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Bundesweite Regelung: Bundesregierung gibt bei Gasförderung Gas

Rasch will die Bundesregierung das so genannte Fracking bundesweit regeln: Die Förderung von Gas aus tiefen Gesteinsschichten könnte die Energiepreise purzeln lassen. Sie birgt aber auch Risiken.

Bald auch in Deutschland? Eine Fracking-Anlage zur Gasförderung in den USA. Quelle: dpa
Bald auch in Deutschland? Eine Fracking-Anlage zur Gasförderung in den USA. Quelle: dpa

BerlinDie Bundesregierung will nach neuen Vorschlägen der Fraktionen von Union und FDP die umstrittene Gasförderung aus tiefen Gesteinsschichten rasch bundesweit regeln. „Wir werden gemeinsam mit dem Bundeswirtschaftsministerium zügig Regelungsvorschläge vorlegen“, sagte ein Sprecher von Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) der Deutschen Presse-Agentur.

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Energiepolitik

Ob ein Gesetz noch vor der Bundestagswahl im September zu erwarten ist, ließ er offen. Das Umweltbundesamt hatte in einer Studie ermittelt, dass Deutschland mit den geschätzten Schiefergas-Vorkommen seinen gesamten Gasbedarf für 13 Jahre decken könnte - allerdings liegen viele Vorkommen in Wasserschutzgebieten.

Eine Arbeitsgruppe von Union und FDP zu dem Thema hatte Anfang Februar klare Vorstellungen an Altmaier und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) formuliert. Beim sogenannten Fracking wird ein Wasser-Sand-Chemikalien-Gemisch mit hohem Druck in den Untergrund gepumpt, damit das Gestein aufbrechen und das Gas entweichen kann.

Was hinter „Fracking“ steckt

  • „Fracking“ - umstrittene Förderung von Erdgas

    Das umstrittene „Fracking“ wird seit mehreren Jahrzehnten zur Gewinnung von Erdgas aus Gesteinsporen eingesetzt. Bei dem „Hydraulic Fracturing“ wird Gestein in 1000 bis 5000 Metern Tiefe mit hohem hydraulischen Druck aufgebrochen.

  • Künstliche Fließwege

    Um das Gas fördern zu können, werden künstliche Fließwege geschaffen. Dazu wird ein flüssiges Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien in den Boden gepresst, so dass Risse im Gestein entstehen. Durch sie entweicht das Gas und gelangt schließlich an die Oberfläche.

  • Gefahr für das Grundwasser

    Unter den Chemikalien sind auch gefährliche Stoffe, die bei unsachgemäßer Verwendung Mensch und Umwelt gefährden können. Kritiker weisen darauf hin, dass der Chemikalien-Cocktail bei Bohrpannen oder dem Durchstoßen von Wasserspeichern ins Grundwasser gelangen kann. Auch das Umweltbundesamt äußert Bedenken.

  • Beherrschbarkeit des Verfahrens

    Energiekonzerne wie ExxonMobil betonen dagegen die Beherrschbarkeit des Verfahrens: Jeder Eingriff („Frac“) werde durch eine stabile Ummantelung der Bohrung von der Umwelt getrennt.

  • Lagerstätten in Deutschland

    In Deutschland wird das Gas in „unkonventionellen Lagerstätten“ vor allem in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Nord-Hessen und dem Oberrheingraben vermutet.

  • ... und in der Welt

    Über das weltweit größte Vorkommen verfügt laut einer Studie des US-Energieministeriums China, danach kommen die USA und Argentinien. In den USA sind die Energiepreise durch die massive Erschließung von Gasvorkommen eingebrochen - allerdings gibt es Berichte über massive ökologische Folgen.

Für jeden neuen Bohrvorgang fordert die AG eine verpflichtende Umweltverträglichkeitsprüfung und klare Regelungen, was mit den eingesetzten Stoffen anschließend passiert. Zudem wird ein Ausschluss für alle Wasserschutzgebiete verlangt, damit es nicht zu einer Verseuchung des Grundwassers kommt, was Kritiker befürchten.

„Es ist klarzustellen, dass in Wasserschutzgebieten Erkundungs- und Gewinnungsmaßnahmen von Erdgas aus Schiefergas mittels Fracking ausgeschlossen sind. Der Schutz von Heil- und Mineralquellen ist sicherzustellen“, heißt es in einem Schreiben an die Minister. Der Bundesrat hatte erst vor einer Woche gefordert, den Einsatz umweltgefährdender Substanzen beim Fracking solange komplett zu verbieten, bis die Risiken restlos geklärt sind.

