BvS rechnet mit DDR-Vermögenswerten
Treuhand-Nachfolger will 120 Millionen Euro zurück

Die Treuhand-Nachfolgebehörde BvS rechnet nach dem Erfolg im Prozess um das Millionenvermögen der SED-Firma Novum auch in einer Reihe weiterer Zivilverfahren damit, frühere DDR-Vermögenswerte zurück zu bekommen. Es geht dabei um insgesamt rund 120 Millionen Euro, die in der Wendezeit und im Zuge der deutschen Vereinigung unterschlagen worden sind.

HB BERLIN. So hat die BvS zwei Liechtensteiner Geschäftsleute auf rund 60 Millionen Euro Schadenersatz verklagt. Diese Summe sollen die Männer als Mitarbeiter einer von Österreich aus operierenden Firmengruppe mit Hilfe von Stasi-Seilschaften im Jahre 1990 durch Scheinlieferungen von Baumwollgarnen und Computern ergaunert haben. Von Mitarbeitern des DDR-Außenhandelsbetriebs Fortschritt Landmaschinen fordert die BvS in einem anderen Verfahren rund 20 Millionen Euro zurück. Die Männer sollen 1990 Liefergeschäfte in östliche Nachbarländer vorgetäuscht und dafür so genannte Transferrubel kassiert haben, die sie bei der DDR-Außenhandelsbank in D-Mark umgetauscht haben sollen. Ein früherer Mitarbeiter der Treuhandanstalt soll rund 17 Millionen Euro zahlen, die er Anfang der neunziger Jahre bei der Liquidation von DDR-Firmen unterschlagen hatte.

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte am Dienstag nach rund zwölf Jahren den Rechtsstreit um das Geld der Ost-Berliner Außenhandelsfirma Novum beendet. Die BvS hat danach Anspruch auf 255 Millionen Euro, die laut Einigungsvertrag den neuen Ländern als Finanzhilfen zustehen.

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