Carstensen verzichtet: Wachwechsel bei CDU-Schleswig-Holstein

Carstensen verzichtet
Wachwechsel bei CDU-Schleswig-Holstein

Es zeichnete sich bereits ab, nun ist die Katze aus dem Sack: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) wird bei der Neuwahl in Schleswig-Holstein nicht mehr kandidieren. Ein Nachfolger steht noch nicht endgültig fest.
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HB NEUMÜNSTER. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) hat beim Landesparteitag in Münster überraschend verkündet, dass er bei der nächsten Landtagswahl nicht wieder antritt. Zu seinem Nachfolger an der Spitze der Partei wurde am Samstag mit großer Mehrheit Fraktionschef Christian von Boetticher gewählt. Damit hat die Nord-CDU die Weichen für die Neuwahl im nördlichsten Bundesland 2012 gestellt.

Von Boetticher erhielt 221 der 244 abgegebenen Stimmen. Mit den gut 90 Prozent kam auf das von ihm erhoffte Ergebnis. Der 39-Jährige war von 2005 an Landwirtschafts- und Umweltminister, bevor er 2009 Fraktionschef in Kiel wurde.

„Bei der nächsten Wahl werde ich nicht wieder kandidieren“, gab Carstensen (63) zuvor bekannt. Er mache den Weg frei für einen neuen CDU-Landesvorsitzenden und für einen neuen Ministerpräsidenten- Kandidaten, sagte Carstensen. Überraschend war vor allem der Zeitpunkt seiner Ankündigung. Als er seine Rede schloss, stockte ihm die Stimme. „Ich bin stolz auf meine CDU. Gott schütze unser Schleswig-Holstein“, sagte er am Ende.

Von Boetticher hatte bei seiner Wahl keinen Gegenkandidaten. Es zeichnet sich ab, dass er nun auch Spitzenkandidat bei der Neuwahl des Landtages wird. Sie muss nach einem Urteil des Landesverfassungsgerichts bis Ende September 2012 stattfinden. Über ihren Spitzenkandidaten entscheiden CDU und SPD im kommenden Jahr. Bei der SPD hat sich Landes- und Fraktionschef Ralf Stegner (50) ebenso beworben wie Kiels Oberbürgermeister Torsten Albig (47).

Carstensen wollte sich auf die Frage der Nachrichtenagentur dpa nicht festlegen, ob er bis zum vorzeitigen Ende der Legislaturperiode Ministerpräsident bleibt oder es vorher einen Wechsel gibt. Dies gilt als riskant, weil das Regierungsbündnis von CDU und FDP im Landtag nur über eine Stimme Mehrheit verfügt und von Boetticher im Koalitionslager auch Kritiker hat.

Carstensen betonte aber: „Ich habe Vertrauen zu dieser Koalition“.

Wichtigste Aufgabe sei die Konsolidierung des Landeshaushalts. „Ich gebe dieses Amt als Landesvorsitzender mit einem guten Gefühl ab.“ Er habe von Boetticher aus tiefer Überzeugung vorgeschlagen. Der 39- Jährige habe sich auf allen Ebenen der Landespolitik bewährt.

Carstensen hatte 2005 mit seiner Partei nach 17 Oppositionsjahren die Rückkehr auf die Regierungsbank geschafft und wurde Ministerpräsident. Zunächst führte er eine CDU/SPD-Regierung, seit 2009 leitet er ein schwarz-gelbes Kabinett.

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  • [1] Margrit Steer,
    "was ist los in Deutschland bei der CDU? "

    Liebe Frau Steer, das ist los!
    "bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) rief die bürger dazu auf, sich auf weitere Veränderungen durch Einwanderer einzustellen."

    http://www.ruhrnachrichten.de/nachrichten/politik/inland/art29862,1035355

    Das heißt im Klartext, daß es nicht um wenige ausgesuchte Fachkräfte geht, es geht um gesellschaftliche Veränderungen durch Massenzuwanderung und Frau Merkel denkt nicht daran, dies zu verhindern. Koste es was es wolle!
    Weiterhin heißt das, Frau Merkel legt es auf Polarisierung wie zum Ende der Weimarer Republik an, wobei der Gewinner, wie es Meinungsumfragen zeigen, heute schon feststeht. Es ist also allerhöchste Eisenbahn!
    Da die Schaltstellen der Macht längst besetzt sind, reicht es keinesfalls, sich aus der ersten Linie zu nehmen und sich in Nibelungentreue an sein Parteibuch zu klammern. Die bürgerliche Hammelherde braucht Führungspersönlichkeiten, sonst wird sie ins Gras beißen. Und das ist anders, als unbekümmert eine Wiese abzugrasen. Dieser Hinweis geht auch an die Adresse der Nichtwähler und Aktieninhaber.

    http://www.diefreiheit.org/erste-reaktionen-auf-die-gruendung-der-freiheit/
    http://www.bps-niedenstein.de/

  • Artikel 1 nicht was ist los fragen,sondern antworten wer will schon mit dieser beispiellosen entwicklung nach unten in verbindung gebracht werden,es ist auch ziemlich egal ob merkel jungspunde formt,der gestaltungspielraum wird die nächsten jahre weiter abnehmen,reale lösungen gibt es nur nach unten für lange zeit,sollte eine staats insolvenz weiter mit gelddrucken verhindert werden egal welcher staat wirds halt grausamer für den einzelnen.Auflösung der EU,Währungsreform,neustart.mehr geht nicht.Die vergangenheit Juristisch aufarbeiten wäre ein anfang,bitte die vergleiche aller SED sind total daneben weil dieses ding hier so lauten sollte wir haben den Kapitalismus nicht vor den Kapitalisten geschützt.oder wie soll ich sonst den Geist der Lobbypolitik in der jagd nach profit beschreiben.Merkel ist meilenweit entfernt von ihrer bonzenvergangenheit anpassung an die gegebenheiten beherrscht sie gut.Dr.jörg Asmussen rechte hand von Peer Steinbrück und Staatssekretär,baFin weisungsberechtigt ist mitverantwortlich,er hat mit dafür gesorgt das finanzprodukte herrüb erschwappten,die mehr als bedenklich waren war der auch bei Honnecker also bitte.

  • was ist los in Deutschland bei der CDU?
    Noch nicht im Pensionsalter vrschwindet einer anch dem andern.
    Merken die alle was los ist, was kommt und wollen damit nichts zu tun haben?
    Es ist schon erschreckend, ein solches Ausbluten hat ja noch nie eine Partei erlebt.
    Wie Steinbrück in seinem buch sagt, es kommen die jungen Karrieristen, die das Wort Arbeit nicht mal buchstabieren können. Aber die kann Merkel schön formen. Tja, die SED läßt immer mehr grüßen.

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