Bußgelder für Kampfradler: "Es geht nur über das Portemonnaie"

Bußgelder für Kampfradler
"Es geht nur über das Portemonnaie"

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert einen Maßnahmenkatalog gegen „Kampfradler“. Der GdP-Vorsitzende Bernhard Witthaut erläutert, woran gedacht ist.
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Herr Witthaut, in Berlin sieht man tatsächlich täglich Radler, für die Rot an der Ampel nicht gilt. Ist das von Minister Ramsauer aufgeworfene Problem nicht ein Großstadtphänomen?

Nein, das ist natürlich nicht nur in Berlin ein Problem, dass sich Radfahrer nicht an Regeln halten. Das ist kein Großstadtphänomen, sondern das gibt es überall, in der Stadt wie auf dem Land. Gerade dort kann der Radfahrer davon ausgehen, dass er kaum kontrolliert wird, weil kaum Polizei da ist.

Kommt ein Fehlverhalten denn in einer Bevölkerungsgruppe besonders häufig vor?

Es gibt im Grunde genommen keine Verhaltensweise, die man einer bestimmten Bevölkerungsgruppe zuordnen kann. Vom Anzugträger bis zum Kind fahren alle mal bei Rot über die Ampel. Viele Radfahrer denken sich, ich kann ja in die Kreuzung hineinschauen, warum soll ich dann halten.

Es ist in den letzten Jahren eindeutig eine Tendenz zu erkennen, sich nicht mehr an die entsprechenden Regeln zu halten. Man kann mittlerweile von einer Verrohung reden. Das Problem ist, dass die Polizei nicht an jeder Ampel einen Beamten hinstellen kann.

Aber die bundesweiten Statistiken geben es nicht unbedingt her, dass das Problem sich so verschärft hat, zumindest was Radfahrer als Geschädigte bei Unfällen betrifft, oder?

Wir stellen jeden Tag auf den Straßen fest, wie sich die Situation verändert und das ist doch das Entscheidende. Seit Jahren steigt die Zahl der Fahrradfahrer und in Zukunft bekommen wir es noch mit einer ganz neuen Herausforderung zu tun, den E-Bikes. Mit denen kann man dann 40, 50 km/h fahren, gerade in der Stadt ist man damit ja oft schneller als mit dem Auto.

Liegt ein Grund für teils gefährliches Fahrverhalten nicht auch darin, dass oft eine Rad-Infrastruktur mit eigenen Spuren fehlt?

Es kommt natürlich hinzu, dass die Infrastruktur für Fahrradfahrer in den Städten sehr unterschiedlich ist. Da gibt es Fahrradwege, die verlaufen irgendwo im Nirwana.

Aber es gibt auch das Gegenteil, nehmen Sie eine Fahrradstadt wie Münster. Dort hat im Grunde genommen jeder Fahrradfahrer für sich die Vorfahrt gepachtet. Das erhöht das Unfallrisiko. Unsere Rechtsprechung ist so, dass jeder Autofahrer, der in einen Unfall mit einem Fahrradfahrer verwickelt wird, in irgendeiner Form eine Mitschuld bekommt.

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  • Hier gibt es den bombensicheren Test, ob man ein Kampf-Rambo-Rüpel-Radler ist oder nicht:
    http://kettenblatt.blogspot.de/2012/04/wie-uns-der-peter-sieht.html

  • Anstatt sich über die steigende Zahl von Fahrradfahrern zu freuen und darin den Nutzwert für mehr Lebensqualität in den Städten zu erkennen, bekämpft die Poltik die Radfahrer.

  • Während die Gdp eine Kennzeichnungspflicht für Polizisten vehement ablehnt, wäre eine solche für Fahrräder natürlich ganz in ihrem Sinne, dehnte sie doch den polizeilichen Machtbereich wieder ein Stückchen weiter aus.

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