Bush schickt William Timken nach Berlin
Stahl-Unternehmer soll neuer US-Botschafter werden

Der 67-jährige Stahl-Unternehmer William Timken soll neuer US-Botschafter in Deutschland werden. Timken gehört dem Amerikanisch-Japanischen Wirtschaftsrat an und wurde in Frankreich als Ritter der Ehrenlegion ausgezeichnet. Er spricht jedoch kaum Deutsch und verfügt über keine diplomatische Erfahrung.

HB WASHINGTON. Wie das Handelsblatt (Mittwochausgabe) aus amerikanischen Regierungskreisen erfuhr, hat die US-Administration Ende vergangener Woche das Auswärtige Amt in Berlin um Zustimmung gebeten. Sobald die Bundesregierung grünes Licht gebe - was als sicher gilt -, werde US-Präsident George W. Bush Timken ernennen, erklärten Regierungsbeamte in Washington. Damit sei frühestens Ende dieser Woche zu rechnen. Bis zur definitiven Bestätigung Timkens durch den US-Senat können allerdings noch einmal mehrere Wochen vergehen.

Wie sein Vorgänger Daniel Coats verfügt auch Timken über keine diplomatische Erfahrung. Bis vor drei Jahren war er Chef der gleichnamigen Firma mit Sitz in Canton im Bundesstaat Ohio, deren Chairman er bis heute ist. Die Timken Company produziert Spezialteile für die Auto-, Flugzeug- und Bahnindustrie. Der Konzern beschäftigt weltweit 26 000 Mitarbeiter und hat auch eine Niederlassung im westfälischen Künsebeck.

Timken spricht zwar kaum Deutsch, hat aber familiäre Wurzeln in der „Alten Welt“. Sein Urgroßvater Henry stammte aus Bremen und wanderte 1838 als Siebenjähriger mit seiner Familie in die USA aus. Obwohl Timken hauptsächlich im eigenen Land tätig ist, verfügt er über gute internationale Verbindungen. Timken kennt Präsident Bush, der ihn gern mit dem Spitznamen „Tim“ anredet, seit vielen Jahren. Der Stahl-Fabrikant aus dem hart um-kämpften Wechselwähler-Staat Ohio hatte 2004 mehr als 200 000 Dollar für Bushs Wiederwahl-Kampagne locker gemacht. Er gehörte damit zu den wichtigsten Geldgebern des Präsidenten.

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