Der Werber-Rat Schreckgespenst Fracking

Man muss nicht jede Suppe auslöffeln, die uns verantwortungslose Goldsucher einbrocken. Doch am Beispiel Fracking lässt sich zeigen, wie falsch es ist, das Haar mit der ganzen Suppe auszuschütten.

Befürworter sagen, dass so Energiepreise womöglich gesenkt und die Abhängigkeit von Ländern wie Russland verringert werden könnte. In den USA hat die Förderung die Energiepreise purzeln lassen. Allerdings gibt es große Umweltrisiken, weshalb in Deutschland der Widerstand groß ist.

Zur Premiere des Films "Promised Land" auf der Berlinale protestieren am Freitag Gegner der Fracking-Methode. Quelle: dpa
Zur Premiere des Films "Promised Land" auf der Berlinale protestieren am Freitag Gegner der Fracking-Methode. Quelle: dpa

Erst am Freitag hatte es am Rande der Berlinale Proteste gegeben. Vertreter von Bürgerinitiative waren zur Filmpremiere des Umwelt-Dramas „Promised Land“ aus Thüringen und Osnabrück angereist, um am roten Teppich gegen das umstrittene Gas-Förderverfahren zu protestieren. Das Werk von Regisseur Gus Van Sant („Milk“) lief als einer der ersten Filme im Wettbewerb und erzählt vom Kampf einer amerikanischen Kleinstadt gegen einen Gaskonzern.

124 Kommentare

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  • 11.02.2013, 07:40 UhrEnergieelite

    JEDER außenstehende bekommt zwangsläufig den eindruck das es den Deutschen viel zu gut geht .
    Man ist gegen Atomkraft .
    Man ist gegen Kohlekraftwerke.
    Man ist gegen Gaskraftwerke.
    Man ist gegen Ölkraftwerke.
    Man ist gegen Biogasanlagen im Sichtfeld.
    Man ist gegen Energietrassen im Sichtfeld.
    Man ist gegen Windkraftanlagen im Sichtfeld .
    Man ist gegen alles , weil dagegen in ist und weil es Sexy macht dagegen zu sein .
    Wie wollen sie Deutschland mit Energie versorgen ? Wie können sie sicherstellen , das Privathaushalte , Industrie und Wirtschaft die Nachgefragte Energiemenge zu Wettbewerbsfähigen priesen , in erforderlicher Qualität zur Verfügung steht ?

    Mit dieser "Ich bin dagegen" Einstellung erreichen sie das gegenteil und irgendwann sind auch die Nachbarn nicht mehr bereit, ihnen die Versorgung zu sichern .....

  • 10.02.2013, 18:54 UhrPomfritz0163

    Das Gas läuft Deutschland nicht davon, wenn man erst in zehn Jahren mit der Förderung beginnt, hat man den Vorteil, dass man schon auf mehr Erfahrungen mit dem sogenannten Fracking zurückgreifen kann. Mit seinen großen Außenhandelsüberschüssen ist Deutschland nicht auf diese Einnahmen angewiesen. Sinnvoller wäre es, Länder wie Griechenland und Zypern bei der Erschließung ihrer konventiellen Gasvorkommen zu unterstützen, diese könnten mit den entstehenden Einnahmen ihre Schulden zurückzahlen, ihre Target-2 Defizite verringern und die eigene Wirtschaft ankurbeln.

  • 10.02.2013, 16:03 UhrVicario

    @ realax

    Zitat : Was spricht im Übrigen dagegen, die Gasvorräte noch ein paar Jahre im Boden zu lassen

    Und vor allem hat noch keiner die Rechnung aufgestellt, was den Steuerzahler das bisschen Gas ( für 13 Jahre ) kosten wird..?!

    Ich würde mal behaupten, dass die Gasmengen, die durch Fracking zu Tage kommen, das 3-fache durch das aufwendige Frackingverfahren kosten im Vergleich zum Russengas ( oder Norwegengas ).
    Bezahlen lässt sich die Industrie das durch FEG ( Fracking-Energie-Gesetz ) !

    So geht Marktwirtschaft heute.......jetzt wird der Steuerzahler auch noch vergiftet und um sein Trinkwasser gebracht !

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