Castor-Transport
LKW-Blockade vor Gorleben

Noch immer blockieren Greenpeace-Aktivisten die Zufahrt zum Endlager in Gorleben. Der Castor-Transport stockt deshalb weiter. Inzwischen wurden die Behälter vom Zug auf LKW umgeladen.
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HB DANNENBERG. Mit einer Lkw-Blockade hat die Umweltorganisation Greenpeace in der Nacht zum Dienstag die Abfahrt des Casgtor-Atommülltransports ins Zwischenlager Gorleben verzögert. Sie verstellte die Ausfahrtstraße der CASTOR-Umladestation in Dannenberg gegen 19.00 Uhr mit einem Lastwagen. Auch fast sechs Stunden später war das Hindernis nicht beseitigt.

Im Inneren des acht Meter langen umgebauten Brauereifahrzeuges befänden sich fünf Aktivisten, sagte ein Greenpeace-Sprecher vor Ort. Ein Mann und eine Frau sind den Angaben zufolge in einer Metall-Beton-Konstruktion so befestigt, dass die Polizei den Lkw nicht fortbewegen könne, ohne sie zu verletzen.

Die Polizei begann kurz nach Mitternacht damit, schweres Gerät aufzufahren. Dazu gehörte unter anderem Flex- und Bohrtechnik. Zugleich beendeten externe Verkehrsexperten, die hinzugezogen worden waren, ihre Messungen an der Ausfahrtstraße, um zu erkunden, ob das Hindernis von den Tiefladern mit den CASTORen umfahren werden kann.

Der Lkw stand auf der Kreuzung der Bundestraße 191 mit der Zufahrtsstraße zur Umladestation. Dort laufen die beiden möglichen Routen für den Straßentransport der elf CASTOR-Behälter nach Gorleben zusammen. Bis zum Abend wurden in der Umladestation nach Angaben des Sprechers der Brennelementelager Gorleben GmbH (BLG), Jürgen Auer, alle Atommüllbehälter von Eisenbahnwaggons auf Straßentieflader umgesetzt. Die Kolonne war damit abfahrbereit.

In Berlin heizte der heftige Widerstand gegen den Atommülltransport die politische Debatte an. Mit dem Beschluss zur Verlängerung der Atomlaufzeiten habe die Bundesregierung einen bereits befriedeten gesellschaftlichen Großkonflikt neu entfacht, warfen SPD, Grüne und Linke der schwarz-gelben Koalition am Montag vor. Der Bundestag wird nun am Mittwoch über die Demonstrationen gegen die Atommülltransporte ins Wendland diskutieren.

Bei den Auseinandersetzungen entlang der Bahnstrecke gab es nach Angaben der Kampagne „Castor Schottern“ fast 1000 Verletzte auf Seiten der Demonstranten, darunter mindestens eine Schwerverletzte. Die Polizei machte bislang keine eigenen Angaben zur Zahl der Verletzten. Am Sonntag war es am Rande der überwiegend friedlichen Demonstrationen zu Ausschreitungen gekommen.

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  • Die Gegenwehr gegen die Lobby-Atompolitik ist mehr als gerechtfertigt, denn u.a. sind Zwischenlager und alte AKW nicht baulich gegen Flugzeugabstürze geschützt (im Gegensatz zur Vorgabe des Art. 1 und 2 GG i.V.m. Art. 20a GG)und evt. Paketbomben in Passagier- und Luftfrachtmaschinen, die aus allen Ländern der Erde den deutschen Luftraum überfliegen und vor dem Zielflughafen (VOR der Überwachung) - z.b. über einem Zwischenlager oder alten AKW - in der Luft gesprengt werden können,zeigt das unverantwortliche Sicherheitsrisiko von AKW, dessen Restrisiko wir bürger laut Urteil des bVerwG jedoch nicht tragen dürfen, sondern die EVU tragen müssen!
    insoferm müssten Zwischenlager und alte AKW SOFORT baulich nachgerüstet werden oder die EVU müssen jedes AKW mit einer Summe von 5000 Mrd. Euro versichern, anstatt jetzt mit max. 2 Mrd. Euro!
    Dann kostet Atomstrom jedoch ca. 1,80 Euro/kWh mehr!
    Also am besten gleich alle alten AKW abschalten!

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