionen für Extraausrüstung (250000 Knieschoner womöglich und BH's für alle).

    Das Versagen beim Beschaffen ist natürlich eklatant und ich glaube auch nicht, daß die Minister nix wußten.

    Da muß mehr dahinterstecken.

    Wir werden diese Drohnen also selbst bauen müssen, am besten, als typisch deutschen Kompromiß, mit einem Piloten an Bord.

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