Castor-Transport
In Gorleben droht neue Gewalt

Die angekündigten Proteste gegen den Castor-Transport mit Atommüll nach Gorleben am Wochenende könnten erneut zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Staatsgewalt führen. Im Wendland werden mehr als 30 000 Demonstranten erwartet, die Polizei will den Transport mit 16 000 Einsatzkräften sichern und kündigte ein konsequentes Eingreifen bei Straftaten an.
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HB HANNOVER. Der zuständige Lüneburger Polizeipräsident Friedrich Niehörster rechnet aber nicht mit schweren Krawallen. Unter den Demonstranten würden weniger als ein Prozent gewaltbereite Autonome sein, die meisten wollten friedlich protestieren, sagte er am Mittwoch in Hannover. Die Anti-Atom-Initiativen erwarten an diesem Wochenende mehr als 30 000 Demonstranten im Wendland - das wären so viele wie seit 30 Jahren nicht. Mehr als 16 000 Polizisten aus fast allen Bundesländern sollen im Einsatz sein, um den Transport zu sichern.

Die Polizei hat sich auf die unterschiedlichen Protestaktionen der Atomkraftgegner vorbereitet und will Störer notfalls mit Wasserwerfern auf Distanz halten. In jedem Castor-Einsatz seien diese Spezialgeräte im Einsatz gewesen, sagte Polizeipräsident Niehörster. Es gehe darum, Demonstranten „so etwas wie einen Eimer Wasser über den Kopf“ zu schütten, damit sie bestimmte Plätze räumten. Anti-Atom-Initiativen lehnen einen Einsatz dieser Spezialfahrzeuge ab. Wasserwerfer seien Waffen und gehörten nicht in den Landkreis, sagte ein Sprecher der Bäuerlichen Notgemeinschaft, eine Protestgruppe von Landwirten in Lüchow-Dannenberg. Bei Protesten gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21 hatte die Polizei mit Wasserwerfern Demonstranten verletzt.

Mit zahlreichen Sitzblockaden wollen Atomkraftgegner die Fahrt der elf Atommüll-Behälter aufhalten und sich gegen die schwarz-gelbe Atompolitik auflehnen. Besonders im Auge haben die Sicherheitskräfte diesmal eine Gruppe von Protestierern, die Steine aus dem Gleisbett räumen und so die Fahrt des 2500 Tonnen schweren Zuges verzögern will. An der Transportstrecke gilt eine Verbotszone im Umkreis von 50 Metern. Auch mögliche Brandanschläge machten der Polizei Sorge, sagte Polizeipräsident Niehörster. Ein Feuer in der Berliner S-Bahn in dieser Woche geht wahrscheinlich auf Atomkraftgegner zurück. Im Wendland waren vor mehreren Jahren außerdem Polizei-Unterkünfte angezündet und ein Funkmast abgesägt worden.

Niehörster räumte zugleich aber ein, dass der Einsatz bei den Polizisten auf großes Unbehagen stößt. "Dies ist der unbeliebteste Einsatz bei den Polizeibeamten. (...) Es ist eine in Anführungszeichen ätzende Aufgabe, die die Polizei zu erfüllen hat."

Kommentare zu " Castor-Transport: In Gorleben droht neue Gewalt"

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  • Das Gewaltmonopol hat der Staat.
    Der Staat hat für Ruhe und Ordnung zu sorgen,auch mit Gewalt !

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